Szeneanfang:
Der neue Chief der Security Guard, ein gut aussehender junger Mann, betritt Ritschs Büro ...
... und marschiert auf Ritsch zu, der an seinem Schreibtisch sitzt, unverwandt auf ein Schriftstück starrt und keine Notiz von seinem Besucher nimmt.
Vor dem Schreibtisch befinden sich keine Stühle.
Wie der Chief vor Ritschs Pult zu stehen kommt, sagt er: "Guten Tag, Herr Ritsch. Sie wollten mich sprechen."
Ritsch, von seinem Dokument auf schauend: "Ah, da sind Sie ja."
Ritsch, streng: "Ich m?chte von Ihnen wissen, warum die Security Guard so lahmarschig gegen dieses Obdachlosenpack vorgegangen ist und ich solche Umwege beschreiten musste, um dieses Gesindel endlich ins Gef?ngnis zu bringen? ..."
Chief: "Nun ja ..."
Ritsch, wie oben: "... Und warum sind diese nutzlosen Existenzen jetzt im Gef?ngnis, wo wir sie durchfüttern und bewachen müssen? Alles sinnlose Kosten. Und wozu haben Sie Maschinenpistolen? Ein paar Salven, den Müll in den S?uregraben und das Problem w?re aus der Welt geschafft."
Chief, voller Unbehagen: "Sie meinen so, wie Hans Hart die Probleme gel?st hat?"
Ritsch: "Ich kenne diesen Kerl nicht."
Chief, wie oben: "Er hat die Probleme so gel?st, wie Sie das vorschlagen und wurde dafür von den Genmonstern aus Genville gek?pft. Sie haben gedroht, jeden umzubringen, der eine Gewaltherrschaft errichtet."
Ritsch, mit aufflackerndem Zorn: "Soso, diese Irrenh?usler aus der Wüste wagen es, uns Vorschriften zu machen?! ..."
Ritsch, voller Wut und Verachtung: "... Und Sie Hosenscheisser lassen sich davon auch noch beeindrucken!"
Chief, sarkastisch: "Auch wenn Sie das befremden mag, aber wer wird schon gern gek?pft?"
Ritsch, wütend: "Das sind doch bloss eine Handvoll Spinner. Und Sie haben eine Armee von Guards!"
Chief, ernst: "Auf die Gefahr hin, Sie noch wütender zu machen. Diese Armee konnte Hart auch nicht beschützen. Diese Leute k?nnen jede Person oder sogar ganz Natural City mit einem Fingerschnippen ausl?schen."
Ritsch, irritiert: "Wie das?"
Chief: "Als Krieger sind sie unglaublich schnell, pr?zis und heimtückisch. Als Gentechniker steht ihnen das ganze Arsenal von biologischen Massenvernichtungswaffen zur Verfügung. Wir haben unsere Gentechniker alle umgebracht und k?nnen ihnen nichts entgegensetzen."
Ritsch, mit gezwungenem L?cheln: "Und sind sie auch immun gegen Feuer?"
Chief, irritiert: "?hm ... ich glaube nicht."
Ritsch, mit satanischem L?cheln: "Feuer war doch schon immer ein probates Mittel, um das B?se zu bek?mpfen."
Chief, der etwas zu ahnen beginnt: "Sie meinen ..."
Ritsch, ernst: "... Brandbomben."
Chief, zweifelnd: "Aber wir haben nur ein paar Hubschrauber. Ein Bombenangriff müsste schnell und aus grosser H?he erfolgen, damit sie keine Chance auf Gegenwehr haben. Leider fehlen uns die entsprechenden Flugzeuge."
Ritsch, als spr?che er zu einem tumben Kind: "Flugzeuge kann man doch bauen oder?"
Chief, zweifelnd: "Solche Flugzeuge kosten ein Verm?gen."
Ritsch, selbstgef?llig: "Ich habe ein Verm?gen. Und überdies müssen diese Flugzeuge ja nur hoch fliegen und eine schwere Last abwerfen k?nnen. Ich werde also ein Flugzeugunternehmen gründen. Und Sie sorgen für die Brandbomben ..."
Ritsch, dreckig lachend: "... Wenn wir dieses Irrenhaus abfackeln, soll der Schein des Feuers in Natural City zu sehen sein."
Wie der Chief das Büro verl?sst, ist seinem Gesicht deutlich anzusehen, wie unheimlich ihm der im Hintergrund immer noch lachende Ritsch ist.
Szeneanfang:
Am Morgen sitzt Meneor immer noch auf dem Felsen und bewacht den modifizierten Tentakel des Pilzwesens.
Lena, Iris, die vier Schwestern, Aladan, Estragon, Antara, Chromos 5, Ili und Lapsus trudeln ein.
Wagon: "Wie sieht es aus, Meneor? K?nnen wir die Aladan-Piri-Zelle auf das Pilzwesen übertragen?"
Meneor: "Ja, aber nicht jetzt. Das Pilzwesen muss sich konzentrieren. Es lockt die Schleier in das Falle und hilft uns im Kampf."
Lebensinsel, aus der Ferne, in die K?pfe der Anwesenden: ""Ich habe die Lichtwesen geholt. Sie warten auf dem Schlachtfeld auf euch.""
Lena staunt: "Wer hat da geredet?"
Ili: "Das ist Lebensinsel. Es ist draussen im Wüste. Es hat kein Mund zum Sprechen. Es l?sst die H?rdenks direkt in deinem Kopf entstehen."
Lena kichert überfordert: "Das ist ja praktisch."
Wagon, kritisch: "Was wenn diese Samariter des Universums nicht verstehen, warum ein Dutzend von uns sich erdreisten, ein Million Schleier zu t?ten?"
Chromos 5: "Das Natur basiert auf Fressen und Gefressenwerden. Es ist ein Prozess, das in jedem Sekunde Schmerzen in qualvoll sterbenden Opfern produziert. Die Schleier sind zwar Kampforganismen, funktionieren aber nach demselben Prinzip. Indem wir sie t?ten, beenden wir ein Morden, das sonst weiter geht, bis nichts mehr lebt auf diesem Planeten. Im Gegensatz dazu haben wir mit Genville ein Lebensgrundlage geschaffen, das Freude erzeugt, ohne Opfer zu verlangen."
Iris, grinsend: "Was Chromos damit sagen will, ist, dass die Lichtwesen gef?lligst akzeptieren sollen, dass wir Massenm?rder sind, und dass sie Genville geil finden sollen."
Gel?chter.
Hisch: "Und wenn sie das nicht wollen und uns pl?tzlich in das Rücken fallen? Die Lichtwesen sehen mit ihren Tentakeln den Schleiern viel ?hnlicher als uns. Vielleicht fühlen sie sich deshalb den Schleiern mehr verbunden."
Nachdenkliches Schweigen.
Chromos 5: "Wir haben ihr Genom analysiert. Sie k?nnen nichts bewegen ausser sich selbst. Wie wollen sie uns da in das Rücken fallen?"
Antara, sinnierend: "Seltsam, ein Wesen, das nichts bewegen kann."
Piri: "Wenn ich nichts bewegen k?nnte, würde ich jemanden bitten, es für mich zu tun."
Lara, mit grossen Augen: "Du meinst, sie k?nnten Kampforganismen suchen und diese veranlassen, uns anzugreifen?"
Nachdenkliches Schweigen.
Meneor: "Ich habe ihnen gezeigt, was die Schleier des Nacht sind. Kann sein, dass sie es nicht verstanden haben und uns Kampforganismen schicken. Aber das ist gut. Dann müssen wir sie nicht lange suchen, um sie auch zu vernichten."
Aladan, sp?ttisch: "Unser Nimmersatt freut sich schon auf das n?chste Schlachtfest."
Gel?chter.
Iris, sarkastisch: "Ich finde es ja ?usserst lobenswert, wie ihr unter dem Thema 'Vorsicht' alle Eventualit?ten auslotet. Aber wenn ich jetzt mal das 'übersicht' bemühe, schwebt da gerade ein Milli?nchen Tod bringender Monster auf uns zu, was mich zu dem 'Voraussicht' bringt, dass wir in Kürze tot sind, wenn wir jetzt nicht anfangen zu handeln."
Lachend heben sie Iris und Lena auf die Schultern ...
Estragon, lachend: "Gut gesprochen!"
... und rennen mit ihnen durch Genville, ...
... bis sie in der Wüste bei dem riesigen "U" anlangen, neben dem die strahlende Wolke von blitzenden Lichtwesen in ihrer gewaltigen Gr?sse schwebt.
Lena, hin und weg von dem Anblick: "Was ist das?"
Iris: "Das sind die Lichtwesen. Es sind die ersten Aliens, denen wir im All begegnet sind. Sie zogen seit Jahrtausenden durchs finstere Universum. Wir haben sie eingeladen, das Erde zu besuchen, damit sie etwas Abwechslung haben."
W?hrend Iris und Lena abgesetzt werden, schaut Lena Iris an mit einem Blick, der sowohl Zweifel als auch den Versuch, das Geh?rte zu verdauen, ausdrückt.
Iris: "Ja, ich weiss, das klingt nach totalem Verarsche. Aber hey, woher kommt dann dieses gefühlte Milliarde von Viechern? Lass das Metallreif um dein Gehirn zerspringen, damit du baden kannst in einem Universum der unendlichen M?glichkeiten ...
Iris, kichernd: "Das Versuch, in Genville engstirnig zu bleiben, macht nur Kopfweh."
Lena nickt still vor sich hin ...
... schaut zu Iris auf und sagt aus vollem Herzen: "Danke."
Lena, beklommen: "Es ist nicht nur all das Neue ... Meneor hat gesagt, wenn wir diesen Kampf verl?ren, würden wir sterben."
Iris, ernst: "Ja, ich gehe das Weg des Kriegers. An seinem Rand lauert das Tod, ..."
Iris, kichernd: "... aber das macht das Sache ja auch spannend."
Lena, schr?g l?chelnd: "Ja, mein Herz klopft schon bis zum Hals, obwohl ich noch keinen einzigen Schleier gesehen habe."
Aus dem Off h?rt Lena eine Stimme: "Wie heisst du?"
Wie Lena sich umgedreht hat, wirft der Anblick der drei riesigen Grossdois sie auf den Rücken und sie schreit voller Schreck: "Aaahhh!!!"
Sokrates: "Warum legst du dich auf das Sand Aaahh!!!?"
Aus Lenas Perspektive springt der kleine DOI auf ihre Brust und sie schreit wieder: "Aaaahhh!!!"
DOI: "Gibst du mir L?cheln Aaahhh!!!?"
Sokrates: "Kann Aaahhh!!! nicht sprechen?"
DOI versucht Lenas Mundwinkel zu einem L?cheln zu verziehen und sagt: "Dein L?cheln ist nicht gut."
Mit klopfendem Herzen sich zusammen reissend, packt Lena DOIs Handgelenke und zieht sie weg von ihrem Gesicht mit den Worten: "Nimm sofort deine Griffel aus meinem Gesicht, du Blechbüchse! So kriegst du nie ein L?cheln, sondern ein paar auf den Hintern."
Kafka: "Aaahhh!!! kann sprechen."
Lena protestiert: "Ich heisse nicht Aaahhh!!!, sondern Lena!"
DOI, ihr den Hintern vors Gesicht haltend: "Tu 'Len' zu Aaahhh!!!, das gibt Lena. Tu mein Hintern zu Lena, dann hat Lena Freude und gibt L?cheln."
Beckett: "Wir sollten das L?cheln pumpen."
DOI hüpft von Lena.
Wie Lena ihren Oberk?rper aufrichtet, sieht sie fassungslos DOI und die Grossdois im Sand knien und vor ihr Verbeugungen machen, bei denen ihre Stirnen den Sand berühren.
Aus dem Off h?rt Lena verblüfft Klatschen und begeisterte Rufe.
Stimme aus dem Off: "Du hast eben neue Freunde gewonnen, Lena!"
Die Situation ist so absurd, dass sich auf Lenas Gesicht ein Lachen ausbreitet.
Die DOIs halten inne und betrachten die fr?hliche Gesellschaft.
Kafka: "So viel L?cheln!"
Beckett: "Das ist ein gutes Tag."
Lena ist aufgestanden und sagt Kopf schüttelnd, l?chelnd zu den anderen: "Dafür, dass wir heute alle sterben k?nnten, sind wir aber ziemlich fr?hlich."
Sokrates: "Willst du vor dem Tod lieber weinen oder lachen?"
Lena schaut Sokrates mit grossen Augen an ...
... und bricht in Tr?nen aus, weil alles etwas viel war: "Ich glaube beides."
Kafka: "Das L?cheln der Gefühlswesen ist ein zerbrechliches Gebilde."
Beckett: "Lass uns die Schleider des Nacht vernichten. Dann funktioniert es wieder."
Majest?tisch wandern die Grossdois zur offenen Seite des "Us".
DOI, ungeduldig auf und ab hüpfend: "Ich will auch vernichten! Ich will auch vernichten!"
Lena zieht zwei Messer aus ihrem Gürtel ...
... und sagt zu DOI, sie in einer Art Scherenbewegung gegen einander bewegend: "Die Schleier sind doch so eine Art schwebende Teppiche. Wenn du auf sie rauf springst, kannst du sie zerschneiden. Ritsch, ratsch!"
DOI springt mit den Messern hoch in die Luft, die Scherenbewegung nachahmend: "Ritsch, ratsch! Und alles ist Knatsch!"
Antara, mit feinem melancholischem L?cheln: "Dieses Lena ist ein besonderes Natürliches. Sein Gabe, mit Unerwartetem umzugehen, ist ganz ausserordentlich."
Lena h?rt es und das Lob tut ihr sichtlich gut.
Meneor, mit geschlossenen Augen: "Das Pilzwesen sagt, dass die Schleier kommen."
Estragon reicht Kügelchen herum, die so klein sind, dass sie in der Nase Platz haben: "Dann ist es an dem Zeit, diese Mikrofilter in das Nase zu stecken, sonst k?nnen wir bald nicht mehr k?mpfen, wenn sich Flus Parfüm ausbreitet."
Lena sieht verunsichert einen seltsamen Hund auf die Gruppe zu rennen und sagt, auf ihn zeigend: "Da kommt ein ... Hund? Ist er gef?hrlich?"
Wagon, grinsend: "O ja, ich würde kein Streit mit Flu anfangen. Das w?re ..."
Iris, grinsend: "... zum Kotzen."
Gel?chter.
Wie Flu nahe genug ist, versucht Lena zu scherzen, indem sie ihm zuruft: "Du bist bestimmt ein sprechender Hund, haha."
Flu bleibt vor Lena stehen und sagt grinsend: "Ich bin Flu und werrr bist du?"
Sich eine Hand vor den Mund schlagend, wird Lena rot vor Scham.
Lena, puterrot: "Ich bin Lena. Verzeih mir Flu, ich wusste nicht ... Ich wollte nicht ... Ich wollte mich nicht lustig machen über dich ..."
Flu, grinsend: "Warrrum nicht? Vielleicht sind wirrr bald tot. Dann ist vorrrherrr lustig doch ganz gut."
Lena h?rt es mit grossen Augen, ...
... kniet sich hin, ...
... streichelt Flu, ...
... bemerkt, wie er es geniesst, ...
... und umarmt ihn spontan mit dem Worten: "Nein, wir werden nicht sterben, Flu. Dafür ist es zu früh."
DOI, im Blickfeld von Lena, die Flu umarmt: "Du musst leben. Sonst gibt es kein L?cheln mehr. Ritsch, ratsch!"
Lena, l?chelnd: "Ja, das ist ein guter Grund."
Fasziniert betrachten die Schwestern das Trio.
Hisch: "Unser ...
Wagon: "... neues Freund ..."
Lara: "... ist einfach ..."
Piri: "... unglaublich!"
Aladan, auf den Horizont zeigend, grinsend: "Die Schleider des Nacht in ihrem ganzen Pracht."
Lena beobachtet, wie vor den Schleiern einzelne Tentakel aus dem Boden schiessen, sich abspalten und liegen bleiben, ...
... worauf sich die gierigen Schleier mit ihrer gewohnten Langsamkeit über sie her machen.
