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Kapitel 16 - Schatten der Vergangenheit 🌟

  Kapitel 16 – Schatten der Vergangenheit

  Der Flur der Intensivstation war still.

  Zu still.

  Nur das rhythmische Piepen aus Jaydens Zimmer durchschnitt die Luft – wie ein leiser, verzweifelter Herzschlag der Hoffnung.

  Jaydens Eltern, Jonathan, Kathie, Chen und Akira standen nebeneinander.

  Doch jeder von ihnen schien in einer eigenen Welt gefangen.

  In Angst.

  In Schuld.

  In Schmerz.

  Da klingelte das Handy von Jaydens Vater.

  Er trat ein paar Schritte zur Seite und nahm ab.

  ?Suwannathat… ja, ich bin es.“

  Sein Gesicht ver?nderte sich sofort.

  Besorgnis wich einem tiefen Schock.

  ?Wie war der Name?“ fragte er stockend.

  Alle K?pfe wandten sich zu ihm.

  ?Tharn Ounsa“, wiederholte der Kommissar am Telefon.

  Jaydens Vater blinzelte.

  ?Nein… der Name sagt mir nichts. Aber… vielleicht Jonathan?“

  Jonathan erstarrte.

  Die Farbe wich aus seinem Gesicht.

  ?Tharn… Ounsa.“

  Er flüsterte den Namen, als h?tte jemand ihm die Kehle zugeschnürt.

  Chen drehte sich zu ihm.

  ?Wer ist das?“

  Jonathan senkte den Blick.

  ?Ein Junge aus der Middle-School.

  Er hat Jayden… jahrelang gequ?lt.“

  Seine Stimme wurde leiser.

  ?Ich dachte, das w?re vorbei.

  Für immer.“

  Der Kommissar am Telefon hatte alles geh?rt.

  ?K?nnten Sie aufs Revier kommen und eine Aussage machen?“

  Jonathan nickte schwer.

  ?Ja. Aber wir brauchen eine Stunde. Wir sind noch nicht in der Stadt.“

  ?Verstanden. Wir warten.“

  Er legte auf.

  Und ein weiterer Schatten legte sich über den Flur.

  Jaydens Mutter atmete zitternd ein.

  ?Bitte… geht nach Hause. Ruht euch etwas aus. Es zerrei?t mich, euch alle so mitgenommen zu sehen.“

  ?Ich bleibe“, sagte Chen sofort.

  ?Chen… du musst—“

  ?Nein.“

  Seine Stimme brach.

  ?Ich bleibe.“

  Jaydens Mutter sah ihn überrascht an.

  Dann weicher.

  Verstehender.

  Jaydens Vater legte ihr eine Hand auf die Schulter.

  ?Lass ihn.

  Er geh?rt zu Jayden.

  Zumindest in dessen Herz.“

  Ein kleines, schmerzliches L?cheln erschien auf ihrem Gesicht.

  ?Gut. Dann bleib. Wir bringen dir sp?ter Essen und frische Kleidung.“

  Chen senkte dankbar den Kopf.

  Jonathan rieb sich die noch schmerzende Schl?fe.

  This story is posted elsewhere by the author. Help them out by reading the authentic version.

  ?Ich muss aufs Revier. Kathie… gehst du mit?“

  ?Natürlich.“

  Sie nahm seine Hand.

  Akira machte einen Schritt nach vorn.

  Doch Jonathan stoppte ihn mit einer erhobenen Hand.

  ?Du bleibst hier.

  Pass auf Chen auf.

  Pass auf Jayden auf.“

  Akira nickte sofort.

  Ein stummer Schwur.

  Jonathan und Kathie gingen.

  Jaydens Eltern folgten ihnen wenig sp?ter.

  Zurück blieb Chen.

  Allein mit Jayden.

  Chen trat leise in das Zimmer.

  Das ged?mpfte Summen der Maschinen…

  das langsame Heben und Senken von Jaydens Brust…

  Es tat ihm k?rperlich weh, ihn so zu sehen.

  Er setzte sich und nahm Jaydens Hand in seine.

  ?Bitte… wach auf“, flüsterte er.

  Er schloss die Augen und faltete die H?nde – etwas, das er seit seiner Kindheit nicht mehr getan hatte.

  ?Gott… oder wer auch immer…

  bitte lass ihn leben.

  Ich… ich kann nicht ohne ihn.

  Nicht mehr.“

  Sein Kopf sank nach vorn.

  Eine Tr?ne tropfte auf Jaydens Hand.

  ?Ich liebe dich“, hauchte er.

  ?Und ich habe es viel zu sp?t begriffen.“

  Jayden blieb still.

  Eine Krankenschwester ?ffnete vorsichtig die Tür.

  ?Entschuldigen Sie… ich würde Jayden gern waschen. M?chten Sie vielleicht kurz—“

  Chen hob den Kopf.

  ?Darf ich das machen?

  Bitte.

  Ich würde es lieber selbst tun.“

  Sie hielt inne.

  Mustert ihn.

  Sah die Verzweiflung.

  Die Liebe.

  Dann nickte sie.

  ?Natürlich.“

  Chen holte warmes Wasser und ein weiches Tuch.

  Seine H?nde zitterten, als er sich Jaydens Gesicht n?herte.

  Er wusch vorsichtig seine Stirn.

  Seine Wangen.

  Seinen Hals.

  Als w?re Jayden aus Glas.

  Als k?nnte jede falsche Berührung ihn zerbrechen.

  ?Ich bin hier“, flüsterte er.

  ?Ich lasse dich nie wieder allein.“

  Am Türrahmen stand Akira.

  Still.

  Die H?nde ineinander verkrampft, die Augen voller Schmerz.

  Er sah zu, wie Chen Jaydens Gesicht sanft trocknete.

  Wie er ihm die Haare aus der Stirn strich.

  Wie er seine Hand hielt, als w?re sie etwas Heiliges.

  Und zum ersten Mal in seinem Leben verstand Akira, was echte Liebe war.

  Nicht Besitz.

  Nicht Verlangen.

  Nicht Eifersucht.

  Sondern das hier.

  Er weinte.

  Still.

  Ehrlich.

  Ohne sich zu verstecken.

  Und leise, kaum h?rbar, flüsterte er:

  ?Jayden… ich werde alles tun… alles… damit du wieder aufwachst.“

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