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Kapitel 5 - (K)eine Chance

  Aufgeben?

  Charles Blick fiel auf den Verband an seinen Handgelenk.

  Noch vor kurzem h?tte ich aufgegeben. Aber das ist jetzt vorbei! Valentin, ich helfe dir und den anderen auf jeden Fall. Ich werde Maya besiegen!

  Derweil wischte sich Valentin die Tr?nen aus dem Gesicht.

  ?Charles, lass uns zum Spieleabend gehen. Ich würde gerne auf andere Gedanken kommen.“

  Mit einem Grinsen nickte Charles und erwiderte: ?Natürlich. Geh am besten schon mal vor! Ich muss nur noch fix aufs Klo.“

  Die Mundwinkel von Valentin hoben sich zu einem zaghaften L?cheln und beide Jungen verlie?en das Schlafzimmer.

  In der Mitte der Eingangshalle des Waisenhauses erhob sich eine gro?e Treppe, die sich nach links und rechts verzweigte und durch alle Etagen führte. Im ersten Stock lagen auf der einen Seite des Ganges die Schlafs?le der M?dchen und auf der anderen die der Jungen. Direkt gegenüber waren die jeweiligen Badezimmer und Toiletten zu finden. W?hrend sich Charles auf den Weg zum Klo machte, ging Valentin hinunter zur Eingangshalle, um in den Spieleraum zu kommen. Dort konnten die Kinder sich jeden Abend treffen und gemeinsam an diversen Gesellschaftsspielen oder Filmen erfreuen. Tagsüber war dieses Zimmer abgeschlossen, weshalb sich so gut wie alle Kinder jeden Abend hier einfanden. Charles hatte jedoch andere Pl?ne. Zur Sicherheit wartete er ein paar Minuten, verlie? dann die Toilette und machte sich m?glichst unbemerkt auf den Weg zur Treppe. Sein Ziel war die Krankenstation in der zweiten Etage.

  Tut mir leid, Valentin, aber wenn du den Erziehern nicht Bescheid sagen willst, dann mache ich das eben. Ich muss nur darauf achten, dass Maya nicht herausfindet, wer sie verraten hat. Es soll am besten so wirken, als h?tte es einer der Erzieher von alleine gemerkt.

  W?hrend Charles die Stufen hinaufstieg, kam ihm ein seltsamer Gedanke: Irgendwie macht das keinen Sinn. Wenn Maya tats?chlich so versessen auf Kontrolle ist, warum l?sst sie ihr Arkafon einfach so herumliegen?

  Auf einmal hielt er inne. Seine Augen weiteten sich.

  Moment mal! Lag es denn wirklich einfach nur rum? Nein. Sie hat es mitten auf meinem Bett platziert, sodass ich es unm?glich übersehen konnte.

  Seine Z?hne knirschten, ehe er langsam weiterging.

  Verdammt! Wollte sie etwa, dass ich es finde? Falls das stimmt, dann hab ich ein ziemliches Problem. Es würde n?mlich bedeuten, dass Maya mit hoher Wahrscheinlichkeit mein Arkafon mitgehen lassen hat, und wer wei?, was sie damit alles anstellt.

  Noch bevor Charles diesen Gedanken weiterverfolgen konnte, stand er bereits am Eingang der Krankenstation. Im Falle von Verletzungen, einer Krankheit oder psychischen Problemen hatten alle Kinder jederzeit Zutritt und wurden von den dort anwesenden Erziehern versorgt. Zurzeit waren nur zwei von ihnen im Dienst. Zum Glück war Charles bereits mit ihnen vertraut. Es handelte sich um die Ober?rztin Frau Juno und eine ihrer Assistenz?rztinnen, die sich in den ersten beiden Wochen bereits um ihn gekümmert hatte. Beide trugen einen wei?en Kittel und befanden sich gerade mitten in der Auswertung eines Krankenberichtes. Für einen kurzen Moment blieb Charles an der Türschwelle stehen und versicherte sich, dass niemand anderes auf dem Flur zu sehen war, bevor er auf Frau Juno zuging und sich r?usperte.