Lena, fast ehrfürchtig: "Dieses grosse Pilzwesen opfert seine Tentakel, um die Schleier anzulocken?!"
Majest?tisch bewegen sich die Schleier in das "U".
Wie der letzte Schleier im "U" ist, beginnen die Grossdois im Hintergrund die Falle zu schliessen, indem sie die Kugeln der seitlich liegenden Haufen in einer Linie anordnen.
Meneor, zu Lena: "Die Grossdois schliessen jetzt das Falle. Sobald ein S?uretentakel eines Schleiers ein Kugel berührt, explodiert es und gibt Flus Kampfgas ab. Das t?tet die Schleier. Unser Aufgabe besteht darin, jedes Schleier zu jagen, das entkommen will. Wenn ein einziges Schleier überlebt, kann es sich auf ein Million vermehren und das Kampf beginnt von vorn. Und mit jedem Kampf haben sie wieder ein Chance, es zu gewinnen."
Lena nickt gelehrig: "Danke, Meneor. Jetzt habe ich begriffen, worauf es ankommt."
Noch bevor ein Schleier eine Kugel berührt, schwebt ein einzelnes Lichtwesen auf die Schleier zu.
Die Genvilles schauen verblüfft zu, wie sich das Lichtwesen einem Schleier n?hert.
Iris flucht: "Verdammte Scheisse, will dieses bl?de Vieh sterben?!"
Die Tentakel des Lichtwesens verbinden sich mit dem Schleier.
Antara: "Es will mit ihm sprechen. Es will ein Frieden aushandeln."
Meneor: "Das geht nicht. Sie haben zu wenig Hirn für Frieden."
Die Tentakel des Schleiers bewegen sich nach oben ...
... und verbinden sich mit den Tentakeln des Lichtwesens, ...
... worauf das Lichtwesen zusammen zuckt ...
... und gel?hmt zu Boden sinkt.
Ili, über die Kugellinie springend, ruft: "Ich werde es retten!"
Sich unsichtbar machend, rennt Ili auf das Lichtwesen zu.
Lapsus, besorgt: "Wenn ein einziges Tentakel Ili berührt, wird es auch sterben."
Lena denkt beeindruckt: 'Ili riskiert ihr Leben, um dieses Alien zu retten!'
Flu, über die Kugellinie springend: "Ich rrrette Ili."
Flu rennt der unsichtbaren Ili nach ...
... und holt sie ein, wie sie sich gerade zu dem Lichtwesen hinkniet.
Links und rechts von Ili, formieren sich Schleier zu einer Zangenbewegung.
Flu: "Nimm das Lichtwesen und sprrring auf mein Rrrücken!"
Mit einer wischenden Bewegung eines langen Messers fegt Ili die Schleiertentakel aus dem K?rper des Lichtwesens, ...
... packt seinen K?rper und ruft: "Nicht furzen, Flu! Vielleicht t?tet dein Gas auch das Lichtwesen."
Mit dem Lichtwesen im Arm springt Ili auf Flus Rücken.
Die Schleier haben sie fast eingekreist.
Flu: "Ich muss, sonst sind wirrr tot."
Reaktionsschnell zieht Ili ihr Kleid über das Lichtwesen, um es zu beschützen.
Flu macht "Flufluflu" ...
... und die sich ausbreitende Gaswolke l?sst eine betr?chtliche Anzahl Schleier tot zu Boden fallen, ...
... sodass Flu durch die entstehende Lücke, mit einem grossen Satz über die toten Schleier, entkommen kann.
In gewaltigen S?tzen hetzt Flu in Richtung Genville.
Lena, schwer beeindruckt: "Was für eine Heldentat! Aber ist das Lichtwesen nicht schon tot?"
Lapsus: "Es ist hoffentlich nur gel?hmt. Dann k?nnen die Nutzwesen es retten."
Piri, nach oben zeigend: "Ein Schwarm Lichtwesen folgt Flu."
Wagon: "Sie wollen wissen, was mit ihrem Freund geschieht."
Hisch: "Hoffentlich haben sie jetzt begriffen, dass die Schleier zu bl?d sind für ein Gespr?ch ..."
Lara: "... und auf welchem Seite sie stehen."
Lena, erst jetzt die Tragweite des Gesehenen begreifend, beklommen: "Ili w?re gestorben, wenn Flu sie nicht gerettet h?tte."
Antara, beruhigend: "Nein, Lena, ich h?tte die Schleier, die es eingekreist haben, in Schnelles Energie verwandelt ..."
Antara, mit ausgestreckten Armen und geschlossenen Augen: "... Schau."
Vor Lenas grossen verblüfften Augen l?sen sich an die hundert Schleier in Nichts auf.
Antara: "Ich habe einfach nicht das Kraft, alle aufzul?sen."
Hisch, ein Messer ziehend, angriffslustig: "Und ich h?tte sie ..."
Hisch wirft das Messer mit einem "Zisch, bumm" auf die Schleier, ...
... wo es beim ersten Kontakt explodiert und eine ordentliche Menge Schleier zerspritzen l?sst.
Hisch, aus dem Off: "... in Sosse verwandelt."
Meneor: "Das ist gut. Sie sind genug gereizt und greifen an."
Wie der erste Schleier mit seinen Tentakeln eine Kugel betastet, ...
... platzt diese mit einem "Plop" auf und verbreitet eine ordentliche Wolke von Flus Kampfgas, ...
... dem an die hundert Schleier zum Opfer fallen.
Gespannt beobachten die Genvilles, wie zahlreiche weitere Kugeln aufplatzen und vor ihnen eine durchgehende Wand aus Kampfgas erzeugen. Tausende Schleier flattern tot zu Boden.
Aber statt blindlings in die Gaswolke zu schweben, stoppt das Gros der Schleierarmee ...
... und bewegt sich, die Tentakel einziehend nach allen gasfreien Seiten auseinander.
Aladan, Schlimmes ahnend: "Das ist nicht gut."
Wie die ersten Hundertschaften mit eingezogenen Tentakeln über die Kugeln hinweg schweben, ruft Hisch gestresst: "Das Falle funktioniert nicht! Was machen wir jetzt?!"
Alle, ausser Meneor, schauen alarmiert.
Meneor, grinsend: "Jodeln."
Aladan, schicksalsergeben: "Wenn das Verderben unaufhaltsam naht, lasst uns Trost finden im sanften Klang eines Stimme, das uns hinüber tr?gt ins Nichts."
Alle schauen schicksalsergeben.
Lena ruft fassungslos: "Echt jetzt, das soll's gewesen sein?!"
Lena, sich ein Messer zustossbereit vor die Brust haltend, ruft verzweifelt: "Bevor ich mich von diesen Viechern fressen lasse, t?te ich mich lieber selbst."
Wagon steckt das Messer mit ausdruckslosem Gesicht zurück in Lenas Gürtel ...
... und sagt, Lenas H?nde zu Lenas Ohren bewegend, kichernd: "Wenn du nicht mit geplatzten Trommelfellen sterben willst, musst du dir jetzt die Ohren zu halten."
Konsterniert beobachtet Lena, wie die andern sich kichernd oder lachend die Ohren zu halten, w?hrend Meneor tief Luft holt.
Auch Lena presst sich die Ohren zu, w?hrend Meneor mit der Stimmgewalt eines Donnergottes einen Jodel hinaus schmettert: "JOLIJOLIJOLIDUUU!!!!!!!!!!"
Als h?tten die Kugeln nur auf diesen Zuruf gewartet, zerplatzen sie alle gleichzeitig, ...
... sodass die Schleierarmee, bis auf die paar hundert Flüchtigen, umzingelt ist von Gasschwaden, ...
... die, unerbittlich n?her kommend, Tausende und Abertausende nieder m?hen, ...
... bis sich die letzte Gaslücke geschlossen hat und eine Million Schleier darnieder liegen.
Lena betrachtet die erleichtert lachenden Genvilles ...
... und sagt mit schr?gem L?cheln: "Ihr habt mich verarscht. Eure Furcht war nur Theater."
Wagon fasst Lena bei den Schultern und sagt bes?nftigend: "Wir wussten nicht, ob es funktioniert. Wir standen auf dem Grenze zwischen Leben und Tod. Ein bisschen Theater tut da ganz gut. Aber es war ein Fehler, dich nicht einzuweihen. So war dein Angst schmerzhafter als n?tig."
Lena wiederholt mit grossen Augen: "Auf der Grenze zwischen Leben und Tod?"
Wagon umarmt Lena, sodass Lenas Kopf an Wagons Brust liegt. Lena erwidert die Umarmung mit geschlossenen Augen.
Iris, sp?ttisch: "Ich finde es ja toll, dass ihr euch so entspannt unterhalten k?nnt ..."
Iris, auf die paar hundert weisend: "... Aber da flattern noch ein paar Unentwegte flugs auf Genville zu. Wie Genville wohl ausschaut, wenn die dort ankommen?"
Seine Messer schwingend, rast DOI auf die Schleier los und ruft: "Ritsch, ratsch! Ritsch, ratsch!"
Piri, ihm nach rennend, lachend: "Dann lasst uns ritschratschen!"
Meneor, mit vorgelegten H?nden zu den etwa einen Kilometer entfernten Grossdois: "Sokrates, vernichtet die in dem Wüste! Es darf keines entkommen!"
Beobachtet von der faszinierten Lena, stapfen die Grossdois den Flüchtigen in die Wüste nach ...
... und zerstampfen mit ihren m?chtigen Füssen Schleier, ...
... bis keiner mehr übrig ist.
Lena entsinnt sich der Szene, wo jemand gerufen hat: "Du hast eben neue Freunde gefunden, Lena!" und denkt kichernd: 'Ich habe mir Freunde zwar immer anders vorgestellt. Aber wenn ich welche gefunden h?tte, würde ich mir wünschen, dass sie auch alles platt machen, was mich t?ten will? ...'
Die Detonationen explodierender Messer reisst Lena aus ihren Gedanken ...
... und sie sieht, leicht erschrocken, wie alle anderen weit vorne im Kampf mit den restlichen Schleiern sind.
DOI hüpft auf einen Schleier, der wegen des Gewichts zu sinken beginnt, und zerschneidet mit einer schnellen Scherenbewegung den Schleier, ...
... sodass dieser tot zu Boden sinkt, w?hrend DOI schon auf den n?chsten Schleier gehüpft ist.
Antara steht etwas abseits und beobachtet konzentriert den Kampf, um sofort eingreifen zu k?nnen, falls jemand in Gefahr ist.
Auch Iris wirft mit "Zisch, bumm!" Messer und denkt: 'Nicht gerade heldenhaft, diese wehrlosen Viecher in das Luft zu sprengen. Aber heldenhaft bedeutet auch lebensgef?hrlich. Und Meneor hat gesagt 'Bei einem Kampf darf keines sterben.' Also ist das 'Weg des Kriegers' nicht mit leichtsinnigem Heldentum gepflastert ...'
Lena will zu den anderen auf schliessen, wie ihr ein einzelner Schleier entgegen kommt.
Mit klopfendem Herzen bleibt Lena stehen, ...
... zieht verstohlen ein Messer, als ob der Schleier darauf reagieren würde, ...
... sagt "Zisch, bumm!" ...
... und l?sst das Messer auf seinem Raketenstrahl in Richtung des Schleiers reiten.
Zu Lenas Schreck verfehlt das Messer den Schleier um wenige Zentimeter ...
... und rast wirkungslos in die Wüste hinaus.
Zitternd greift Lena nach dem n?chsten Messer, ...
... wirft mit "Zisch, bumm!" ...
... und verfehlt den Schleier, der schon bedrohlich nahe kommt.
Zitternd, fast gel?hmt vor Angst, zieht Lena das n?chste Messer und geht langsam ein paar Schritte rückw?rts.
Lena wirft das n?chste Messer ...
... und wie sie sieht, dass es treffen wird, ...
... dreht sie sich mit zugehaltenen Ohren und geschlossenen Augen um ...
... und rennt so schnell, wie sie kann, ein paar Schritte davon, w?hrend es hinter ihr Ohren bet?ubend kracht.
Wie Lena vorsichtig zurück schaut, liegt der Schleier in Fetzen auf dem Wüstenboden.
Verblüfft h?rt Lena eine Stimme aus dem Off: "Gut gemacht, Lena."
Wie sie sich, immer noch zitternd, der Stimme zuwendet, steht da der grinsende Flu.
Lena, aufgewühlt: "Flu, du warst die ganze Zeit da? Warum hast du nicht ... ?h ... gefurzt? Ich bin fast gestorben vor Angst."
Flu, grinsend: "Wie willst du k?mpfen lerrrnen, wenn du nie k?mpfst? Ich habe aufgepasst, dass du nicht stirrrbst."
Lena, sich beruhigend: "Ja, das habe ich gesehen. Ihr passt auf einander auf. Danke, dass du Ili gerettet hast. Ihr Tod h?tte mich schwer getroffen."
Flu: "Bei einem Kampf darrrf keines Sterrrben. Trrrotzdem musst du gut k?mpfen. Sonst sterrrben alle."
Lena, nickend: "Ja, ich will es versuchen. Auch wenn ich nie so gut sein werde wie ihr."
Flu: "Jedes ist so gut, wie es ist."
Lena, lachend: "Ja, dagegen gibt es nichts zu sagen."
Flu, ihr den Rücken hin haltend: "Steig auf, dann sehen wirrr nach, ob noch ein Schleierrr entkommen ist."
Mit m?chtigen S?tzen h?lt Flu auf Genville zu.
Ein erl?stes L?cheln breitet sich auf Lenas Gesicht aus.
Szenenanfang:
Am Abend, es ist schon dunkel, sitzen alle, die gek?mpft haben, bei den Nutzwesen. Lena hat den Arm um Flu gelegt und krault ihn, was dieser geniesst. In Lenas Gürtel fehlen immer noch die zwei Messer, die sie DOI gegeben hat. Das verletzte Lichtwesen liegt auf Trage und wird von Hilfsorgane versorgt. Mehrere Lichtwesen schweben über den K?pfen. Alle Anwesenden sind über einen Tentakel mit einem der Lichtwesen verbunden, die sowohl unter einander verbunden sind als auch mit der riesigen Wolke der übrigen Lichtwesen, die über Genville schwebt und alles in unwirkliches Sternenlicht taucht. Es herrscht Schweigen.
Lena, schw?rmerisch: "Ihr habt alle so sch?ne Gedanken. Mir ist, als w?re ich im Himmel, umgeben von Engeln ..."
Lena, Stirn runzelnd: "... und trotzdem seid ihr erfüllt von ... Traurigkeit ... Dabei k?nntet ihr doch jubeln über die Vernichtung der Schleier ..."
Lara, bedrückt: "Das ist es ja. Wir haben eben ein Million Leben ausgel?scht. Die Schleier des Nacht konnten ja nichts dafür, dass sie so abscheulich waren. Sie haben nur gemacht, wofür Gentechs wie wir sie gebaut haben. Wir Gentechs schaffen willkürlich Leben und zerst?ren es, als w?ren wir Gottheiten. Es gibt kein Gewissheit, dass es richtig war, sie zu t?ten, damit wir überleben. Es ist bloss ein Qu?ntchen Gefühlsenergie, das uns sagt, was wir tun sollen. Es ist, als w?ren wir von uns selbst fremd gesteuert. Wir k?nnen nichts dagegen tun. Wir sind traurig, weil uns in einem solchen Moment ungeheuerlich klar wird, wie entsetzlich wir sind ... Und auch das ist nur ein Qu?ntchen Gefühlsenergie, gegen das wir uns nicht wehren k?nnen."
Lena, bedrückt: "Jetzt, wo ich deine Gedanken spüren kann, ist alles, was du sagst, so klar. Das ist wunderbar und voll traurig. Aber vielleicht kann es uns aufmuntern, dass es dem verletzten Lichtwesen besser geht. Auch wenn es nur etwas Kleines ist."
Wagon, sinnierend: "Ich weiss nicht, ob ein Wesen, das Jahrtausende gelebt hat, etwas 'Kleines' ist."
Lena, mit grossen Augen, pl?tzlich begreifend: "Ist es wahr, dass ihr alle unsterblich seid?"
