Szeneanfang:
Am Abend haben sich Ewald, Iris, Meneor, Piri, Caesar, Myrta, Held und Doi in Caesars Büro versammelt. Die Stimmung ist gedrückt. Nur Held zeigt eine gewisse Schadenfreude. Myrta: "Ich konnte kein einziges weibliches Student für die Friends of Guards gewinnen."
Iris schimpft: "Diese Papi-Tussies sind viel zu verw?hnt, als dass sie einen Finger krümmen würden für eine bessere Welt."
Ewald: "Vielleicht sollten wir doch M?nner fragen. Nicht alle Guards sind charme-lose Schweine. Und wenn eine Frau sich verliebt, verr?t sie unseren Plan."
Iris, kritisch: "Und wenn ein Mann schwul ist und sich in einen knackigen Charmebolzen verliebt?"
Myrta grinst: "'Knackiges Charmebolzen', wie obsz?n!"
Ewald: "Dann fragen wir halt die Kandidaten und wenn sie schwul sind, bekommen sie eine weibliche Guard zum Betreuen."
Myrta: "Weibliche Guards gibt es kaum noch. Frauen wirken harmloser und ein weibliches Groupie ist für ein Mann viel schmeichelhafter."
Doi: "Schmeichelhaft ist das Eichelsaft."
Ewald, mit gequ?ltem Grinsen:
"Weisst du vor lauter Ernst nicht weiter,
frag Doi, er macht dich wieder heiter."
Kichern.
Ewald gibt zu bedenken: "M?nner sind brutaler. Sie sind auch bereit, einen Guard direkt zu t?ten, wenn das mit dem Gift nicht klappt."
Caesar: "Und welches Guard würde nicht misstrauisch, wenn ihm ein Mann regelm?ssig Leckereien bringt?"
Ewald, kritisch: "Früher oder sp?ter wird sich eine Frau verlieben und dann fliegt alles auf. Wie willst du das verhindern?"
Caesar, nachdenklich: "Wie w?r's mit einem Enzym?"
Ewald, verblüfft: "H??"
Caesar erl?utert: "Ich baue ein Enzym, welches im Gehirn das Entstehung von Verliebtheitsfeldern blockiert."
Myrta ruft: "Aber welches Frau will schon darauf verzichten, sich zu verlieben?!"
Iris, grimmig: "Natürliche Frauen sind ja nicht von Natur aus bl?d. Eine Frau wird durchaus eine Zeit lang auf diesen Verliebtheitskram verzichten, wenn sich danach das Leben und Lieben wieder lohnt."
Myrta, fragend zu Caesar: "Kannst du das Wirkung befristen?"
Caesar: "Kein Problem. Nach ein paar Monaten wird es zerfallen und alles ist wie vorher."
Ewald, zweifelnd: "Und wo finden wir Frauen, welche die Sache Tod ernst nehmen?"
Doi: "Ein Frau gibt kein L?cheln, wenn das Mann tot ist."
Alle schauen Doi verblüfft oder fragend an.
Myrta ruft begeistert: "Das ist es! Wir suchen Frauen, denen die Guards ein Familienmitglied ermordet haben."
Ewald, betroffen vor sich hin: "Irgendwie zynisch."
Myrta merkt, dass ihre Begeisterung unangebracht war und sagt zerknirscht: "Das Freude des Ingenieurs, wenn es ein L?sung sieht, war in diesem Fall wohl nicht angebracht. Tut mir Leid."
Iris, nüchtern: "Trotzdem hast du recht. Die Wut und Verbitterung dieser Frauen wird ihnen die Kraft geben, den Plan durch zu ziehen. Im übrigen stammt dieser zynische Plan von dir, lieber Ewald. Also meckere nicht rum!"
Myrta nimmt Ewald in Schutz: "Ewald ist ein nettes Mensch. Es ist ganz natürlich, dass ihm das Teuflische dieses Vorhabens zu schaffen macht."
Ewald err?tet.