  ??hm … Frau Juno? Ich muss Ihnen etwas Wichtiges sagen.“

  Die ?rztinnen drehten sich zu ihm um und Frau Juno fragte mit einem einladenden L?cheln: ?Oh, hallo, lieber Charles. Was ist denn mit dir, mein Junge? Geht es dir nicht gut?“

  Gerade als Charles antworten wollte, lie? ihn die Reaktion der Assistenz?rztin innehalten.

  Herabh?ngende Mundwinkel, eine hochgezogene Augenbraue und verschr?nkte Arme. Charles schluckte.

  Was ist denn mit der los? Hab ich ihr irgendwas getan?

  ?Naja, vorher müsste ich darauf bestehen, dass dieses Gespr?ch unter uns bleibt. Das ist wirklich wichtig!“

  Die ?rztinnen tauschten einen flüchtigen Blick miteinander aus und nickten ihm dann zu.

  ?Natürlich, Charles. Wie du vielleicht wei?t, unterstehen wir der ?rztlichen Schweigepflicht. Du kannst uns also alles sagen, was dir auf dem Herzen liegt“, versicherte ihm Frau Juno.

  Nachdem er tief eingeatmet hatte, nahm Charles all seinen Mut zusammen und sagte: ?Der Junge, den sie gerade eben verarztet haben, war doch Valentin, oder? Ich wei? nicht, was er ihnen erz?hlt hat, aber diese Wunde an seiner rechten Hand … besser gesagt, die Wunden an seinen beiden Armen stammen nicht von einem Unfall. Er und viele andere Kinder werden von Maya Custos misshandelt.“

  Bei diesen Worten blieben den ?rztinnen die Münder offen stehen. Mit weit aufgerissenen Augen sahen sie Charles an.

  ?Misshandelt, sagst du? Das ist ja schrecklich! Woher wei?t du das denn so genau?“, fragte Frau Juno.

  ?Auf ihrem Arkafon befinden sich viele Videos, welche die Misshandlungen zeigen. Sie zwingt die anderen Kinder dazu, sich gegenseitig zu verletzen, damit sie es filmen kann. Das benutzt sie dann als Druckmittel. Sollte jemand den Erziehern davon erz?hlen, kann sie die Geschichte auf diese Weise jederzeit umdrehen und sagen, dass in Wahrheit jemand anderes der T?ter ist.“

  Eine Augenbraue von Frau Juno senkte sich, w?hrend sie ihren Ellenbogen auf dem linken Handrücken ruhen lie? und den Zeigefinger an ihr Kinn führte.

  ?Mhm … ich verstehe. Und wo genau ist dieses Arkafon?“

  Unverzüglich antwortete Charles: ?Vorhin hatte sie es noch bei sich. Wenn sie Maya durchsuchen, dann sollten sie es finden. Gehen Sie bitte auf jeden Fall sicher, dass es so klingt, als würde der Verdacht von Ihnen kommen, sonst wei? ich nicht, was mit den anderen passiert. Am besten gehen Sie gleich los, bevor sie das Arkafon noch versteck…“

  Eine kraftvolle Stimme durchdrang den Raum: ?Warum lügst du?“

  Schlagartig blickten alle zur Tür.

  Aus heiterem Himmel stand ein gro?er Junge im Jogginganzug am Eingang der Krankenstation und ging mit grimmigem Gesichtsausdruck und den H?nden in seinen Taschen auf Charles zu.

  ?Glauben Sie dem kein Wort. Der macht schon die ganze Zeit nichts als Probleme.“

  Zum unpassendsten Zeitpunkt überhaupt war Caleb erschienen. Charles biss die Z?hne zusammen. Ihm schwante Schlimmes.

  ?Was meinst du mit Probleme, Caleb?“, fragte Frau Juno.

  Caleb deutete auf Charles’ rechten Arm. Jedoch war dort nur ein Verband zu sehen und Frau Juno sah aus, als k?nnte sie nicht ganz einordnen, was der Junge ihr versuchte, zu sagen.

  Als h?tte sie auf diesen Moment gewartet, lehnte sich die Assistenz?rztin zu Frau Juno und flüsterte ihr ins Ohr: ?Du wei?t schon, das ist das Kind der Trag?die.“

  Da er dicht bei ihnen stand, konnte Charles den ihm unfreiwillig verliehenen Spitznamen h?ren, und seine Finger krallten sich in den Stoff seiner Kleidung.