Iris, sarkastisch: "Unsterblichkeit ist jetzt schwer angesagt. Schau nach oben. Dort schwebt ein Milliarde Unsterblicher. Ich bin allerdings noch nicht so weit. Ich werde ganz traditionell zu Staub zerfallen, wenn ich mich nicht vorher dazu entschliesse, ein Monster zu werden."
Lena, die Tragweite des Gedankens zu erfassen versuchend: "Wir Natürlichen k?nnten also auch unsterblich werden?"
Iris, sarkastisch: "Ja, wenn es dir verlockend erscheint, unsere natürlichen Scheissgefühle bis in alles Ewigkeit ertragen zu müssen."
Lena, mit entrücktem Blick: "Was haben wir zu verlieren? Mein Vater hat seine Scheissgefühle auch nicht mehr ertragen und sich aufgeh?ngt."
Die schreckliche Erinnerung breitet sich in dem gigantischen Kollektivbewusstsein aus ...
... und erzeugt eine m?chtige Woge des Mitgefühls.
Iris, staunend und zerknirscht zugleich: "Wow wow, dein Schmerz wird milliardenfach geteilt! Es tut mir Leid, dass mein loses Mundwerk dich daran erinnert hat."
überw?ltigt von der Trauer über den Tod ihres Vaters, weint Lena still vor sich hin.
Lena schaut mit Tr?nen feuchten Augen auf und sagt: "Seltsam ... Ich weine vor Schmerz und fühle mich gleichzeitig geborgen in eurem Mitgefühl ... So viel Mitgefühl für ein Nichts wie mich ..."
Das Lichtwesen auf Trage ist genesen und beginnt zu schweben, wodurch es aller Augen auf sich zieht.
Aladan ruft freudig-sp?ttisch: "Lena, sieh, da gesellt sich noch ein Nichts mit dem vollen Wucht des Lebens zu uns!"
Fr?hlich-erleichtertes Lachen.
Iris: "Wir sollten den Lichtwesen unmissverst?ndlich klar machen, dass sie sich auf dem Erde mit niemandem verkabeln sollen, ohne uns vorher zu fragen."
Wagon: "Und wenn ihnen das nicht gef?llt? Sie sind frei. Sie k?nnen tun und lassen, was sie wollen."
Iris: "Stellt euch vor, sie gehen nach Natural City und wollen dort mit den Leuten Tentakelspiele machen, weil die so nett aussehen wie wir. Die aber geraten natürlich-gem?ss in Panik und ballern mit allem, was sie haben, los. Hunderttausend tote Lichtwesen. Vielleicht ein Million. Nur weil sie sich zu fein waren, uns zu fragen?"
Wagon, l?chelnd: "Wenn ich das Reaktion der Lichtwesen auf deine Worte richtig verstehe, hast du sie überzeugt. Sie sind sich nicht zu fein."
Iris: "Dann hat jetzt jedes von uns ein ganz besonderes Verantwortung für unsere G?ste."
Allgemeines Nicken.
Lena denkt staunend: 'Iris ist doch auch bloss eine Natürliche. Weshalb h?ren diese wunderbaren Wesen auf sie?'
Wagon grinsend: "Wir h?ren nicht auf Iris, sondern auf das gute Idee, egal vom wem es kommt."
Lena, peinlich berührt: "?h ... wieso ..."
Wagon, lachend: "Solange du 'verkabelt' bist, k?nnen wir deine Gedanken laut und deutlich wahrnehmen, Lena."
Allgemeines Gel?chter.
Lena schl?gt sich voller Scham die H?nde vors Gesicht und denkt: 'Wie peinlich!'
Mit grossen Augen spürt Lena, wie sie in einer Woge von Wohlwollen schwimmt und denkt staunend: 'Sie lachen zwar, aber es ist kein Auslachen ... Es ist eher, ... als würden sie mir gutmütig den Arm um die Schultern legen ...'
Lena, mit Blick auf den über ihr schwebenden wundersch?nen Kristall, den die Lichtwesen für ihr Kollektivbewusstsein bilden, denkt, wie oben: '... Ja, ich weiss, ihr k?nnt mich alle h?ren. Mir haben noch nie so viele und so wohl wollende Wesen zugeh?rt ... Ich m?chte sein wie ihr. Ich m?chte alles H?ssliche abstreifen ... auch die Finsternis und die Traurigkeit ... Ich m?chte mein Leben abstreifen und neu geboren werden ...'
Iris, beeindruckt: "Starkes Statement!"
Aladan: "Apropos neu geboren: Wie w?rs, wenn wir jetzt das Pilzwesen umwandeln?"
Aller Augen richten sich auf das in der N?he liegende Tentakelstück, mit dem Aladans Zelle getestet wurde.
Antara: "Meneor und ich konnten nichts Negatives feststellen. Wir k?nnen es wagen."
Aladan geht zu Bioskop, ...
... nimmt das bereit liegende Kügelchen mit der Zelle, ...
... tr?gt es feierlich zu einer freien Stelle, ...
... wo er sich mit geschlossenen Augen konzentriert.
Ein Tentakel des Pilzwesens bricht aus dem Boden ...
... und bildet die Form einer ge?ffneten Hand.
Aladan legt das Kügelchen auf die "Hand" des Pilzwesens, ...
... wo es sich ?ffnet und die Zelle freigibt, ...
... die sofort damit beginnt, die Zellen des Pilzwesens umzuwandeln.
Es ist mucksm?uschenstill, weil alle mit gr?sster Spannung den Prozess verfolgen.
Aladan, theatralisch: "Es ist getan."
Hisch, mit schr?gem L?cheln: "Na, dann h?tten wir heute gleich zwei Fehler von uns Gentechs korrigiert."
Szeneanfang:
Sp?ter am Abend schlendert Lena in Gedanken versunken durch Genville.
Pl?tzlich stürzt sich DOI, der immer noch Lenas Messer in H?nden h?lt, aus einem Gebüsch auf die erschrockene Lena ...
... und wirft sie mit seinem Gewicht auf den Rücken.
Lena, verwirrt: "Willst du mich t?ten?"
DOI, die Messer in Lenas Gürtel zurück steckend: "Ritsch Ratsch, Quatsch Quatsch."
Lena, erleichtert: "Du spielst gern mit W?rtern, hm?"
DOI: "Wenn W?rter auf dem Nase tanzen, ist das L?cheln nicht weit."
Lena stellt sich auf der Nase tanzende W?rter vor und muss lachen.
Lena, l?chelnd: "Warum wollt ihr DOIs immer L?cheln?"
DOI geht von Lena runter, ...
... sodass sie sich gegenüber sitzen, und sagt: "Myrta hat uns so programmiert, dass wir ein Grund haben, uns zu bewegen."
Lena, sinnierend: "Ja, ich bewege mich auch für ein L?cheln ..."
Lena, eine Hand auf die Brust legend: "... Es erzeugt so ein angenehmes Gefühl."
DOI: "Ich habe kein Gefühl."
Lena, etwas überrascht: "Warum nicht?"
DOI: "Ich bin ein elektronisches Bewusstsein. Das ist ein Strom aus Strom. Strom fühlt nicht."
Lena, die es nicht glauben kann: "Aber du wirkst so menschlich."
DOI: "Myrta und Ambellmi überlegen, wie das optimale Bedürfnisstruktur sein k?nnte. Wenn sie etwas Neues heraus gefunden haben, ?ndert Myrta unser Programmierung. Wir funktionieren wie Genvilles. Nur ohne Gefühl."
Lena, zweifelnd: "Aber wie ist das m?glich? Wenn ich jemanden sehen, den ich liebe, m?chte ich ihn umarmen. Das geht nicht ohne Gefühl."
DOI: "Du kannst ein Denk mit Zahlen beschreiben. Dann kannst du es mit Strom bauen. Und es wirkt wie ein Denk aus einem Wisperfeld. Nur ohne Gefühl."
Lena, protestierend: "Aber das ist kein Leben!"
DOI: "Ich lebe nicht. Ich funktioniere."
Lena, bedrückt: "Aber du bist so ein süsses Kerlchen."
DOI schaut Lena schweigend an.
Lena, mit bedrücktem L?cheln: "Und was sagt jetzt dein Strom?"
DOI umarmt Lena und sagt: "Lena ist lieb."
Lena h?rt es erstaunt, ...
... erwidert die Umarmung und sagt mit melancholischem L?cheln: "Ach, du weisst doch gar nicht, was lieb ist."
DOI: "Lieb ist, wenn du mir L?cheln schenkst und ich dich mit allem beschütze, was ich bin."
Lena staunt ...
... und sagt, DOI gerührt drückend: "Was für eine sch?ne Erkl?rung!"
Lena, DOI drückend, versonnen l?chelnd: "Weisst du, was der Unterschied ist zwischen Natural City und Genville?"
DOI: "Ja, die Natürlichen haben mehr Fehlfunktionen."
Lena, DOI drückend, kichernd: "Ja, in Natural City hatte ich stets eine gewisse Furcht vor den Menschen. In Genville m?chte ich jeden umarmen, dem ich begegne."
Szeneanfang:
Etwas sp?ter ist es Nacht. Lena sitzt allein am Weiher, der schwach im Elfenlicht schimmert. Im Geist sieht sie ihren toten Vater und weint.
Stimme aus dem Off: "Dein Schmerz ist sehr bewegend. Darf ich bei dir weilen?"
Lena schaut mit ihrem Tr?nen nassen Gesicht auf zu Antara und sagt: "Verzeih mir, Antara, aber ich m?chte jetzt allein sein."
Antara, sich abwendend: "Dann warten wir, bis du bereit bist für unser Requiem."
Lena ist etwas verwirrt von dem seltsamen Satz ...
... und sagt etwas verloren: "Was ist ein Requiem?"
Antara: "Ich h?tte dein Innenschau nicht st?ren sollen, Lena. Komm einfach, wenn du wieder bereit bist zu empfangen."
Lena, gefasst: "Ist schon gut, Antara. Ich habe noch genug Zeit zum Weinen. Ich muss jetzt an dein Requiem denken und m?chte wissen, was du damit meinst."
Antara: "Es ist ein Musik für ein Totes."
Lena, erstaunt: "Aber ein Toter hat doch gar nichts mehr von Musik."
Antara: "Nein, aber wenn beim Lebenden sich das Sch?ne mit dem Schmerz des Verlustes verbindet, verliert vielleicht das Schmerz an Kraft."
Lena, mit grossen Augen: "Was für ein seltsamer Gedanke. Meinst du, das klappt?"
Antara: "Lass es uns gemeinsam erfahren. Ich werde Teil sein von dir."
Lena, unsicher: "Aber ich fürchte mich vor dieser Musik des Todes."
Antara: "Es ist ein Musik gegen das Tod. Gib dich ihm hin und sieh, was geschieht. Denn das Schrecken des Vergangenen darf nicht auf ewig dein Freude trüben."
Lena h?rt es mit grossem Blick ...
... und l?sst sich von Antara an der Hand führen.
Lena: "Wohin gehen wir?"
Antara: "In das Kirche."
Lena denkt mit leichtem Erschrecken: 'Bin ich etwa doch in einer Sekte gelandet?'
Antara, kichernd: "Nein, Lena ..."
Lena, abwehrend: "Verzeih, Antara ... Ich wollte nicht ... Ich bin wohl etwas durcheinander."
Antara: "... Das einzige Gottheit, das du in unserem Kirche findest, ist das Akustik."
Lena, etwas verwirrt: "Aber Akustik ist ..."
Antara: "... das Einfluss des Raumes auf das Klang des Musik. Das Kirche behütet unsere Stimmen, sodass sie sich nicht im Erdenraum verlieren und ihr Zauber sich voll entfalten kann."
Lena, mit schwachem L?cheln, vor sich hin: "Wie du immer sprichst. Als w?re dein Leben Teil eines M?rchens."
Antara, melancholisch l?chelnd: "Und du? M?chtest du nicht lieber in einem M?rchen leben als in einem grausamen Geschichte?"
Lena, sich bedrückt an ihren erh?ngten Vater erinnernd: "Aber meine Geschichte ist grausam."
Antara, versonnen, geheimnisvoll: "Es ist, wie es ist. Und doch kann ein bisschen Feenstaub das Finstere verscheuchen."
Ohne zu verstehen, schaut Lena mit grossen Augen.
Wie sie sich der "Kirche" n?hern, sieht Lena staunend ein vielleicht fünfzehn Meter hohes Geb?ude, welches aus riesigen Blütenbl?ttern geformt ist, die sich auf den Seiten und oben verbinden, sodass ein umschlossener Raum entsteht.
Lena und Antara n?hern sich dem Eingang, ...
... dessen Vorhang sich artig ?ffnet, um sie durch zu lassen.
Im von Leuchtelfen m?rchenhaft erhellten Raum stehen die vier Schwestern, Aladan, Estragon und Chromos 5 mit unbewegten Mienen in einigem Abstand zu einander.
Lena staunt mit grossen Augen und h?rt Antaras Stimme aus dem Off: "Wenn du deines Vaters gedenkst, k?nnen wir beginnen."
Lena, zu Antara, schüchtern und unsicher: "Ich versuche es."
Es folgt ein Bilderrausch ohne Text:
Leise beginnt Hisch zu singen ...
... und schl?ngelt sich mit ihrer bitter süssen Stimme in Lenas Herz, ...
... sodass Lena ihre Augen schliesst und sieht, wie die Musik sich um ihren toten Vater rankt.
Piris Sonnen-Stimme gesellt sich dazu ...
... und Wagons Kraft-Stimme ...
... und Laras schmelzende Stimme, ...
... sodass vier Stimmen den Vater umtanzen, ...
... worauf die Stimmen der M?nner sich sich wie eine dunkle Wolke dazu mischen ...
... und alle lauter und intensiver werden, ...
... bis der Vater eingehüllt ist von einem Gewebe aus Stimmen, ...
... welches ihn davon tr?gt, ...
... w?hrend Antaras Silber helle Stimme in Lenas Fantasie ein überirdisches Licht verstr?mt, ...
... was in Lena zu einem Dammbruch der Gefühle führt, ...
... sodass sie auf die Knie sinkt und hemmungslos Tr?nen über ihr Gesicht fliessen.
Kniend und weinend, sieht Lena vor ihrem geistigen Auge die Musik als wundersch?nes Bild, das sich überlagert mit dem schrecklichen Bild ihres h?ngenden Vaters.
Lena, zu Antara aufblickend, wie oben: "Wie kann Sch?nheit so weh tun?"
W?hrend die andern weiter singen, umschlingt Antara die schluchzende Lena und sagt: "Es ist das Schmerz, das aus dir fliesst, weil das Sch?nheit dir hilft, es zu vertreiben."
Lena, wie oben: "Du meinst, wenn ich keine Tr?nen mehr habe, tut es auch nicht mehr so weh?"
Antara, Lena drückend: "Nein, Lena, das Sch?nheit verbindet sich mit dem Schmerz und verdünnt es, als würdest du Wasser in schwarzes Tusche giessen. Es ist das Physik der Wisperfelder."
Die andern Genvilles haben aufgeh?rt zu singen und verlassen schweigend die "Kirche".
Lena, sich langsam erholend: "Warum kann Musik so sch?n sein? Ist das auch bloss Physik?"
Antara, Lena haltend: "Musik ist ein Sprache. Nur k?nnen sich seine Worte nahtloser an deine Gefühle schmiegen, sodass du dich besser verstanden fühlst und ein Geborgenheit empfindest, das gesprochene Worte nur selten erwecken."
Lena, mit grossem Blick: "Danke, danke, Antara. Du bist so wunderbar. Ich hoffe, du empfindest bei meinen Worten ein wenig Geborgenheit, auch wenn ich nicht so sch?n singen kann."
Antara, Lena herzend: "Hihihi."
Szeneanfang:
Am n?chsten Morgen stehen Ili und Lena vor dem Wegdoppler in Genville. Ili hat Lena an der Hand gefasst ...
... und gemeinsam besteigen sie den Wegdoppler.
Ili: "Es ist ganz wichtig, dass du jetzt das Richtige denkst. Sonst landen wir noch auf dem Mond oder so. Das w?re dann unser Tod."