Iris mustert Ewald zweifelnd: "Nettes Hundi vielleicht, aber netter Mensch?"
Ewald spielt mit "Pfff" den Beleidigten. Die andern kichern.
Szeneanfang:
In der Nacht schleicht sich Held aus der Universit?t, hinter ihm Meneor, der ihm lautlos wie ein Schatten unbemerkt folgt.
Auf der Strasse ruft sich Held ein Elektrofahrzeug.
Wie Held einsteigt, klammert sich Meneor am Heck des Fahrzeugs fest.
Zwei Guards bemerken Meneor und drehen sich nach dem vorbei fahrenden Fahrzeug um. Einer hebt schon den Arm und will "Halt!" rufen.
Doch bevor es dazu kommt, hat Meneor zwei Pfeile aus der Bet?ubungsfl?te abgefeuert ...
... und die beiden Guards sinken bewusstlos zusammen.
In der N?he des inneren S?uregrabens h?lt das Fahrzeug an. Held steigt aus und geht zielstrebig auf ein Haus zu, von dem ein Teil über den Rand des S?uregrabens ragt.
Held sieht sich verschw?rerisch um, wie er das mitgeführte Brecheisen aus seiner Kleidung zieht, ...
... und hebelt behutsam, um m?glichst wenig Ger?usche zu erzeugen, ein Fenster auf, ...
... durch das er flink einsteigt.
Meneor steht mit geschlossenen Augen da und beobachtet mit seinem Feldsinn, wie Held den Einstiegsraum verl?sst, ...
... sodass Meneor ihm so schnell wie ein geworfener Stein ins Haus folgen kann.
Meneor sp?ht vorsichtig durch die Tür?ffnung und sieht Held in einem ger?umigen Lagerraum für durchsichtige Glasboote. An der Decke h?ngt ein Schienenkran, der den ganzen Raum bedienen kann. Held ist dabei, die vier Lederschlaufen, welche durch L?cher im Glasrand eines Bootes führen, an den vier Haken des Krans aufzuh?ngen.
Held ergreift die mit einem Spiralseil ausziehbare Kranbedienung und steigt ins Boot.
Held hievt das Boot und sich mit dem Kran hoch und bewegt es in den hinteren Teil des Lagerraumes, wo ein Gel?nder den Rand des S?uregrabens markiert.
Held steuert das Boot über das Gel?nder hinweg, sodass er nun über dem S?uregraben schwebt.
Das Boot sinkt ab und sobald es aus Meneors Sichtbereich verschwunden ist, schleicht sich Meneor zum Gel?nder vor.
Dort beobachtet Meneor, wie Held die Kranhaken aus den Lederschlaufen l?st ...
... und sich mit Hilfe eines gl?sernen Paddels auf die Genville-Insel zu bewegt. Meneor denkt: 'Wenn ich mit diesem Ding auch ein Boot hinablasse, wird Held mich h?ren ...'
Meneor springt an ein Kranseil ...
... und denkt beim Hinabklettern: 'Ich habe noch gar nie ausprobiert, wie mein K?rper auf S?ure reagiert ...'
Sich wie ein Affe festhaltend, baumelt Meneor am Seilende dicht über der S?ure und streckt vorsichtig einen Fuss aus.
Kaum berührt Meneor mit dem grossen Zeh die S?ure, verwandelt sich die Haut seines Fusses in einen geschuppten Panzer. Meneor staunt.
Langsam taucht Meneor den geschuppten Fuss ein und sofort verwandelt sich die Haut des Beines bis übers Knie ebenfalls in Schuppen.
Meneor l?sst sich leise in die S?ure sinken, bis sein ganzer K?rper diesen reptilhaften Panzer tr?gt.
Lautlos schwimmt er Held nach, der die Felswand der Genville-Insel erreicht hat und sein Boot an einem geeigneten Stein anbindet.
Held steht in dem Boot auf und schaut misstrauisch in Richtung Meneor. Aber in dem finsteren Graben kann er den heran schwimmenden Krieger nicht sehen.