  Nein, nein, nein! Das spielt doch absolut keine Rolle. Warum muss mir mein d?mlicher Stempel gerade jetzt in die Quere kommen? Ich war doch schon kurz davor, sie zu überzeugen.

  Frau Juno stand von ihrem Drehstuhl auf, kniete sich hin und legte ihre Hand auf Charles' rechte Schulter.

  ?H?r mal, Charles, wir wissen, dass du es nach dem Tod deiner Eltern nicht leicht ha…“

  Noch ehe sie zu Ende gesprochen hatte, warf Charles ihren Arm zur Seite und schrie: ?Das hier hat nichts mit meinen Eltern zu tun!“

  Seine Nasenflügel bebten. Er lie? den Arm sinken und ballte die F?uste. Die Ober?rztin schwieg und sah ihn mitleidig an.

  ?übrigens, kannst du mir mal sagen, warum du klaust, Charles?“, fragte Caleb und durchbrach damit die unangenehme Stille.

  Diese Frage lie? Charles seine Wut zeitweilig vergessen. Er riss die Augen weit auf und drehte sich blitzschnell zu Caleb.

  Er unterstellt mir Diebstahl? Meint er das Arkafon von Maya, welches sie gegen meins ausgetauscht hat? Warte mal! Woher wei? Caleb eigentlich davon?

  ?Stimmt das etwa? Sag mir die Wahrheit!“, fragte Frau Juno, deren Augenbrauen sich zu einem Dach krümmten. Allm?hlich begriff Charles, worauf die Situation hinauslief, und seine Lippe fing an zu zittern.

  ?N-nein, die Einzige, die etwas gestohlen hat, ist Maya. Seht in ihren Sachen nach! Dort müsste mein Arkafon zu finden sein. S-sie hat es einfach ohne zu fragen durch ihres ersetzt.“

  Sein Verteidigungsversuch ging jedoch ins Leere, da Caleb nach einem Griff in seine Jogginghose ein rechteckiges Objekt in seiner Hand hielt.

  ?Du meinst das hier?“

  Augenblicklich erstarrte Charles. Was der kr?ftige Caleb da pr?sentierte, war sein vermisstes Arkafon.

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  Wie kann das sein? Hat Maya ihm das etwa zugesteckt?

  Bevor er antworten konnte, sagte Caleb: ?Ich hab’ das hier auf dem Klo gefunden. Du und Vali habt euch doch vorhin heftig gestritten. Ging es da etwa um dein Arkafon? Hast du das von Maya gestohlen, weil du dachtest, sie h?tte deins genommen, und er wollte dich zur Vernunft bringen? Hast du ihn deshalb verletzt?“

  Nun wurde Charles alles klar.

  Diese kleine Hexe! Sie hat Caleb wohl auf die Krankenstation geschickt, um mich als Lügner und Schl?gertyp dastehen zu lassen. Deshalb hat sie ihm mein Arkafon gegeben. So geht Maya sicher, dass ich ihr keinen Diebstahl unterstellen kann. Verdammt! Sie denkt wirklich an alles.

  Erneut meldete sich die Assistenz?rztin zu Wort.

  ?Das macht absolut Sinn! Bereits in der Vergangenheit hat er, sagen wir mal, besorgniserregende Dinge mit scharfen Gegenst?nden angestellt. Ich h?tte allerdings nicht erwartet, dass er das Messer auch gegen andere richten würde.“

  Finster schaute sie Charles an. Dieser erschauderte bei ihrem Blick.

  Schon seit Anfang des Gespr?chs hatte ich das Gefühl, dass sie gegen mich ist. Und jetzt wei? ich auch, warum: Für sie bin ich nur ein Unruhestifter, den sie am liebsten loswerden würde.

  ?So ist das also … Ich bin wirklich entt?uscht von dir, Charles! Wie kannst du wegen eines einfachen Missverst?ndnisses den armen Valentin nur so verletzen?“, fragte Frau Juno, welche ihre Stirn in Falten gelegt hatte.

  Mist! Von ihr kann ich wohl keine Hilfe mehr erwarten.

  Charles entwich ein leiser Seufzer, ehe er seine H?nde in die Hosentaschen steckte und den Kopf zur Seite drehte.