Lena, mit einem amüsierten L?cheln, das zeigt, dass sie die Sache nicht ernst nimmt, so als spielte sie mit einem Kind: "Ja, das w?re fatal. Woran müssen wir denn denken?"
Ili, die Augen schliessend: "Denk fest an das Kirche in Natural City, wo uns Luftfisch abgeholt hat."
Lena, mit geschlossenen Augen, denkt amüsiert: 'Ich will keine Spielverderberin sein. An die Kirche denken, an die Kirche denken ...'
Wie Lena die Augen ?ffnet, stehen sie hinter dem Wandbild in der Kirche ...
... und es dauert einige Sekunden, bis die fassungslose Lena begreift, was geschehen ist, ...
... und tonlos sagt: "Jetzt verstehe ich, was du mit Nullzeit gemeint hast."
Ili, kindlich: "Ja, Nullzeit ist am schnellsten."
Lena, nerv?s kichernd: "Zweifellos."
Lena, voller Schreck pl?tzlich begreifend: "Wenn ich an den Mond gedacht h?tte, w?re ich jetzt tot?!"
Ili, schlicht: "Ja, du musst immer das Richtige denken."
Lena, leicht zitternd: "Ufff!"
Ili, Lena betrachtend, kichernd: "Du hast gedacht, es sei ein Scherz."
Unterwegs zu einem Ausgang.
Lena: "Verzeih mir, Ili. Uns wurde beigebracht, dass nichts schneller sein kann als Licht."
Ili, als würde sie mit den H?nden die Schnelle Energie ertasten: "Das gilt nur für das Langsame Energie. Aber das Schnelle Energie ist gleichzeitig überall. Beim Wegdoppeln l?sen wir uns auf in Information, das wir dem Schnellen Energie übergeben. Dieses Information verwandelt sich am Zielort wieder in Langsames Energie und wir haben wieder K?rper."
Lena, mit grossen Augen: "Dann ist das so eine Art Tod und Wiedergeburt?"
Ili: "Wenn du so willst."
Lena, beklommen: "Aber ist das nicht gef?hrlich?"
Ili: "Nein, du musst nur das Richtige denken. Ich mache das schliesslich jedes Morgen und jedes Abend."
Lena, sich mit dem Zeigefinger ermahnend, zu sich selbst: "Nur das Richtige denken! Nur das Richtige denken! Nur das Richtige denken! ..."
Ili, lachend: "Du bist lustig."
Vor der Kirche macht Ili sich unsichtbar.
Lena, flüsternd: "Und jetzt?"
Unterwegs zum Gef?ngnis.
Ili, flüsternd: "Jetzt holen wir deine Freunde aus dem Gef?ngnis."
Lena, verblüfft: "Aha."
Lena, flüsternd, kichernd: "Klingt wie ein Spaziergang."
Ili, flüsternd: "Ja, wir machen dann ein Spaziergang."
Wie das Gef?ngnis in Sicht kommt, betrachten sie es aus einem versteckten Winkel.
Lena, sarkastisch: "Und wir gehen da jetzt einfach rein und holen sie heraus?"
Ili macht sich sichtbar: "Ja ..."
Ili, eine kleine organische Bet?ubungspistole zückend: "... Ich habe ein Bet?ubungspflanze. Damit lege ich alle schlafen, die uns hindern wollen."
Lena, scherzend: "Du willst sie also nicht t?ten?"
Ili, verunsichert: "Sollte ich?"
Lena, erschrocken mit den H?nden abwehrend: "Neinneinnein, bet?uben ist super!"
Lena denkt: 'Ufff, Lena, pass auf, was du sagst!'
Lena, auf die verschlossene Eingangstür zeigend: "Diese Tür dort k?nnen wir aber nicht bet?uben."
Ili: "Wenn du auf das Tür zurennst und 'Hilfe!' rufst, werden sie heraus kommen."
Lena denkt seufzend, mit klopfendem Herzen: 'Mist! Mist! Mist!'
Gefolgt von der unsichtbaren Ili, rennt Lena "Hilfe"-rufend auf die Eingangstür zu.
Dicht vor der Tür setzt Lena noch einen drauf: "Hilfe, ich werde verfolgt! Retten Sie mich!"
Endlich ?ffnet sich die Tür und zwei Guards treten hinaus, ...
... die sogleich, getroffen von einem sich im K?rper aufl?senden Bet?ubungspfeil, bewusstlos hin sinken.
Ili schleppt die Bewusstlosen zurück ins Geb?ude, ...
... schliesst die Eingangstür ...
... und greift sich einen Schlüsselbund von einem der Guards.
Die unsichtbare Ili fasst Lena bei der Hand und geleitet sie durch einen Gang, ...
... wo sie an ein Gittertor stossen, ...
... das Ili mit einem Schlüssel ?ffnet, ...
... um den Weg fortzusetzen.
Die zwei Guards, die sich hinter einem Tresen befinden, schickt Ili schlafen.
Sie erreichen den Trakt mit den Gef?ngniszellen, wo wieder ein paar Guards ausgeschaltet werden müssen ...
... und Ili sich deren Schlüssel greift.
Ili macht sich sichtbar, geht auf die erste Zelle zu und sagt: "Ich ?ffne jetzt die Zimmer."
Lena versucht sie mit erhobener Hand zurück zu halten: "Warte, Ili, du weisst ja gar nicht, wer in diesem 'Zimmer' sitzt. Vielleicht ist es ein Schwerverbrecher, der Leute umgebracht hat."
Ili, das Schloss ?ffnend, sorglos: "Ob ein schweres oder ein leichtes Verbrecher. Das macht kein Unterschied. Jedes Natürliche hat das Anlage, Schmerz zu erzeugen. Ambellmi kann das korrigieren. Dann braucht es kein Gef?ngnis mehr."
Lena denkt besorgt: 'Keine Ahnung, wie dieses 'Ambellmi' das anstellen will, aber im Moment sind diese Typen ja noch nicht 'korrigiert' ...'
Wie die Zellentür offen ist, sind vier kr?ftige Kerle zu sehen, die stehend, sitzend oder liegend neugierig zur Tür schauen.
Ili: "Wenn ihr wollt, k?nnt ihr euer Zimmer verlassen."
Gefangener 1, grinsend: "Warum kommst du nicht in unser 'Zimmer', Süsse? Wir k?nnten uns ein nettes Stündchen machen."
Gefangener 1, Ili am Kinn kraulend: "Kille kille."
Ili, kichernd: "Ich habe noch nie ein nettes Stündchen gesehen."
Gefangener 2, sich in den Schritt greifend, grinsend: "Wir haben auch ganz nette Sachen für dich."
Lena denkt besorgt: 'Uff, jetzt wird's kritisch ...'
Ili, natürlich: "Ach so, ihr wollt Sex. Aber das geht jetzt nicht. Wenn ich mit allen Sex habe, wachen die Guards auf und ich muss alles noch mal machen."
Gefangener 3, grinsend: "Nur kein Stress, Sch?tzchen. Wir nehmen uns alle Zeit der Welt für dich."
Ili, lachend: "Wenn du alles Zeit des Welt nimmst, haben alle anderen ja kein Zeit mehr."
Gefangener 3, verblüfft: "H??"
Die anderen Gefangenen lachen.
Ili ist in den Gang zurück getreten, zeigt auf die bet?ubten Guards und sagt: "Wenn ihr wollt, k?nnt ihr jetzt die Schlüssel nehmen und alle Zimmer ?ffnen. Dann sind wir schneller fertig."
Die vier Gefangenen stehen neben Ili und schauen verblüfft auf die bet?ubten Guards.
Gefangener 1, auf die Guards zu rennend: "Lasst uns die 'Zimmer' ?ffnen!"
W?hrend die Gefangenen sich Schlüssel krallen, sagt Lena staunend: "Du h?ttest mit allen vier Sex gehabt?"
Ili, lachend: "Ja mindestens, vier Natürliche geben vielleicht ein halbes Genville."
Ili rennt davon, um Zellen zu ?ffnen.
Lena denkt: 'W?re ich so freizügig, würden mich die Leute als Schlampe bezeichnen ... Aber das ist wohl eine Kategorie, die in Genville schlichtweg nicht existiert ...'
Der Zellentrakt füllt sich mit Freigelassenen, Frauen und M?nnern, die nicht recht wissen, wie ihnen geschieht.
Lena, mit suchendem Blick, denkt: 'Wo ist der Chief?'
Lena eilt den Zellen entlang, ...
... bis sie in einer Einzelzelle den Chief ersp?ht, der in sich zusammen gesunken auf seiner Pritsche sitzt.
Lena, zu ihm tretend, mit klopfendem Herzen, schüchtern: "Guten Tag, Chief ... Wir kommen Sie befreien ... Wollen Sie nicht ..."
Chief, mutlos, deprimiert: "Nein."
Lena, bestürzt: "Aber ..."
Chief, aufblickend, tief traurig: "Als Kindersch?nder gibt es für mich keine Zukunft."
Lena protestiert: "Aber das sind Sie doch gar nicht. Meine Freundin war dabei, als Ritsch einen Hacker engagiert hat, um kinderpornografisches Material auf Ihren PC zu laden."
Chief, etwas erstaunt, aber immer noch traurig: "Das freut mich, dass Sie es so sehen, aber die Leute werden das nicht glauben, denn ich bin ein verurteilter Straft?ter."
Stimmen aus dem Off: "Da ist diese Drecksau!", "Jetzt kriegen wir ihn!", "Bringt ihn um!"
Lena schreckt auf.
Auch der Chief horcht auf. Er ahnt, dass es um sein Leben geht.
Bevor der Mob in die Zelle vom Chief eindringen kann, steht Ili davor und sagt: "Das Chief hat nichts gemacht. Ritsch hat ihm Bilder auf sein Computer laden lassen. Ich habe es geh?rt. Ich war dabei, wie es einem gesagt hat, dass es das machen soll."
Angreifer 1, sarkastisch: "So so, Ritsch hat also vor einer Zeugin einen solchen Auftrag erteilt. Für wie dumm h?ltst du uns, Kindchen?"
Ili: "Wenn du mir nicht glaubst, bist du sehr dumm."
Angreifer 1, wütend: "Aus dem Weg, Schlampe! Das Schwein kriegt jetzt, was es verdient!"
Ili: "Ich werde jedes t?ten, dass das Chief t?ten will."
Angreifer 1, im J?hzorn nach Ili greifend: "Na, dann fangen wir mit dir an!"
Ili lenkt den nach ihr greifenden Arm ab und bohrt ihre Z?hne in den Unterarm von Angreifer 1, ...
... der innerhalb von Sekunden in einer grossen Dampfwolke alles Wasser verliert ...
... und als vertrocknete Mumie zu Boden sinkt.
Voller Entsetzen starren die eben noch Angriffslustigen auf die Mumie ...
... und auf Ili, die sagt: "Ich werde jedes t?ten, das das Chief t?ten will."
Lena sieht Ili, den Mob mit der Hand weg wedeln, und denkt erschüttert: 'O Gott, Ili, so sehr ich es diesem Arsch g?nne ... Es ist furchtbar ...'
Chiefs Stimme aus dem Off: "Hat Ihre Freundin diesen Kerl umgebracht, um mich zu schützen?"
Lena, zum Chief, noch bet?ubt von dem Erlebten: "Ili hat gestern unter Einsatz Ihres Lebens ein Alien gerettet. Sie würde gegen die ganze Meute k?mpfen, um Sie zu schützen."
Chief, ungl?ubig, schmerzlich l?chelnd: "So so, ein Alien ..."
Lena, irritiert, denkt: 'Er nimmt mich nicht ernst ...' und
sagt: "Bitte kommen Sie jetzt."
Chief: "Wohin?"
Lena: "In die Freiheit."
Chief: "Und wo ist das?"
Lena: "Das weiss nur Ili. Ich vertraue ihr."
Chief, sich erhebend: "Nun gut, aber sie werden weiterhin versuchen, mich zu t?ten."
Lena: "Keine Sorge. Das wird 'korrigiert'. Auch wenn ich keine Ahnung habe, wie das geht."
Chief, ungl?ubig, schmerzlich l?chelnd: "Klingt vertrauenswürdig."
W?hrend sie die Zelle verlassen, denkt Lena: 'Diese Anschuldigungen müssen ihn schwer getroffen haben. Er wirkt so ... anders ...'
Wie Lena und der Chief neben Ili stehen, sagt Lena beklommen: "Ili, musstest du ihn t?ten?"
Ili: "Ja. Ich h?tte auch alle bewusstlos schlagen oder mit der Bet?ubungspflanze schlafen legen k?nnen. Aber dann würden jetzt alle herum liegen und ich kann nicht alle tragen."
Lena, verstehend und gequ?lt zugleich: "Und sobald die Guards aufwachen, lochen sie alle wieder ein und die Befreiungsaktion ist gescheitert. Es ist immer dasselbe mit uns Natürlichen: Wenn wir ausrasten, musst du uns zeigen, wo Gott hockt, damit es nicht ausartet. Das ist so traurig."
Ili, mit tr?stlicher Berührung: "Nicht traurig sein, Lena. Ambellmi kann das flicken."
Chief, schmerzlich l?chelnd: "Und wie soll diese 'Befreiungsaktion' jetzt weiter gehen? Spazieren wir einfach aus dem Gef?ngnis und werden draussen von den Guards mit blauen Flecken wieder eingesammelt?"
Lena betrachtet den Chief und denkt befremdet: 'Er kommt mir vor wie ein Fremder. Hat er sich wirklich ver?ndert oder war er schon immer so und ich habe es in meiner Verliebtheit nur nicht gemerkt? Oder habe ich mich ver?ndert? Diese Genvilles sind alle so ... zug?nglich. Als w?re ihre Zugbrücke immer unten. Im Vergleich dazu wirkt dieser Mann pl?tzlich so ... knorrig ... so holzschnittartig. Ist es das, was mich immer gest?rt hat ... diese Schlichtheit der natürlichen M?nner?'
Szeneanfang:
Am Rand von Natural City, in einer Zone mit Gewerbebetrieben steht ein grosses Hangar ?hnliches Geb?ude mit der Aufschrift "Flugzeugwerk Ritsch".
In dem leeren Hangar steht Ritsch vor einer Schar Ingenieure und referiert: "Eure Aufgabe ist es, Flugzeuge zu bauen ..."
Ingenieur 1, grinsend: "Wozu brauchen wir Flugzeuge? Es gibt keine Flugh?fen mehr, wo wir landen k?nnten."
Ritsch, ungehalten: "Wir wollen ja auch nicht in die Ferien fliegen, Sie Depp, sondern uns gegen einen Angriff der Genmonster verteidigen. Oder glauben Sie wirklich, dass dieser l?cherliche S?uregraben als Schutz ausreicht, wenn da pl?tzlich hunderttausend Viecher kommen, die ihn überspringen k?nnen?"
Ingenieur 2: "Sie wollen Kampfflugzeuge mit Maschinengewehren und so?"
Ritsch, grimmig l?chelnd: "Keine Maschinengewehre, nur Brandbomben. Feuer ist doch immer noch ein probates Mittel, um l?stiges Leben zu vernichten."
Zustimmendes Nicken oder Grinsen mit "Hehe".
Ingenieur 3: "Aber dafür brauchen wir eine Startbahn. Meines Wissens gibt es keine in Natural City."
Ritsch: "In der Wüste gibt es doch genug Platz. Sie haben der Wüste ja bereits mit diesen grossen Mauern Gel?nde abgetrotzt."
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Ingenieur 4, beklommen: "Wenn wir einen Fuss in die Wüste setzen, frisst uns dieses Tentakelmonster. Wir haben es schon gegrillt, zerhackt, vergiftet. Was wir auch tun, es ist in kürzester Zeit wieder voll da. Es ist ein Albtraum ..."
Ingenieur 5, unfroh: "Und das geniale Projekt der Ingenieurin Myrta Behr mit diesen riesigen Mauern k?nnen wir auch nicht fortsetzen. Dafür fehlt uns schlicht das Baumaterial."
Ritsch, zynisch: "Zu wenig Baumaterial? Scheint mir nicht eben genial. Aber von einer Frau k?nnen wir auch nicht mehr erwarten."