Die rissige Felswand bietet genug Halt und Held beginnt sie zu erklimmen.
Meneor folgt ihm lautlos wie ein Insekt.
Oben angekommen, sp?ht Meneor über den Rand der Genville-Insel und sieht Held geduckt auf zwei Guards zu schleichen, die vor der Tür zu einem h?sslichen Schuppen, wie sie auf Baustellen verwendet werden, Wache stehen. Im schwachen Licht einer über der Tür angebrachten Lampe ist das Türschild "Kommandant Hans Hart" zu entziffern.
Ein paar Meter vor den Guards steht Held auf und geht unverfroren auf sie zu.
Die erschrockenen Guards reissen ihre Sturmgewehre hoch. Guard A: "Halt, wer bist du?"
Als Zeichen seiner Harmlosigkeit und um die Guards zu bes?nftigen, hebt Held seine H?nde hoch.
In jeder Hand tr?gt Held einen Hirnschocker, die er nun auf die Guards richtet und ausl?st.
Die Guards, deren Kurzzeitged?chtnis gel?scht worden ist, sind verwirrt, ...
... bemerken den n?her getretenen Held erneut und Guard A sagt: "Halt, wer bist du?"
Wieder bet?tigt Held die Hirnschocker.
Wie sich die Guards von ihrer Verwirrung erholen, steht Held unmittelbar vor ihnen. Guard A, verblüfft: "Wo kommt der so pl?tzlich her?"
Noch bevor Guard A sich von seiner überraschung über diese für ihn aus dem Nichts aufgetauchte Person erholen kann, sieht er eine Faust auf sein Gesicht zurasen.
Mit einem h?sslichen "Kracks" treibt der Faustschlag Guard As Nasenbein in sein Gehirn und t?tet ihn sofort, sodass es finster wird vor seinen Augen.
W?hrend Held die eine Faust zurückzieht, schleudert er die andere auf Guard Bs Nase und t?tet ihn auf dieselbe Weise.
W?hrend die toten Guards hin sinken, denkt Meneor: 'Wieso benutzt es die Hirnschocker? Mit dem Bet?ubungsfl?te w?re es doch viel bequemer ...'
W?hrend Held die Leichen, eine nach der anderen, etwas abseits von Meneor zum Inselrand schafft, um sie in den S?uregraben zu werfen, konzentriert sich Meneor mit geschlossenen Augen auf Held.
Meneors Feldsinn zeigt ihm die Wisperfelder in Helds Kopf, welche haupts?chlich aus schwarzen Wolken des Hasses bestehen. Meneor denkt: 'Diese schwarzen Hasswolken! Sie zwingen das ?ngstliche Mann, mit blossen H?nden zu t?ten ...'
Meneor beobachtet, wie Held auf die Tür des Schuppens zugeht und denkt: 'Hans Hart würde nie in einem so schlechten Haus am Rand schlafen, wo ihn ein Rakete t?ten k?nnte.'
Held will die Tür ?ffnen, z?gert und denkt Stirn runzelnd: 'Dieser Hundesohn versteckt sich doch nicht in dieser Bruchbude, wo ich ihn mit einer einzigen Rakete ausl?schen kann. Das ist eine Falle!'
Im Schutz der Dunkelheit schleicht Held zur n?chsten Baracke, wo wieder zwei Guards die Eingangstür bewachen.
Held t?tet die beiden Guards auf dieselbe Weise ...
... und sieht auf der Tür die Inschrift: "Kommandant Hans Hart."
Held schiebt die Guardleichen über den Rand in den S?uregraben und denkt: 'Hart macht Spielchen, stellt hundert Baracken mit seinem Namen auf und versteckt sich in einer davon ...'
Held hat sich umgedreht, betrachtet die Silhouette der n?chsten Baracke und denkt mit b?sem Grinsen: 'Oder er steckt in gar keiner und hockt, schlotternd vor Angst, in einem Gebüsch.'