  So ein Dreck! Es ist vollkommen egal, was ich jetzt sage. In der Situation wird mir eh keiner glauben. Ich sollte besser schweigen, bevor ich es noch schlimmer mache.

  Nach einer Weile sagte die Assistenz?rztin im selbstgef?lligen Ton: ?Wie es ausschaut, hast du absolut nichts zu deiner Verteidigung zu sagen, was? Naja, auch gut. Der Spieleabend ist für dich auf jeden Fall für die n?chsten vier Wochen gestrichen, und ich erwarte, dass du dich bei Valentin und Maya entschuldigst! Hast du das verstanden?“

  Sie nahm Caleb das Arkafon aus der Hand und steckte es in ihren Kittel.

  ?Des Weiteren behalte ich dein kleines Spielzeug und dich im Auge, mein lieber Charles Libertus Fran?ois.“

  Nach seiner Niederlage taumelte Charles mit h?ngenden Schultern durch den Gang der zweiten Etage auf dem Weg in sein Schlafzimmer. Viel mehr blieb ihm momentan nicht übrig, da er nicht mehr am Spieleabend teilnehmen konnte.

  Verdammt! Maya hat mich einfach komplett durchschaut. Ich hatte absolut keine Chance gegen sie. Vielleicht habe ich mich mit dieser Rettungssache doch etwas übernommen. Wie soll ich gegen so jemanden Intelligentes bitte ankommen?

  Als Charles an der Jungentoilette vorbeikam, griff aus dem Schatten pl?tzlich eine Hand nach ihm und bedeckte seinen Mund.

  Was zur …?

  Zur selben Zeit umfasste jemand seinen Bauch und zog Charles am Waschbecken vorbei in eine der offenen Klokabinen. Dort wurde er endlich losgelassen und drehte sich blitzschnell um, damit er sehen konnte, wer ihn so unsanft entführt hatte. Zu seiner überraschung sah er ein M?dchen mit kurz geschnittenen, kastanienbraunen Haaren und gelben Augen. Sie trug einen wei?en Rock und ein gleichfarbiges ?rmelloses Oberteil. An ihrem rechten Handgelenk befand sich eine Uhr. Es dauerte nicht lange, bis Charles erkannte, wer da vor ihm stand. Schlie?lich hatte er das M?dchen schon auf einem von Mayas Folterfotos gesehen. Nachdem das M?dchen die Tür der Kabine verschlossen hatte, wandte sie sich an Charles: ?Tut mir leid, dass ich dich ohne Vorwarnung hier reingeschleift habe. Allerdings wollte ich sichergehen, dass uns keiner sieht.“

  ?Lass mich raten, du bist also …?“

  Das M?dchen holte etwas aus ihrer Rocktasche, stemmte eine Hand in die Hüfte und warf zum Spa? drei Würfel in die Luft. Als sie diese wieder aufgefangen hatte, zog sich ihr Mundwinkel nach oben und das M?dchen drehte den Kopf zu Charles.

  ?Mein Name ist Rochelle Lefort und ich hei?e dich herzlich willkommen in meinem Spiel.“

  Kaum hatte sie ihren Satz beendet, drückte Rochelle einen Knopf an der Armbanduhr.

  Valentin hat nicht übertrieben. Rochelle ist wirklich eine Augenweide. Aber wovon redet sie da?

  ?Was genau meinst du mit Spiel?“, fragte Charles.

  Sogleich überreichte Rochelle ihm einen der Würfel.

  ?Wir haben leider nicht viel Zeit. Also los, wirf ihn!“

  Ohne weitere Fragen zu stellen, lie? Charles den Würfel auf den Boden fallen, in der Hoffnung, den Sinn dafür bald zu erfahren. Der Würfel prallte ein paar Mal vom Boden ab, drehte sich und blieb schlussendlich auf der Augenzahl sechs liegen.

  ?Momentan hat Maya die Kontrolle über alle fünf Mitglieder der Freundesgruppe. Man k?nnte sagen, dass sie derzeit die Kraft von sechs Personen besitzt. Fast so, als würde sie sechsmal würfeln k?nnen, w?hrend du nur einmal an die Reihe kommst.“

  Daraufhin hielt sie einen ihrer zwei Würfel zwischen Zeigefinger und Daumen, sodass Charles ihn sehen konnte.