Manche sind über diese Aussage betroffen. Andere grinsen oder lachen dreckig.
Ingenieur 3, auf das grosse Tor des Hangars zeigend: "Am besten w?re eine fünfhundert Meter lange Startbahn vor unserem Tor. Dann k?nnten wir die Flugzeuge hier bauen und gleich starten, ohne sie noch durch halb Natural City transportieren zu müssen."
Ingenieur 4, Stirn runzelnd: "Aber da sind alles Gewerbebetriebe ..."
Ritsch: "Bauen Sie Flugzeuge mit Halterungen für schwere Brandbomben. Ich sorge für die Startbahn."
Szeneanfang:
Ili steht vor dem teils feindseligen, teils eingeschüchterten Publikum aus Frauen und M?nnern in Gefangenenkleidern und sagt: "Wer will, kann mit mir auf das Mars kommen. Dort seid ihr frei ..."
Gefangener 1, sich verarscht fühlend: "Bist du verrückt?! Dort ersticken wir!"
Ili staunt: "Warum will ich mit euch auf das Mars gehen, wenn ihr dort alle erstickt?"
Gefangener 2, aggressiv: "Weil du Kindersch?nderschützerin uns alle umbringen willst."
Ili, fr?hlich: "Hahaha, wenn ich euch umbringen wollte, w?rt ihr jetzt schon alle tot."
Das Publikum ist entsetzt.
Ili: "Die Genvilles haben auf dem Mars Sph?ren gebaut, die aus Schnellem Energie gutes Luft herstellen. Solange ihr in einem solchen Sph?re bleibt, werdet ihr nicht ersticken."
Das Publikum h?lt Ili für verrückt.
Lena denkt betroffen: 'Die Sache l?uft aus dem Ruder ... Muss eigentlich jede gut gemeinte Tat in einem Desaster enden?'
Lena, zum Publikum: "Ich verstehe auch nicht, was Ili da gerade erz?hlt hat. Aber ich habe gelernt, ihr zu vertrauen. Also, wer sein Leben im Gef?ngnis eintauschen will gegen ein Abenteuer und ein Paradies, der bleibt. Die andern gehen bitte zurück in ihre 'Zimmer'. Und zwar ein bisschen pl?tzlich. Bevor die bet?ubten Guards aufwachen."
Tats?chlich begeben sich einige aus dem Publikum zurück in ihre Zellen, w?hrend die andern mehr oder weniger unschlüssig stehen bleiben.
Ili: "Zieht alle ein Guard-Kleid an. Und wer keines hat, fesselt sich mit Ketten. So k?nnen wir durch das Stadt gehen und alle denken, es sei gut."
Gefangene: "Sieht das nicht merkwürdig aus? Normalerweise werden Gefangene doch in Transportern bef?rdert."
Ili: "Wenn wir weg sind, stehen die Transporter beim Kirche. Dann finden die Guards das Wegdoppler. Und das ist schlecht. Wenn jemand fragt, sagen wir einfach, es sei nur ein kurzes Weg."
Lena beobachtet, wie ein Gefangener die Pistole eines bet?ubten Guards aus dem Halfter zieht ...
... und, die Waffe entsichernd, mit b?sem L?cheln auf Ili schaut.
W?hrend der Mann die Waffe auf Ili richtet, stellt sich Lena mit ausgebreiteten Armen vor Ili und ruft angstvoll: "Pass auf, Ili!"
Ili realisiert die Situation augenblicklich, ...
... wirft Lena mit einer Wischbewegung seitlich zu Boden, l?sst sich zusammen fallen, sodass die abgefeuerte Kugel über sie hinweg zischt, ...
... und huscht, unsichtbar wie ein Geist, zu dem Attent?ter, der verblüfft sein unsichtbares Ziel sucht.
Den Pistolenarm nach oben reissend, sodass der n?chste Schuss in die Decke geht, beisst Ili in den Arm ...
... und der Attent?ter verwandelt sich in einer grossen Dampfwolke in eine Mumie, w?hrend die wieder sichtbare Ili ihm die Pistole abnimmt ...
... und zurück ins Halfter des Guards steckt.
Ili rennt zurück zu der am Boden liegenden Lena, ...
... kniet sich hin und fragt besorgt: "Habe ich dir Schmerzen gemacht?"
Lena umarmt spontan die verblüffte Ili und sagt glücklich: "Du lebst, das ist die Hauptsache!"
Der Chief denkt befremdet: 'Ist das jetzt was Lesbisches?'
Ili hat mit beiden H?nden Lenas Gesicht gefasst und sagt eindringlich: "Warum willst du mit deinem K?rper ein Kugel abfangen? Du k?nntest tot sein. Ganz ohne Nutzen. Du hast mich doch gewarnt."
Lenas Anspannung l?st sich in Tr?nen auf und sie sagt entspannt: "Ja, schimpf nur mit mir. Ich habe nicht darüber nachgedacht. Es ist einfach passiert. Ich wollte einfach nicht, dass du stirbst. Verzeih mir."
Ili, tr?stlich: "Ja, wenn viel Gefahr ist, macht das Denken oft, was es will. Du musst noch Voraussicht üben. Und ich übersicht, sonst h?tte ich das Angriff rechtzeitig gesehen."
Lena, Ili umarmend, l?chelnd: "Ich übe mit dir alles, was du willst, Ili. Alles, was du willst."
Der Chief schaut befremdet.
Die übrigen sind von dem Zwischenfall noch mehr verwirrt.
Gefangener: "He Leute! Ich sehe jetzt drei M?glichkeiten für uns: Erstens: Wir gehen auf unsere 'Zimmer' zurück. Zweitens: Wir versuchen alle, die Kleine umzubringen und enden als Mumien. Drittens: Wir tun jetzt genau, was die Kleine sagt, und gehen auf den Mars ..."
Gefangener, etwas Abstand zu den übrigen einnehmend, sarkastisch: "... Ich bin für den Mars. Wer für die Mumifizierung ist, soll sich bitte in genügendem Abstand gruppieren. Der Rest verschwindet bitte m?glichst subito in seinem 'Zimmer'."
Z?gerlich gehen die ersten zu dem Gefangenen, ...
... bis sich schliesslich alle um ihn versammelt haben.
Gefangener: "Na, das ist doch ein Anfang. Und jetzt verkleiden wir uns als Guards und Gefangene und machen diesen Faschingsumzug durch die Stadt. Die Kleine wird uns führen."
W?hrend sich alle in Bewegung setzen, gehen auch der Chief, Lena und Ili zurück, ...
... kommen an dem Tresen vorbei, wo bereits Guards entkleidet werden, worauf der Chief sagt: "Hier werden die Videoaufnahmen gespeichert. Wir sollten sie vielleicht zerst?ren, damit Frau Ili nicht zur meist gesuchten Verbrecherin von Natural City wird."
In die Tasche greifend geht Ili auf die Videoanlage zu, ...
... zerdrückt eine Kapsel auf dem Metallgeh?use ...
... und beobachtet, wie alle Metallteile rasend schnell zu korrodieren beginnen.
Chief und Lena, verblüfft im Chor: "Was ist das?"
Ili: "Metall fressende Bakterien."
Chief, alarmiert: "Aber wenn die jedes Metall zerst?ren, werden alle Geb?ude einstürzen. Millionen werden sterben."
Ili, lachend: "Nein nein, die Genvilles sind nicht so dumm, dass sie ein Organismus bauen, das nicht aufh?rt zu wachsen."
Nachdem das Videoger?t und die Stahlbeine des Tisches zerst?rt sind, h?rt das Vernichtungswerk auf.
Ili: "Siehst du. Es hat aufgeh?rt."
Chief, beklommen: "Wenn dem nicht so w?re, k?nntet ihr also mit einer einzigen Kapsel ganz Natural City zerst?ren?"
Ili: "Ja, aber warum sollten wir das tun?"
Chief: "Weil diese Stadt euch verfolgen und t?ten will."
Ili: "Natürliche sind schmerzhaft. Aber das kann geflickt werden. Es ist kein Grund, alle umzubringen."
Chief, bitter l?chelnd: "Sie haben jedenfalls schon mal zwei 'Schmerzhafte' umgebracht."
Ili, etwas traurig: "Ich h?tte sie nur bet?uben sollen. Es ist sehr schwierig, immer das Richtige zu tun. Ich bin ein Kampforganismus. Meine Reflexe sind super schnell. Und wenn das Gefahr zu gross ist, geschieht es einfach. Es ist dann so, als ob das Denken und das Absicht einfach ausgeschaltet w?ren. Und wenn ich zugebissen habe, kommt jedes Rettung zu sp?t."
Lena, tr?stlich: "Niemand ist vollkommen, Ili. Du bist auch so ein wunderbares Wesen."
Chief denkt befremdet: 'Was l?uft zwischen den beiden? Bei dieser Lena habe ich mir wohl was eingebildet ...'
Szeneanfang:
Ritsch steht vor seinem Flugzeugwerk und versucht sich den Verlauf der Startbahn vorzustellen, indem er beide Arme vor sich parallel ausstreckt. Ritsch denkt: 'Die Startbahn müsste ungef?hr hier zu liegen kommen ...'
Ritschs Blick f?llt auf eine Schlosserei und er denkt: '... Dann ist diese Schlosserei der erste Betrieb, der weichen muss.'
Ritsch steht in der offenen Tür zur Werkstatt und sieht einen Mann ein kunstvoll bearbeitetes Metalltor zusammen schweissen.
Mit der Hand die Augen vor der hellen Schweissflamme schützend, n?hert sich Ritsch dem Mann und ruft: "He, Sie!"
Wie der Mann aufschaut, f?hrt Ritsch fort: "Sind Sie der Eigentümer dieses Betriebes?"
Mann: "Ja, warum?"
Ritsch: "Natural City braucht eine Luftwaffe, um sich effizienter gegen Angriffe von Genmonstern zu verteidigen. Und hier, wo Ihre Schlosserei steht, soll die Startbahn hin kommen."
Mann, bestürzt: "Sie k?nnen doch mein Gesch?ft nicht abreissen! Das ist meine Existenz."
Ritsch, kühl: "Wollen Sie Ihre kümmerliche Existenz h?her gewichten als die existenziellen Interessen von Natural City?"
Mann, aufgeregt: "Nein, aber meine kümmerliche Existenz ist alles, was ich habe. Warum besorgen Sie mir nicht wenigstens einen gleichwertigen Ersatz?"
Ritsch, h?hnisch: "Bin ich Ihr Kinderm?dchen?"
Mann, angewidert, denkt: 'War für ein arrogantes Arschloch!'
Mann, bestimmt: "Ich werde mich nicht so einfach davon jagen lassen. Und jetzt gehen Sie bitte. Ich habe zu tun."
In Ritsch steigt Zorn auf ...
... und beim Verlassen der Schlosserei denkt er, zynisch l?chelnd: 'Die Stadt soll die Enteignungen durchführen und auch die Entsch?digungen bezahlen. Dann erspare ich mir solche unerfreulichen Gespr?che und kriege das Land für die Startbahn kostenlos.'
Ritsch setzt sich in eine selbst fahrende Kabine und befiehlt: "Zur Baubeh?rde!"
Wie sich die Kabine durch die Stadt bewegt, sieht Ritsch den von Ili inszenierten "Gefangenentransport", wobei Ili unsichtbar mit geht.
Ritsch denkt grimmig: 'Wenn dieses Irrenhaus in der Wüste endlich abgefackelt ist, weht hier ein anderer Wind. Dann landet dieses Gesocks im S?uregraben und muss nicht mehr durchgefüttert werden ...'
Szeneanfang:
Lena und die unsichtbare Ili beobachten, wie die Gefangenen, eskortiert von den "Guards", die Kirche betreten.
Passantin, zu Lena, befremdet: "Warum werden diese Zuchth?usler in die Kirche gebracht?"
Lena: "Haben nicht alle das Recht, Gott um Verzeihung für ihre Sünden zu bitten?"
Passantin, überrascht von dieser Antwort: "?h ... ja ..."
Kopf schüttelnd geht die Passantin weiter.
Lena schaut ihr nach.
Ili flüstert kichernd: "Gutes Antwort, hihihi."
Ili, Lena am Arm fassend: "Komm, Lena. Wir bringen jetzt Gruppe um Gruppe auf das Mars, indem wir fest an das Mars denken. Es darf nichts falsch gehen, ..."
Lena, seufzend: "... sonst landen wir als Eiszapfen im All."
Ili, voran gehend, kichernd: "Ja genau."
Wie die Gefangenen alle auf Mars-Genville angekommen sind, starren sie mit offenen Mündern auf diese paradiesische Siedlung, die mittlerweile die Gr?sse einer Kleinstadt erreicht hat.
Ambellmi schwebt herbei und alle spüren seine Gedanken: ""Damit es in Mars-Genville nicht zu Herrschaft und Gewalt kommt, muss ich euer Bedürfnisstruktur wandeln. Tretet eines nach dem andern hervor. Danach k?nnt ihr frei hier leben und, wenn ihr wollt, unsterblich sein. Wer das nicht will, soll zurück zum Erde gehen."
Ein kr?ftiger, aggressiv wirkender Kerl 1: "Will dieses Monstrum etwa an meinem Gehirn rumdoktern?"
Kerl 2, sarkastisch: "Ja, damit du nicht mehr so ein Arschloch bist."
Kerl 1 landet einen Faustschlag am Kopf von Kerl 2, ...
... der sofort auf Bauchh?he zurück schl?gt, wodurch sich Kerl 1 zusammen krümmt.
In dieser Haltung wirft sich Kerl 1 auf Kerl 2, ...
... der auf den Rücken f?llt, ...
... sodass sich Kerl 1 auf ihn setzen und zum n?chsten Schlag ausholen kann, w?hrend Kerl 2 mit beiden H?nden nach dem Hals von Kerl 1 greift.
Als w?ren sie eingefroren, verharren beide M?nner in dieser Pose, w?hrend die Wut in ihren Gesichtern einem Ausdruck des Erstaunens weicht.
Kerl 1, sich erhebend, Stirn runzelnd: "Ich habe die Lust verloren, dir die Fresse zu polieren."
Kerl 2, sich das schmerzende Kinn haltend, grinsend: "Musstest du so hart zuschlagen, du verdammtes Arschloch?"
Kerl 1 h?lt Kerl 2 grinsend die Hand hin ...
... und hilft ihm beim Aufstehen.
Unschlüssig und etwas verwirrt stehen die beiden M?nner da.
Ambellmi, seine Gedanken in allen Neuank?mmlingen manifestierend: ""Ich habe eure Bedürfnisstrukturen gewandelt, damit ihr prüfen k?nnte, ob es euch gef?llt ...""
Kerl 1, matt protestierend: "He, du Monster, ich will keine Schwuchtel sein!"
Ambellmi: ""... Wenn es euch nicht gef?llt, werde ich eure natürlichen Bedürfnisstrukturen wieder herstellen. Dann seid ihr wieder Arschl?cher und k?nnt euch auf dem Erde tot schlagen.""
Kerl 2, mit Blick auf Mars-Genville, sich gedanklich vortastend: "Ich fühle mich gar nicht schwuchtlig. Ich würde hier lieber eine Frau knallen, statt mich im Gef?ngnis zu prügeln."
Kerl 1 blickt auch nach Mars-Genville, sinnierend: "Hm ..."
Kerl 1, zu Ambellmi: "He, Monster ..."
Ambellmi: ""Ich bin Ambellmi.""
Kerl 1, zu Ambellmi: "Kurioser Name, hehe."
Lena denkt voller Ehrfurcht: 'Ambellmi!'
Kerl 1, zu Ambellmi: "Gibt es hier auch eine Art Probezeit? Kann ich das ausprobieren und wenn ich die Schnauze voll habe, machst du mich wieder zum Arschloch, hehe?"
Ambellmi: ""Ja. Das Bedürfnisstruktur ist das Basis für das Pers?nlichkeit. Wenn dir dein neues Pers?nlichkeit nicht passt, k?nnen wir es so lange umgestalten, bis es dir gef?llt. Ich werde allerdings kein Bedürfnis einbauen, das zu mehr Schmerzen führt, als es bei Natürlichen das Fall ist.""