Held denkt grübelnd: 'Das Dumme ist, dass er dieses Spielchen gewinnt, weil ich die ganze Nacht brauche, um alle Guards zu neutralisieren. Es sei denn, ich spiele nach meinen eigenen Regeln ...'
Held n?hert sich der n?chsten Baracke, sodass die Guards ihn nicht sehen und denkt: 'Das Wild aufscheuchen ... mit L?rm ... oder Feuer ...'
Meneor konzentriert sich mit geschlossenen Augen auf Held und denkt l?chelnd: 'Das Idee k?nnte von mir sein.'
Held stopft trockenes Gebüsch unter die Barackenwand ...
... und zündet es an.
Held huscht zur n?chsten Baracke.
Meneor steht kritisch vor dem kleinen Feuer, welches kaum in der Lage zu sein scheint, das dicke Holz der Baracke in Brand zu setzen.
Meneor zückt ein Messer und sagt leise "Loder" zu ihm, ...
... bevor er das brennende Messer wie eine Fackel neben das Feuerchen unter die Barackenwand stellt.
Meneor sp?ht um die Ecke der Baracke, wo die beiden nichts ahnenden Guards Wache stehen, ...
... und bl?st ihnen mit der Bet?ubungsfl?te zwei Nadeln in den Hals, sodass sie bewusstlos hinsinken.
Held hat einen Halbkreis von Baracken am Inselrand angezündet und steht nun auf der gegenüberliegenden Seite im Dunkeln, um zu beobachten, was geschieht. Die Flammen sind von hier aus nicht sichtbar. Held wundert sich und denkt: 'Hm, warum haben die Guards noch nichts bemerkt?'
Nach einer Zeit schlagen die Flammen h?her und sind von weitem zu sehen. Erste "Feuer!"-Rufe sind zu h?ren.
Die Guards geraten in Aufruhr und rennen ratlos hin und her, weil auf der Insel keine L?scheinrichtungen existieren. Jemand ruft: "Wir haben nichts zum L?schen!"
Held l?chelt schadenfroh.
Die Guards auf der dunklen Seite der Insel haben ihren Posten verlassen, um nach dem Feuer zu sehen. So kann Held ungehindert die Baracken inspizieren und denkt: 'Hart, du feiger Hund, willst du nicht raus kommen und mein Feuerchen bewundern?'
Nachdem Held ein paar Baracken überprüft hat, denkt er ver?rgert: 'Nichts, kein Licht, keine Panzerung, eine wie die andere ...'
Held hat sich etwas weiter ins Innere der Insel vorgewagt, sieht vor sich den Bunkereingang zu den unterirdischen R?umen, stutzt und denkt: 'Hart ist da unten!'
Held schleicht geduckt zum Eingang, ...
... wo er im schwachen Notlicht des Ganges lauernd und lautlos die Treppe hinab steigt, ...
... bis er den Gangboden betritt, ...
... der unter seinen Füssen nachgibt.
Entsetzt sieht Held sich in den bodenlosen Schacht fallen, ...
... wie pl?tzlich eine Hand sich um Helds Unterarm schliesst ...
... und Held aus dem Abgrund zurück auf die Treppe reisst.
Bleich vor Schreck sieht Held Meneors grinsendes Gesicht vor sich.
Held stottert: "Wa... Wa..."
Meneor, breites L?cheln: "Antara will nicht, dass du stirbst."
Held starrt Meneor an, weil er den ausgestandenen Schrecken und diesen merkwürdigen Satz verdauen muss.
Held, ruhiger: "Warum?"
Meneor, arglos: "Das weiss ich nicht."
Held, grimmig: "Ich will Hart beseitigen."
Meneor: "Das weiss ich. Aber Hart ist nicht auf dem Insel."
Held, misstrauisch: "Woher weisst du das?"
Meneor: "Ich habe alle Leute angeschaut und es war nicht dabei."
Held protestiert: "Und wenn er sich als Guard verkleidet hat?"