  ?Egal wie ich es anstelle, mit einem einzigen Wurf kann ich niemals die kombinierte Augenzahl von sechs Würfen schlagen. Aber was w?re, wenn ich ihr einen Würfel klauen k?nnte?“

  Rochelle lie? den Würfel los und pr?zise fiel dieser auf den bereits am Boden liegenden Kubus. Durch den Aufprall wurde dieser umgesto?en, wodurch er nun eine Augenzahl von fünf zeigte.

  ?Auf diese Weise kann man ihre Macht etwas schw?chen und rein theoretisch gewinnen. Vorausgesetzt, du würfelst eine Sechs und sie fünfmal eine Eins.“

  Mit dem Zeigefinger deutete sie auf den Kabinenboden und Charles Augen folgten ihr.

  ?F?llt dir was auf? Das hier entspricht deiner derzeitigen Situation, Charles. Du stehst ganz alleine gegen fünf. Wie hoch denkst du, ist deine Aussicht auf Erfolg bei diesem Szenario?“

  Für eine Weile schaute sich Charles die Würfel an und blickte dann wieder zu Rochelle.

  ?Ich nehme mal an, dass die nicht gerade hoch ist, oder?“

  Sichtlich amüsiert über diese Antwort und sein verwirrtes Gesicht sagte Rochelle: ?Ach, Charles! Die Wahrscheinlichkeit liegt bei 1 zu 46656. Das ist fast unm?glich!“

  ?H?? Warum ist die nur so gering?“, fragte Charles und kratzte sich am Kopf.

  ?Mit fünf Würfeln, welche die Augenzahl von eins bis sechs haben, gibt es sechs hoch fünf verschiedene M?glichkeiten. Wei?t du, warum?“

  Charles schüttelte den Kopf.

  ?Ein Würfel hat sechs Seiten und kann rein theoretisch auf jeder von diesen landen. Mit fünf Würfeln w?chst die Anzahl der Kombinationen potenziell. Wirft Maya mit Würfel A zum Beispiel eine Eins und mit Würfel B eine Fünf, hat sie schon ein Unentschieden erreicht. Dasselbe gilt auch, wenn A eine Zwei zeigt und B eine Vier. Dazu kommen noch alle Würfe, bei denen sie garantiert gewinnen würde. Du musst jede dieser M?glichkeiten beachten!“

  Langsam verstand Charles, was sie versuchte, ihm zu erkl?ren, und h?rte gespannt zu.

  ?Insgesamt hat man also 7776 M?glichkeiten und tats?chlich ist, wie bereits erw?hnt, nur eine davon schlagbar. Mit einem Würfel hast du ganz klar nur die Sechs, welche dir den Sieg holen würde. Wir rechnen also 1/6 mal 1/7776, um die Wahrscheinlichkeit für diese eine Kombination zu erhalten. So komme ich auf die 1 zu 46656.“

  Anschlie?end lie? Rochelle ihren letzten Würfel fallen. Ein weiteres Mal kippte der andere Würfel und landete auf der Augenzahl vier.

  ?Nehmen wir einfach mal an, du kriegst es hin, ihr noch einen Würfel zu stehlen, dann k?nntest du zweimal und sie viermal würfeln. Wie sehr würden deine Chancen dann steigen?“

  Nach kurzem überlegen sagte Charles: ?Sechs hoch zwei mal sechs hoch vier.“

  ?Jackpot! Und wenn man das durch die F?lle teilt, in welchen du Erfolg h?ttest, was 1674 w?ren, dann erh?lt man gerundet eine Wahrscheinlichkeit von 1 zu 28. Verstehst du, was für ein gewaltiger Unterschied das ist?“

  Tats?chlich hatte Charles mittlerweile begriffen, worauf Rochelle hinauswollte. Naiverweise hatte er versucht, alles alleine zu regeln, und versagte, weil Maya in der überzahl war. Jedoch steigerten sich seine Erfolgschancen enorm, wenn er auch nur eins der anderen Kinder überzeugte, sich ihm anzuschlie?en. Rochelle legte ihre H?nde an die Wangen von Charles und zog sein Gesicht nah an ihres. Ihre wundersch?nen Augen funkelten voller Eifer.

  ?Los, Charles! Zeig mir, dass du es wert bist, alles zu riskieren!“

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