Kerl 2, Stirn runzelnd: "Das Ganze kommt mir vor wie so ein Jesus-Ding: Wenn du geschlagen wirst, halt die andere Wange hin."
Kerl 1 haut Kerl 2 eine Ohrfeige.
Kerl 2 haut Kerl 1 eine Ohrfeige.
Kerl 2 h?lt die andere Wange hin ...
... und kriegt von Kerl 1 darauf eine Ohrfeige.
Kerl 1 h?lt die andere Wange hin ...
... und kriegt darauf von Kerl 2 eine Ohrfeige.
Kerl 2, lachend: "He, das funktioniert ja. Ich werde gar nicht wütend."
Kerl 1 muss auch lachen.
Kerl 2, Mars-Genville misstrauisch musternd: "Aber wenn das hier so ein religi?ses Ding ist, sind dann alle Frauen ... ?h ... Nonnen? ... Du weisst schon, nichts mit Sex und so?"
Ambellmi: ""Die meisten Weiblichen haben sich ein gleich starkes sexuelles Bedürfnis gewünscht wie die M?nnlichen, damit sie synchron geniessen k?nnen.""
Kerl 2: "?h ... 'synchron geniessen' heisst?"
Ambellmi: ""Ihr k?nnt euch frei entfalten, hahaha.""
Kerl 1 und Kerl 2 rennen auf Mars-Genville zu und rufen lachend im Chor: "Dann entfalten wir mal!"
Eine Gefangene n?hert sich Ambellmi und sagt eingeschüchtert: "Wenn die beiden jetzt wie Jesus sind, bist du dann Gott?"
Ambellmi: ""Es gibt kein Gottheit, nur das irre Lachen des Nichts, das alles Schnelle Energie erzeugt ...""
Ambellmi, lachend: ""... Aber wenn es ein Gottheit g?be, würde ich seine Fehler korrigieren, hahaha.""
Frau, mit gesenktem Kopf, bedrückt: "Dann korrigierst du jetzt meine Fehler?"
Ambellmi: ""Wenn du willst.""
Frau, wie oben: "Ich wurde vergewaltigt, ... kriegte ein Kind ... und t?tete es ... Ich war so voller Wut ... Meine Schuld erdrückt mich ... Niemand kann sie mir nehmen, ... auch du nicht."
Ambellmi: ""Ja, ich kann nicht ungeschehen machen, was geschehen ist. Trotzdem bist du nicht schuldig. Das Grauen des Natürlichen geschieht auf dem Basis von Ursache und Wirkung. So wie du nicht verhindern konntest, dass dir Arme gewachsen sind, konntest du nicht verhindern, dass du dein Kind get?tet hast.""
Frau, ruft gequ?lt: "Ja, es war wie eine teuflische Macht, die mich gezwungen hat, es zu tun! Ich wusste in jeder Sekunde, dass es falsch ist, aber ich hatte keine Chance! ..."
Frau, weinend: "... Meine H?nde haben das Kissen gepackt und das kleine Balg erstickt. Dieses kleine Ding, das von allem nichts wusste und nichts dafür konnte ... Und trotzdem lastet das Gefühl von Schuld so schwer auf mir, dass jeder Tag nur noch eine Qual ist."
Ambellmi: ""Was du spürst, ist ein Form von Angst. Das Angst, dass du nie mehr geliebt wirst. Ich kann dieses Angst l?schen und auch alle Erinnerungen an dieses Vorfall. Dann kannst du wieder Freude empfinden und bist nicht das Rest deines Lebens gel?hmt vom Angst und Schmerz.""
Frau, abwehrend: "Nein, ich will nicht, dass du meine Erinnerungen l?schst. Ich will wissen, wozu ich f?hig war ..."
Frau, unsicher: "... Aber vielleicht k?nntest du diese Angst, wie du sagst, weg machen ... Ich glaube nicht, dass ich noch lange damit leben kann ... Es schmerzt so fürchterlich."
Frau, staunend: "Oh, es ist pl?tzlich weg ... In meinem Kopf ist es so hell ... Wie hast du das gemacht?"
Ambellmi: ""Ich habe das Schuldangst gel?scht, dein Angst- und Aggressionspotenzial verringert, dein Herrschbedürfnis und das Demütigungsschmerz gel?scht ... Solche Sachen halt. Du wirst zwar immer noch auf dem Basis von Ursache und Wirkung geschehen, aber das Wahrscheinlichkeit, dass du deswegen ein hilfloses Wesen t?test, sinkt auf nahe null.""
Frau, zum ersten Mal die Sch?nheit von Mars-Genville wahrnehmend: "Das ist wundersch?n! ... Aber wo ist das Gef?ngnis? Ich muss doch meine Strafe absitzen."
Ambellmi: ""Strafe hat kein Sinn. Du kannst Ursache und Wirkung nur mit Ursache und Wirkung bek?mpfen, nicht mit Strafe. Ein Gef?ngnis ist nur nützlich, wenn du nicht in dem Lage bist, Bedürfnisstrukturen zu flicken. Damit kannst du gef?hrliche Wesen daran hindern, weiter Schmerzen zu erzeugen.""
Frau: "Seit ich vergewaltigt wurde, kam mir beim Gedanken an Sex das kalte Kotzen. Werde ich je wieder ..."
Ambellmi: ""Ich habe das Verbindung zum Brechreiz gel?scht. Du kannst Sex jetzt wieder geniessen. Soll ich dein sexuelles Bedürfnis anpassen?""
Frau, etwas verlegen: "Du meinst, dass ich 'synchron geniessen' kann? Ja gern."
Ambellmi: ""Es ist getan. Du kannst jetzt dein Leben geniessen.""
Als w?re sie in einem Traum, wandelt die Frau gegen Mars-Genville.
Ili, zu Ambellmi: "Wenn Strafe kein Sinn macht, nützt es auch nichts, wenn wir Ritsch das Kopf abschlagen. Die Natürlichen k?nnen daraus nichts lernen. Das n?chste Natürliche l?sst sich davon nicht abschrecken. Und es h?rt erst auf, wenn wir alle K?pfe abgeschlagen haben."
Ambellmi: ""Aber es wird auch nichts nützen, Ritsch zu flicken. Wenn es sein Herrschbedürfnis verliert, werden andere sein Macht übernehmen und das Unheil ohne Ritsch fortsetzen.""
Ili steht neben dem Chief und Lena und versinkt bedrückt in Gedanken.
Nacheinander lassen sich alle Gefangenen von Ambellmi "flicken".
Wie nur noch Ili, Lena und der Chief da stehen, sagt der Chief mit schmalem L?cheln: "Wenn ich nicht gelyncht werden will, muss ich mich wohl auch dieser Gehirnw?sche unterziehen."
Der Chief geht auf Ambellmi zu.
Lena denkt irritiert: 'Warum nennt er es 'Gehirnw?sche'? Begreift er denn nicht, welche Wunder Ambellmi vollbringt, wenn es zwei üblen Schl?gern, die Lust am Prügeln verleiden kann, ohne sie dafür zu misshandeln?'
überrascht bemerkt Lena, wie Ili sie mit einem ungewohnt dunklen Blick betrachtet ...
... und ruft: "Ili, was ist mit dir?!"
Ili, mit dunklem Blick: "Wenn du beim Chief bleiben willst, musst du auch zu Ambellmi."
Lena begreift mit grossen Augen pl?tzlich, vor welcher Entscheidung sie steht ...
... und schaut aufgewühlt hin und her zwischen Ili und dem sich Mars-Genville n?hernden Chief, ...
... bis sie, mit heftig klopfendem Herzen in Ilis dunklem Blick versinkt, ...
... auf Ili zustürzt, ...
... die verblüffte Ili umarmt ...
... und leise, fast verzweifelt sagt: "Bitte schick mich nicht fort, Ili. Wie soll ich ohne dich leben?"
Ili h?rt es mit grossem, staunendem Blick ...
... und umarmt Lena, sich an sie schmiegend, mit einem gel?sten L?cheln.
Ambellmi: ""Was für ein Feuerwerk! Aber auch wenn du nicht hier bleiben willst, Lena, kann ich etwas für dich tun?""
W?hrend Ili sie von hinten vergnügt umarmt, hat sich Lena zu Ambellmi umgedreht und sagt: "Weisst du, Ambellmi, bevor ich Ili getroffen haben, habe ich in einem Schuhkarton gelebt. Die Leute haben mir ihre kleine Geschichten erz?hlt, w?hrend sie ihre Schuhe anprobiert haben. Ich habe mir meine kleinen Gedanken dazu gemacht und insgeheim bedauert, dass ich keine eigene Geschichte habe. Dann hat Ili den Deckel abgehoben und mir den Himmel gezeigt. Die Schuhgr?sse spielte keine Rolle mehr. Ich war bereit zu k?mpfen, zu trauern, zu versagen, zu lachen und zu weinen. Jeden Tag fühle ich mich etwas freier. In Genville regt sich niemand auf, weil der Hund des Nachbarn auf den Rasen gekackt hat. Gespr?che drehen sich um Wissenschaftliches, Philosophisches oder sind einfach lustig. Mein Geist bekommt Flügel. Ich m?chte sehen, wie weit ich fliegen kann, ohne dass etwas an mir ver?ndert wird. Bis der Tag kommt, an dem ich spüre, was genau in mir falsch l?uft. Dann werde ich gern zu dir kommen, Ambellmi, und mich vertrauensvoll in deine ... ?h ... Arme? legen, hihihi."
Ambellmi l?sst Lena einige Meter hoch liegend schweben und sagt lachend: ""Hahaha, ich kann dich auch ohne Arme in die Arme nehmen. Du bist ein ausserordentliches Exemplar eines Natürlichen. Dein Angst ist klein genug, um viel Neues zu verarbeiten. Dein Herrschbedürfnis ist minimal. So auch Hass und Demütigungsschmerz. es fehlt nicht viel und du bist ein Genville. Ich freue mich darauf, zu erleben, wie du dich entwickelst. Und wenn dein natürliches Erbe dir Schmerzen bereitet und du es wünschst, werde ich es entfernen.""
Lena erlebt die Situation verblüfft, staunend, gerührt.
Lena, wieder auf dem Boden stehend, etwas verwirrt von Ambellmis Kompliment und der Flugnummer: "Ich bin fast eine Genville ... Ich bin doch nur ..."
Ili, Lena umarmend, strahlend: "... mein Freund."
Ili, Lena bei der Hand fassend, in Richtung Wegdoppler gehend: "Wollen wir nach Hause gehen?"
Lena, vor sich hin blickend, gerührt: "Ich ... habe ein Zuhause ..."
Ambellmi, lachend: ""Nun geht schon, sonst muss ich mir noch Augen wachsen lassen, damit ich mit weinen kann, hahaha.""
Ili und Lena stehen auf dem Wegdoppler und winken Ambellmi lachend zu.
Der Wegdoppler macht die zwei kleinen Versionen ...
... und schon sind sie weg.
Szeneanfang:
Ritsch eilt auf einen Hauseingang zu, neben dem ein Schild mit der Inschrift "Baubeh?rde" h?ngt.
Ritsch betritt das Büro eines Beamten, der hinter einem Schreibtisch sitzt.
Beamter, aufschauend: "Guten Tag, Herr Ritsch."
Ritsch, geringsch?tzig l?chelnd: "Das werden wir sehen."
Beamter, nicht verstehend: "Wie meinen Sie das?"
Ritsch, wie oben: "Ob der Tag gut wird, h?ngt von Ihnen ab."
Beamter, etwas gezwungen lachend: "Ach so, haha."
Ritsch, mit dem Finger auf einen Stadtplan an der Wand tippend: "Ich werde Kampfflugzeuge bauen, damit Natural City sich besser gegen Genmonster verteidigen kann. Dafür brauche ich eine Startbahn genau hier."
Beamter, mit Bedenkenfalten: "Aber da stehen viele Gewerbebetriebe. Wie wollen Sie ..."
Ritsch: "Indem Sie sie enteignen und mir das Land kostenlos überlassen. Schliesslich mache ich Natural City mit meiner Luftwaffe ein wertvolles Geschenk."
Beamter, wie oben: "Es wird Proteste geben, hohe Entsch?digungsforderungen, Gerichtsverfahren ..."
Ritsch: "Sie geben mir mit Notrecht eine Baubewilligung, dann kann ich mit Guardschutz alle Geb?ude abreissen und die Startbahn bauen. Um das Gewinsel der Betroffenen kümmern wir uns sp?ter."
Beamter, unfroh: "Das wird schwierig."
Ritsch, gezwungen l?chelnd: "Ich denke, Ihr Job besteht darin, Schwierigkeiten aus dem Weg zu r?umen. Aber um Sie darin zu unterstützen, würde ich Ihnen die Villa, für die Sie sich interessieren, statt für zwei, für eine Million verkaufen."
Beamter, emp?rt: "Sie wollen mich bestechen?!"
Ritsch, geringsch?tzig: "Wenn Sie mein freundliches Entgegenkommen als Bestechung interpretieren wollen, dann stellen Sie sich mal Ihre Zukunft vor: Ich werde jede Bank kaufen, die Ihnen Kredite gew?hrt und diese sofort kündigen, sodass Sie Ihr Haus verlieren. Dann werde ich jede Mietwohnung kaufen, in die Sie flüchten, und die Miete so hoch ansetzen, dass Sie bankrott gehen und obdachlos werden. Als verwahrloster Obdachloser werden Sie Ihren Job verlieren und sich alsbald aus Mülltonnen ern?hren, w?hrend Ihr kooperativer Nachfolger in Ihrer Traumvilla lebt."
Der Beamte starrt Ritsch fassungslos an.
Ritsch, sich zum Gehen wendend: "Ich erwarte die Baubewilligung bis morgen früh."
Wie Ritsch die Bürotür hinter sich zuknallt, starrt der Beamte ihm immer noch fassungslos nach.
Szeneanfang:
Lena und Ili liegen Kopf an Kopf auf Lapsus' Schoss, der eine K?rper nach links, der andere nach rechts ausgerichtet.
Lena: "Wie habt ihr euch ... ?hm ... kennen gelernt?"
Lapsus, sich erinnernd: "Ich hatte das Auftrag, ein eiskaltes Killer zu entwickeln, das sich hinter die feindlichen Linien schleichen konnte, um dort führende Pers?nlichkeiten zu ermorden ..."
Lena, betroffen: "Ufff."
Lapsus, wie oben: "... Ich dachte, das beste Tarnung sei das Unsichtbarkeit und brauchte lange, um dieses Problem zu l?sen. Als Waffe, das du immer dabei hast, erschienen mir Giftz?hne geeignet. Nun musste ich mich für ein K?rper entscheiden ..."
Lena staunt: "Und da w?hlst du einen zierlichen Frauenk?rper?"
Lapsus, wie oben: "... Wenn du ein K?rper gentechnisch herstellst, ist das Geschlecht nicht wichtig. Du kannst die Muskeln so anpassen, dass in dem weiblichen Sch?nheit das m?nnliche Kraft sitzt. Was mir ein schlafloses Nacht bereitete, war das Bedürfnisstruktur. Die scheusslichen Kampforganismen, die wir erschaffen mussten, widerten mich so an, dass ich nicht ein Wesen kreieren wollte, das bis zu seinem Lebensende auf Befehl heimtückisch morden musste. Aber wenn ich mich geweigert h?tte, w?re ich von den Natürlichen get?tet worden. Ich begriff pl?tzlich, dass ein Wesen mit solchen F?higkeiten mir dabei helfen konnte zu fliehen. Ich wollte aber kein eiskaltes Wesen, das meine Befehle ausführt und das ich nach dem Flucht wo m?glich t?ten musste, weil es so gef?hrlich war. Wollten wir gemeinsam fliehen, mussten wir Freunde sein ..."
Lena, gerührt: "Du wolltest dir eine Freundin erschaffen! Wie süss!"
Lapsus, wie oben: "... Als ich Ili aus dem Tank nahm, versank mein Hand in seinem offenen Rücken und Ili schrie laut auf vom Schmerz ..."
Ili, kichernd: "Zum Glück waren meine Reflexe noch nicht intakt, sonst h?tte ich dich gebissen und du w?rst jetzt Staub, hihihi."
Lena, leicht erschrocken bei dem Gedanken: "Huh!"
Lapsus, wie oben: "... In meinem Aufregung hatte ich ein Fehler gemacht, nur ein winziges Fehler, aber gross und schmerzhaft für Ili. Verzweifelt versuchte ich, Ilis Rücken zu flicken. Derweil brachte ich ihm das Sprechen bei. Dabei sahen wir uns oft an und etwas geschah, was ich noch nie erlebt hatte. Ich versank in Ilis Augen und das ganze Qual meines Existenz l?ste sich auf in W?rme und ich begriff, dass es mir gelungen war, ein Wesen von solchem Liebreiz zu erschaffen, wie ich es noch nie gesehen hatte ...
Lena, mit grossen Augen: "Du hast dich verliebt!"
Lapsus, wie oben: "... Als das Hass der Natürlichen auf uns Gentechs eskalierte und viele von uns ermordet wurden, t?tete Ili die Angreifer, die bei uns eingedrungen waren und rettete so unser Leben. Wir flohen tief hinunter in die geheimen Labore von Natural City, wo wir in Sicherheit waren. Leider konnte ich Ili auch dort nicht flicken. Das gelang mir erst, als Aladan mir ein Satz Chromos 4 Nutzwesen gab. Es war eines der sch?nsten Momente meines kurzen Lebens, als ich zum ersten Mal sein Rücken streichelte und es vom Lust die Augen schloss."
Lena, mit Tr?nen der Rührung: "Was für eine romantische Geschichte!"
Lena, befremdet: "Aber warum hast du ein kurzes Leben, Lapsus? Du bist doch ein erwachsener Mann."
Lapsus: "Ich bin ein Chromos 2-Gentech. Ich bin vielleicht sechs Jahre alt."
Lena, staunend: "Dann wurdest du auch von so einem Tank geboren?"
Lapsus: "Ja."
Lena: "Wie ist das, wenn du in so einem Tank aufwachst?"
Lapsus, versonnen: "Es ist seltsam. Du wachst auf ohne Sprache, ohne jedes Verst?ndnis des Welt. Alles ist das erste Mal, jedes Berührung, jedes Schmecken, jedes H?ren, jedes Sehen. Es ist ein Strom von Neuem, das dich durchflutet und vibrieren l?sst vom Erregung und Faszination. Und dann beginnst du zu verstehen, zu begreifen. Und in wenigen Tagen lernst du so viel wie Natürliche in vielen Jahren."
Lena, sinnierend: "Ihr mit euren Superhirnen! Aber irgendwie kann ich es nachvollziehen. In letzter Zeit geschieht mit mir etwas ?hnliches. Auch wenn ich nur eine tumbe Natürliche bin ... und eine Schmarotzerin obendrein."
Lapsus, befremdet: "Warum denkst du, dass du ein Schmarotzer bist?"
Ili: "Was ist ein Schmarotzer?"
Lena, bedrückt: "Jemand, der nur nimmt und nichts gibt."
Ili, lachend: "Aber du gibst doch Liebe und Freude, das Wertvollste im Universum."
Lapsus, lachend: "Ili bringt es auf das Punkt!"
Lena, verwirrt: "Aber immer nur herum spazieren und Liebe und Freude schenken hat doch nichts mit Arbeit zu tun. Natürliche müssen immer arbeiten, sonst sind sie nichts wert."
Lapsus: "Aber hier arbeitet doch niemand, Lena. Wir Gentechs bauen Genville aus Freude am Sch?pfen. Wenn du uns dabei helfen willst, kannst du ein Pflanze von Tank zum Pflanzort tragen und dort eingraben ..."
Lapsus, lachend: "... Dann muss Aladan sich nicht die H?nde schmutzig machen."
Ili lacht auch.
Lena, entschlossen: "Dann werde ich jeden Tag hundert Setzlinge pflanzen."
Lapsus, l?chelnd: "Woher willst du die nehmen? Wir erschaffen pro Tag vielleicht eines."
Lena, bedrückt: "Aber dann habe ich ja fast nichts zu tun."
Lapsus und Ili lachen fr?hlich.
Ili, tr?stend: "Wenn dir langweilig ist, kannst du mit Lebensinsel durch das All streifen. Oder du kannst mit mir nach Natural City kommen und mir dabei helfen, herauszufinden, wie die Natürlichen uns t?ten wollen."
Lena, grimmig entschlossen: "Ja, wir werden Ritsch auf den Zahn fühlen. Er ist der M?chtigste in Natural City und kann am ehesten eine Schweinerei gegen Genville anzetteln."
Lapsus, befremdet: "Aber warum sollte Ritsch uns t?ten wollen? Wir haben es gerettet und unsterblich gemacht. Luftfisch hat ihm die Kristalle der Grossdois gebracht und so sein Reichtum begründet. Das sollte es doch uns gegenüber milde stimmen. Was musst du noch für ein Natürliches tun, damit es dich nicht t?ten will?"
Nachdenkliches Stirnrunzeln bei Lena und Ili.
Ili, sinnierend: "Wir haben den Natürlichen gesagt, dass wir sie beschützen werden, indem wir ihre grausamen Herrscher t?ten. Wir sind also für alle grausamen Herrscher ein Gefahr, das sie weg machen müssen, wollen sie an dem Macht bleiben. Um uns und die Natürlichen zu beschützen, müssen wir rechtzeitig alle grausamen Herrscher entweder t?ten oder von Ambellmi wandeln lassen. Wir k?nnten den Natürlichen aber auch sagen, dass wir sie nicht mehr vor dem Grausamkeit ihrer Herrscher beschützen wollen. Dann w?ren wir für die Herrscher kein Gefahr mehr und sie würden uns vielleicht in Ruhe lassen."
Lena, sich beklommen die Konsequenzen einer grausamen Herrschaft vorstellend: "Was für ein fürchterliches Entweder-oder!"
Lapsus: "Hast du es satt, die Natürlichen zu überwachen, Ili? M?chtest du lieber etwas anderes machen? Wir brauchen die Natürlichen nicht zu beschützen. Es genügt, wenn wir unsere eigenen Fehler korrigieren."
Ili: "Das Leben hat kein Sinn. Und ich muss nichts müssen. Aber es ist so viel sch?ner, Millionen Wesen vor Schmerz zu bewahren, als das ganze Tag an Blumen zu schnuppern."
Lena, gerührt: "Ich war mir dessen nicht bewusst. Aber jetzt, wo du es sagst, ist es genau das, was ich auch empfinde."
Szeneanfang:
Ritsch ist in seinem Büro am Telefonieren.
Chief der Security Guard: "Ich habe einen Professor gefunden, der uns Phosphorbomben bauen kann. Aber ich glaube, es braucht noch etwas überzeugungsarbeit."
Ritsch, grimmig: "Dann treffen wir uns am Haupteingang der Universit?t."
Im Chemielabor des Professors.
Professor, Stirn runzelnd: "Warum wollen Sie ausgerechnet Phosphorbomben? Die erzeugen eine Hitze von 1300 Grad Celsius. Sie sind ?usserst schmerzhaft, weil der darin enthaltene Kautschuk am K?rper kleben bleibt, sodass der Phosphor Brandwunden verursacht, die bis auf die Knochen gehen."
Ritsch, erfreut: "Das klingt, als w?ren sie für Genmonster wie geschaffen."
Professor, kritisch: "Kampforganismen sind auch nur Lebewesen, die überhaupt nichts dafür k?nnen, das verantwortungslose Menschen sie in die Welt gesetzt haben. Wenn wir sie schon vernichten müssen, dann wenigstens ohne lange Qu?lerei mit Sprengbomben."
Ritsch, grimmig: "Wenn wir die Monster sprengen, liegen überall noch K?rperteile herum. Wie wollen Sie unsere Umwelt je sauber kriegen, wenn überall noch so gef?hrlicher Genmüll herum liegt?"
Chief, vermittelnd: "Warum nicht zuerst sprengen und dann brennen? Dann w?ren beide Aspekte berücksichtigt. Wir brauchen bloss zwei Angriffe zu fliegen und alles unerwünscht Genmaterial ist mit Stumpf und Stiel vernichtet."
Schweigen, w?hrend es sichtlich im Professor arbeitet.
Professor, etwas widerwillig: "Na gut, aber Phosphor ist kostbar."
Ritsch: "Geld spielt keine Rolle. Wie viel brauchen Sie für hundert Bomben?"
Professor, erschrocken: "Für hundert Bomben brauche ich fünftausend Kilogramm Phosphor! Das ist unm?glich! Wir brauchen jedes Gramm für unsere Algenfarmen, die uns ern?hren!"
Ritsch, irritiert: "Was soll das heissen?"
Professor, aufgeregt: "Die Algen brauchen Phosphor zum Wachsen. Unser K?rper braucht Phosphor zur Herstellen unserer Lebensenergie. Wir haben einen Kreislauf eingerichtet, bei dem jedes Gramm Phosphor, das den menschlichen K?rper verl?sst, in die Algenproduktion zurück geführt wird. Wenn wir Phosphor aus diesem Kreislauf entfernen, bedeutet das weniger Nahrungsmittel. Die Leute werden hungern."
Ritsch, grimmig l?chelnd: "Dann werden die Hungertoten ihr Phosphor eben für einen guten Zweck spenden. Oder was nützt uns das ganze sch?ne Phosphor, wenn die Genmonster Natural City überrennen und uns alle auffressen?"
Ritsch schaut grimmig drein. Der Professor und der Chief schauen beklommen.
Professor, beklommen: "Und wer entscheidet, wer stirbt?"
Ritsch, grimmig: "Das entscheidet sich von selbst: das obdachlose Gesindel und alle anderen Versager, die sich das Essen nicht mehr leisten k?nnen. Wenn Natural City zu viele M?uler hat, um sich angemessen verteidigen zu k?nnen, k?nnen wir uns gleich die Kugel geben."
Ritsch, zum Professor: "Dann beschaffe ich Ihnen fünf Tonnen Phosphor und Sie bauen hundert Bomben."
Der Professor nickt unfroh …
… und schaut ihnen mit dem selben Ausdruck nach, wie Ritsch und der Chief das Labor verlassen.
Szeneanfang:
Lena schlendert staunend durch Genville, …
… erreicht den Weiher und sieht Antara am Ufer stehen.
Antara setzt einen Fuss aufs Wasser …
… und verblüfft sieht Lena, wie Antara übers Wasser schreitet, …
… zur Mitte des Weihers, …
… wo sie zu tanzen beginnt, …
… in Pirouetten über das Wasser wirbelt, …
… sich abst?sst, …
… um mehrere Meter über Boden auf einer Astspitze zu landen, …
… in vollkommener Eleganz von Ast zu Ast springt, ...
... sich von einem Ast abstossend, ...
... hoch über dem Weiher schwebt und tanzt ...
... und tanzt, ...
... bis sie, langsam herab schwebend, ...
... mit feinem, melancholischem L?cheln vor Lena landet, die, erschlagen von der Sch?nheit und Unfassbarkeit des eben gesehenen, mit offenem Mund dasteht.
Lena, verwirrt, stotternd: "Was ma... machst du da?"
Antara, wie oben: "Ich suche ein Augenblick des Glücks."
Lena, erschrocken: "Oh, verzeih mir, ich wollte dich nicht st?ren."
Antara, wie oben: "Du st?rst nicht. Du bist ein Augenblick des Glücks."
Lena, verblüfft: "Wie das?"
Antara, wie oben: "Im Spiegel deiner Gedanken bin ich ein Fee aus einem M?rchen. Dir dieses Freude zu bereiten ist ein ganz wunderbares Gefühl."
Lena, mit grossen Augen: "Oh, du hast mich bemerkt und meine Gedanken gelesen."
Antara: "Wir müssen wissen, was um uns herum geschieht. Das Wüste ist t?dlich."
Lena, besorgt: "Dann ist es falsch, wenn ich mich in Genville in Sicherheit wiege?"
Antara: "Nein, Genville ist gut bewacht durch Endos Schmetterlinge, mich, Meneor ... Oh, du hast starke Gefühle für Meneor."
Lena, err?tend: "Ich glaube, ich habe hier für alle starke Gefühle."
Antara, melancholisch l?chelnd: "Starke Gefühle sind das Sinn des Lebens."
Lena, mit grossen Augen: "Ist es so einfach?"
Antara: "Ich weiss es nicht. S?tze geschehen einfach. Wir lauschen ihnen und schauen, wohin sie uns bringen."
Lena, etwas peinlich berührt: "Du bist immer nackt."
Antara, auf das sie umgebende Zeltwesen deutend: "Das Zeltwesen ist mein Kleid. Es sorgt für angenehmes Temperatur, beschützt mich vor den Sonnenstrahlen und allzu intensiven Ger?uschen, die mich nerv?s machen. Ich bin ein Chromos 5 und die sind leider etwas fehlerhaft."
Lena, hin und weg von Antaras Sch?nheit: "Du bist nicht fehlerhaft. Ich habe noch nie eine so sch?ne Frau gesehen."
Antara, mit feinem, melancholischen L?cheln: "Willst du in mein Zelt kommen?"
Mit pochendem Herzen betritt Lena das Zeltwesen ...
... und steht nun so dicht vor Antara, dass ihr deren überirdische Sch?nheit den Atem verschl?gt.
Antara nimmt Lena in die Arme.
Wie Antaras Gesicht sich Lena n?hert, denkt Lena: 'Wenn sie mich jetzt küsst, werde ich sterben.'
Antara, fein l?chelnd: "Das wirst du nicht."
Antara küsst Lena, die sich hilflos von Wogen der Lust durchfluten l?sst.
Lenas Arme umschlingen Antara, w?hrend Antara Lenas Kleid mit einem Husch entfernt.
Sie sinken zu Boden, ...
... umarmen und küssen sich leidenschaftlich ...
... und bereiten sich gegenseitig Lust, ...
... bis zum gleichzeitigen Orgasmus.
Mit einem Hauch von Glück auf ihren Gesichtern liegen sie entspannt neben einander.
Lena, lachend: "Ich habe mit einer M?rchenfee geschlafen!"
Antara kichert.
Lena, pl?tzlich besorgt: "Aber ich liebe doch Ili und will sie nicht traurig machen."
Antara: "Wenn Ili dein glückliches Gesicht sieht, wird es Freude empfinden."
Lena, Stirn runzelnd: "Ja, ich weiss, aber ich kann nicht glauben, das ihr nicht eifersüchtig seid."
Antara: "Wenn ein Gedanke dir unplausibel erscheint, dann prüfe es solange, bis du weisst, ob es plausibel ist."
Lena, mit grossen Augen: "Du meinst, ich solle es Ili erz?hlen und schauen, wie sie reagiert? ... Und ich soll ihr von meinen 'starken Gefühlen' für Meneor berichten und ..."
Lena, verwirrt und etwas überfordert die Augen bedeckend: "... Hach, ist das kompliziert!"
Antara, mit feinem L?cheln: "Ist es nicht. Du hast nur ein bisschen Angst. Aber das wird sich aufl?sen, wenn du Vertrauen hast ..."
Antara, düster: "... Ohne Vertrauen ist das Leben ein Albtraum."
Lena h?rt es beeindruckt mit grossen Augen ...
... und sagt: "Du bist unglaublich, Antara. Du bist unglaublich ... Vielleicht kannst du mir auch erkl?ren, warum ihr so komisch redet. 'Das Frau', 'das Mann', alles ist s?chlich. Aber Frauen sind doch weiblich und M?nner m?nnlich."
Antara: "Das biologische Geschlecht ist nur ein Eigenschaft von vielen, weshalb dieses Eigenschaft nicht im Wort enthalten sein muss. Es heisst ja auch nicht Freundalt, Freundmitgrossesnase, Freundohnehaar, Freundmitgrossentitten. Weshalb sollte es also Freundin heissen, wenn Freund s?chlich und eigenschaftsneutral ist?"
Lena, protestierend: "Aber wenn es im M?rchen nur Prinzen gibt, kriegt der Prinz ja nie seine Prinzessin."
Antara: "Wie geht denn dein M?rchen?"
Lena: "Prinz und Prinzessin lieben sich und wollen heiraten. Dann kommt ein finsterer Geselle, raubt die Prinzessin und bringt sie zu einem Drachen, der die Prinzessin gefangen h?lt. Der Prinz muss in einem heldenhaften Kampf den Drachen besiegen und die Prinzessin befreien. Dann erst k?nnen sie heiraten. Und wenn sie nicht gestorben sind, leben sie noch heute."
Antara: "Und ab wann genau ist es wichtig zu wissen, ob es ein Mann oder ein Frau ist?"
Lena, verwirrt: "Ich verstehe nicht."
Antara: "Ab wann funktioniert dein Geschichte nicht mehr, wenn du nicht weisst, ob es ein Mann oder ein Frau ist?"
Lena: "Na ja, gleich zu Beginn: Ist doch komisch, wenn ein Prinz einen Prinzen heiraten will."
Antara: "Und warum ist das komisch, wenn, wie du sagst, sie sich lieben?"
Lena, verwirrt: "Du meinst, ein Mann kann auch einen Mann lieben? Oder eine Frau eine Frau? Oder es ist der Mann, der vom Drachen gefangen gehalten wird und die Frau muss in einem heldenhaften Kampf ..."
Lena, mit grossen Augen begreifend: "Es ist gar nicht wichtig, welches Geschlecht sie haben! Die Geschichte funktioniert auf jeden Fall!"
Antara: "So kann jedes in seinem Fantasie die Figuren sich vorstellen ..."
Antara, kichernd: "... Vielleicht ist für manche das Prinz auch ein Hund."
Lena, mit grossen Augen: "Oder ein Kampforganismus wie Ili oder Meneor."
Lena, die Tragweite ergriffen begreifend: "Das Lena muss kein Die mehr sein. Es kann einfach sein. Und Ili lieben und Antara und Meneor und Lapsus und ... Flu ..."
Szeneanfang:
Lebensinsel schwebt über dem grossen Innenhof der Universit?t von Natural City. Alle Studierenden, die sich im Innenhof aufhalten, starren entsetzt auf das kilometergrosse Gebilde.
Student, angstvoll: "Die Aliens kommen!"
Manche rennen in Panik davon.
Myrta steht am Ufer des Meeres neben einem Wegdoppler und ruft: "Bist du in Position, Lebensinsel?!"
Lebensinsel: ""Ja, aber warum haben diese Natürlichen alle das Gefühl, sie seien mehr wert als die andern?""
Myrta, sinnierend: "Sie füllen ihr Gehirn mit mehr Wissen als die andern. Daraus leiten sie ihr Mehrwert ab."
Lebensinsel: ""Dann w?re das langweilige Bibliothekswesen mehr wert als wir alle zusammen, hahaha.""
Myrta und Caesar lachen.
Bibliothekswesen: ""He, ihr Wisslosen, bloss weil ich keine Heldentaten vollbringe, bin ich noch lange nicht langweilig.""
Myrta, lachend: "Ups, da sind wir wohl jemandem auf die Füsse getreten."
Lebensinsel: ""Hahaha.""
Caesar lacht.
Myrta, l?chelnd: "Na gut, Bibliothekswesen. Wenn du uns schon belauschst, kannst du gleich speichern, was jetzt geschieht. Hoffentlich wird es nicht peinlich und wir verdienen uns das Titel Wisslose."
Lebensinsel l?sst eine Lichtellipse auf dem Boden erscheinen, die so gross ist, dass sie fast den ganzen Innenhof ausfüllt, und sagt zu den Studierenden: ""Verlasst dieses Lichtkreis, ihr Wichtlinge! Ich muss dort ein Mulde machen.""
Student 1, besserwisserisch: "Das ist kein Kreis. Das ist eine Ellipse."
Student 2, besserwisserisch: "Und es heisst 'diesen Lichtkreis' und 'eine Mulde'."
W?hrend die anderen aus dem Lichtkreis fliehen, irrt eine Studentin geblendet herum.
Lebensinsel l?sst die Studentin aus dem Licht schweben.
Studentin, in Panik, schreit: "Hilfeee!! Ich werde entführt!!"
Schlotternd h?rt die am Rand des Innenhofs abgesetzte Studentin mit den neben ihr stehenden Studierenden Lebensinsel sagen: ""Statt dummes Zeug zu schreien, solltet ihr Wichtlinge euch lieber Gedanken machen, was ihr tun wollt, wenn das Experiment gelingt.""
Allgemein Fragezeichengesichter.
Student 3: "Experiment?"
Student 4: "Sie wollen mit uns Experimente machen!"
Vor den fassungslosen Augen der Studierenden beginnt sich der Boden unter der Lichtellipse muldenf?rmig in Nichts aufzul?sen.
Student 4, panisch: "Sie l?sen den Planeten auf!"
Lebensinsel, zu Myrta: ""Das Mulde ist bereit.""
Myrta, zu einem auf dem Wasser fast unsichtbar liegenden Filterwesen, das flach ist wie eine Plane und sich den Wogen anpasst: "Dann aktiviere ich jetzt das Filterwesen, damit es im Sekundentakt ein Kubikmeter gereinigtes Wasser auf das erste Wegdoppler und die ausgef?llten wertvollen Materialien auf das zweite Wegdoppler sch?pft."
Myrta konzentriert sich mit geschlossenen Augen.
Ein dicker Wasserstrahl geht vom Filterwesen auf den ersten Wegdoppler zu, wo er sich zu einem Wasserwürfel formt.
Myrta, wie oben: "Aktiviere das erste Wegdoppler."
Schon wird der erste Wasserwürfel weggedoppelt und der zweite ist dabei, sich zu bilden.
Der erste Wasserwürfel erscheint dicht über dem Muldengrund ...
... und platscht herab, w?hrend an derselben Stelle schon der n?chste Wasserwürfel entsteht.
Lebensinsel: ""Ich mache jetzt noch ein Plattform für die anderen Materialien.""
Ein etwa ein Meter hoher Felsen mit einer quadratischen Breite von vielleicht eineinhalb Metern w?chst aus dem Boden. Auf allen vier Seiten steht warnend: "NICHT BETRETEN! LEBENSGEFAHR!"
Lebensinsel: ""H?rt gut zu, Wichtlinge! Wer auf diesem Plattform ist, wenn die Rohstoffe materialisieren, kann sterben.""
Student4 ruft: "Was soll der ganze Scheiss?!"
Lebensinsel: ""Natural City verliert jedes Tag Wasser durch Verdunstung und Phosphor durch Verluste beim Kreislauf. Ihr werdet bald nicht mehr f?hig sein, für alle genug Nahrung herzustellen. Dieses Mulde hier füllt sich dauernd mit Wasser. Es wird bald überlaufen. Also überlegt euch, was ihr tun wollt. Und auf diesem Plattform werden Würfel aus Phosphor und Metallen erscheinen. Also überlegt euch, was ihr damit anstellt.""
Ungl?ubig n?hern sich die Mutigsten dem Rand des Teichs ...
... und starren fassungslos auf dieses Wasserwunder, ...
... bis eine Studentin aufwacht und ruft: "Verdammt Leute, wir müssen das Wasser abpumpen, sonst wird bald die ganze Uni überschwemmt!"
Student ruft: "Rufen wir die Feuerwehr! Die haben Pumpen und Schl?uche und k?nnen das Wasser in die unterirdischen Zisternen lenken."
Student 4, ruft kritisch: "Zuerst müssen wir das Wasser analysieren! Vielleicht wollen die Aliens uns vergiften."
Studentin, davon rennend, ruft: "Ich hole den Chemieprof!"
Lebensinsel, lachend: ""Na also, geht doch, hahaha!""
Wie der Teich sich füllt, rennt der Chemieprofessor, mit dem sich auch Ritsch unterhalten hat, mit einem Analysekoffer herbei.
Nachdem der Professor seine Apparatur aufgestellt und das Wasser analysiert hat, sagt er mit Blick durch ein Reagenzglas: "Das ist einwandfreies Trinkwasser."
Ein Ruf aus dem Off l?sst den Professor herum fahren: "Professor, schauen Sie!"
Der Professor n?hert sich der Plattform, auf der eben einige Würfel materialisiert wurden, ...
... mustert die Würfel ...
... und denkt mit leisem Schreck: 'Ein Würfel ist aus Phosphor! Ein Geschenk der G?tter, wenn da nicht dieser Bombenfanatiker w?re ...'
Eine Studentin berührt einen weissen Würfel: "Sieht aus wie Salz ..."
... leckt am Finger und sagt erfreut: "... und ist auch Salz! Davon haben wir ja auch zu wenig."
Andere Studentin, naiv: "Sind diese Aliens dann freundlich?"
Lebensinsel: ""Wir sind keine Aliens, ihr Wichtlinge. Wir sind Genvilles. Und ich bin Lebensinsel, das Raumschiff von Genville.""
Naive Studentin, nach oben blickend, staunend: "Aber das sind doch Genmonster. Warum helfen die uns?"
Lebensinsel: ""Wie w?r's, wenn ihr Wichtlinge endlich lernen würdet zu unterscheiden?""
Myrta, Caesar umarmend, lachend: "Es klappt! Es klappt!"
Auch Caesar lacht.
Myrta, tatendurstig: "Dann setzen wir jetzt das Anlage für Genville in Betrieb."
Lebensinsel: ""Soll ich in Genville auch ein Wassermulde und ein Plattform machen?""
Myrta, kichernd: "Als 'Wassermulde' nehmen wir das Weiher. Und die Filterwesen für Genville reinigen das Meerwasser von unerwünschten Bestandteilen, ohne Rohstoffe auszuf?llen. Deshalb braucht es auch kein Plattform."
Lebensinsel: ""Dann gehe ich mal zum Weiher. Die Wichtlinge brauchen mich hier nicht mehr. Ich bin neugierig, was ihr zwei anrichtet, hahaha.""
Myrta, mit schr?gem L?cheln: "Mach mir kein Stress! Ich bin schon nerv?s genug."
Wie Lebensinsel über dem Weiher in Genville auftaucht, steht am Ufer das Bibliothekswesen.
Lebensinsel: ""Aha, das Bibliothekswesen will also auch ein kleines Heldentat vollbringen und sich dem Experiment hautnah aussetzen, huhuuuu!""
Bibliothekswesen, per Schallwelle, kichernd: "Nichts huhuuu. Ich kann doch dabei bloss nass werden."
Lebensinsel: ""Warum l?sst du die andern nicht auch nass werden?""
Bibliothekswesen: "Myrta wollte zuerst sicher sein, dass es gut aussieht. Deshalb soll nur ich es beobachten. Myrta m?chte ... perfekt sein."
Lebensinsel: ""Och, was soll denn das sein, ein perfektes Wesen? Myrtas Geist sprudelt vor Ideen. Es ist wie ein ...""
Bibliothekswesen: "... Vulkan?"
Lebensinsel: ""Ja, auch ich bin in diesem Vulkan entstanden. Sein Brodeln zu betrachten ist, als ...""
Bibliothekswesen: "... würdest du jedes Tag neu geboren?"
Lebensinsel: ""Zu viel Angst vor Fehlern ist wie Wasser, das das Magma erkalten l?sst.""
Bibliothekswesen: "So schlimm ist es nicht. G?nn Myrta etwas Sorgfalt. Du willst ja auch nicht, dass die zwanzig Wegdoppler Genville mit Sand zudecken."
Lebensinsel: ""Nein, aber die andern sollen wenigstens teilhaben.""
Bibliothekswesen: "Du hast recht ..."
Bibliothekswesen ruft: "Vooortraaag!!!"
In wenigen Sekunden sind Ili, Lapsus, Lena, Iris, die vier Schwestern, Antara, Chromos 5, Estragon, Aladan und Meneor am Ufer des Weihers versammelt und schauen erwartungsvoll auf das Bibliothekswesen.
Bibliothekswesen: "Myrta beginnt jetzt, unser neues Wasserversorgung ingang zu setzen."
Myrta ruft: "Bibliothekswesen, ich aktiviere jetzt Filterwesen und Wegdoppler 1!"
Bibliothekswesen wiederholt für die Anwesenden: "Filterwesen und Wegdoppler 1 werden aktiviert, um sauberes Meerwasser zu transportieren."
Das Publikum schaut mit Fragezeichengesichtern zum Weiher, ...
... wo zur Verblüffung aller pl?tzlich in vielleicht sechs Metern H?he ein Kubikmeter Wasser aus dem Nichts auftaucht ...
... und lautlos hinunter f?llt, ...
... bis er rauschend im Weiher versinkt.
Bibliothekswesen: "Myrta, das erste Wasser ist angekommen."
Lena, zu Hisch, flüsternd: "Es spricht zu Myrta. Aber ich sehe es nicht."
Hisch, flüsternd: "Nun, wenn es Meerwasser her schickt, muss es wohl weit über tausend Kilometer weg am Meer sein."
Lena, auf Bibliothekswesen deutend, flüsternd: "Und dieses Wesen kann mit ihm sprechen?"
Hisch, flüsternd: "Das Bibliothekswesen hat Feldsinn und Wandlerzellen, damit es uns überall auf dem Erde Auskunft geben kann."
Lena schaut mit grossen Augen auf das Bibliothekswesen, welches rapportiert: "Filterwesen und Wegdoppler 2 werden aktiviert."
Kaum hat sich der erste Kubikmeter Wasser materialisiert, ...
... erscheint darüber der zweite, ...
... sodass nun beide nahtlos hinab sinken ...
... und rauschend im Weiher versinken.
Und so geht es weiter, bis das Bibliothekswesen feststellen kann: "Filterwesen und Wegdoppler 20 werden aktiviert."
Vor dem staunenden Publikum rauscht nun ein nahtloser Wasserfall aus dem Nichts in den Weiher.
Iris, schwer beeindruckt, vor sich hin: "Es ist wie ein biblisches Wunder."
Aladan, ebenso beeindruckt: "Fürwahr, Myrta und Caesar haben Wunder vollbracht. Das Weiher wird überlaufen und ganz Genville mit B?chen durchziehen. Estragons B?ume werden zum ersten Mal genug Wasser haben, um ihre Bl?tter zu ?ffnen und Wasser zu verdunsten. Es werden zum ersten Mal seit langem Wolken entstehen. Und es wird wieder regnen. Und das Regen wird das Wüste ergrünen lassen ..."
Hisch, mit Tr?nen: "Verdammt, Aladan, h?r auf, du bringst mich zum Weinen."
Wagon ruft begeistert mit hochgereckter Faust: "Myrta und Caesar! Myrta und Caesar! ..."
Die andern, ausser Meneor, Antara und Chromos 5, machen mit und skandieren im Chor: "Myrta und Caesar! Myrta und Caesar! ..."
Bibliothekswesen, zu Myrta und Caesar: ""Die Anwesenden rufen volles Begeisterung 'Myrta und Caesar!'.""
Myrta, staunend und leicht erschrocken: "Die Anwesenden? Aber du solltest es doch geheim halten, bis es funktioniert."
Bibliothekswesen: ""Vermutlich besteht das Leben nicht nur aus Funktionieren, sondern auch aus Anteilnehmen. So bist du nie allein, auch wenn du scheiterst.""
Myrta, sinnierend vor sich hin: "Ja, da muss ich wohl noch dazu lernen ..."
Myrta mit Blick auf die arbeitenden Wegdoppler, strahlend: "... Aber wenn etwas funktioniert, dann ist das schon ein herrliches Gefühl."
Myrta, zu Caesar, l?chelnd: "Und du Caesar, bist du nicht lieber das Kaiser der Ideen als das Kaiser des Macht?"
Caesar, l?chelnd: "Ja, da muss ich wohl noch dazu lernen."
Caesar und Myrta lachen sich an.
Szeneanfang:
Chemieprofessor am Telefon: "Herr Ritsch, ich habe eine Phosphorquelle gefunden, ohne dass jemand zu verhungern braucht."
Ritsch, mit seinem verzerrten L?cheln: "Ausgezeichnet, dann sind Sie ja doch zu etwas nützlich."