Meneor: "Ein Gehirn kann sich nicht so gut verkleiden."
Held ist verblüfft.
Meneor dr?ngt: "Sie werden uns bald suchen. Gehen wir!"
Geduckt schleichen Meneor und Held aus dem Bunkereingang.
Wie ein Guard ihnen auf dem Weg zum Inselrand bedrohlich nahe kommt, legt Meneor ihn mit der Bet?ubungsfl?te schlafen.
Held, ver?chtlich: "Warum benutzt du dieses Spielzeug? Früher hast du doch auch alles abgeschlachtet, was dir vor die Klinge kam."
Meneor: "Die Leute sind vielleicht nur Guards, weil sie sonst nichts zu essen bekommen und verhungern. Das hat Piri gesagt."
Held spottet: "Aus dem kühlen Killer wird ein warmherziger Softie. Was für eine Wandlung!"
Meneor, ungerührt vom Spott: "Wenn ich das Junge t?te, wird sein Mutter weinen. Das ist nicht 'Mehr Freude. Weniger Schmerz.'"
Held ?zt: "Oho, h?rt Prediger Meneor! Das wird ja immer toller."
Held bemerkt, dass sie weit weg vom Glasboot zum Inselrand schleichen, und sagt: "Das Boot ist dort drüben."
Meneor, unbekümmert: "Ich weiss."
Eine Stimme aus dem Off: "Sucht die Brandstifter und werft sie in den S?uregraben!"
Meneor wendet Held den Rücken zu und sagt: "Steig auf mein Rücken!"
Held, verblüfft: "H?? Ich bin doch kein Kind."
Meneor, in der Haltung wie oben: "Nein, aber zu langsam."
Widerwillig steigt Held auf Meneors Rücken.
Als w?ge Held nichts, klettert Meneor flink über den Inselrand, ...
... hinab in die rissige Felswand, ...
... wo er sich mit G?nsehaut erzeugendem Tempo seitw?rts auf das Glasboot zu bewegt.
Held denkt gestresst: 'Dieser Verrückte! Ein Fehlgriff und wir stürzen ab!'
Innert Sekunden sind sie beim Boot, welches sie besteigen.
Meneor rudert so schnell, dass das Boot eine Bugwelle wirft. Held, der den Inselrand beobachtet, ruft unterdrückt: "Da!"
Meneor dreht sich um sieht den Guard, der eben sein Gewehr anlegt, um auf das Boot zu schiessen, welches im Feuerschein sichtbar ist, ...
... und wirft ein Messer, ...
... welches sich durch das Gesicht des Guards in dessen Gehirn bohrt.
Leblos sinkt der Guard von der Kante ...
... und platscht in den S?uregraben.
Held bedient die Fernsteuerung des Krans, der das Glasboot mit ihnen drin hoch zieht, und sagt mit grimmigem Spott: "Wo bleibt jetzt der heilige Meneor? Dieser Junge hatte auch eine Mutter."
Meneor, mit schwachem L?cheln: "Was Genville angreift, muss bereit sein, auf sein Leben zu verzichten."
Held versucht Stirn runzelnd zu begreifen, was Meneor meint, ...
... gibt es aber Kopf schüttelnd auf und fragt: "Schaust du auch ab und zu in mein Gehirn?"
Meneor: "Ja."
Held, unfroh: "Warum hast du mich nicht aufgehalten, wo ihr doch beschlossen habt, Hart am Leben zu lassen?"
Meneor: "Auch wenn ich deine Gedanken kenne, du bist frei."
Held, provozierend: "Aha, dann bin ich also auch frei, Piri umzubringen."
Meneor, abgekl?rt: "Wenn du Genville angreifst, bist du tot."
Das Boot erreicht den Lagerraum. Held blickt grübelnd vor sich hin und denkt: 'Ich verstehe diesen Kerl nicht.'
Held hat das Glasboot ins Lager gekrant. Wie sie das Boot verlassen, sagt Held mit hartem Lachen: "Du bist ein merkwürdiges Monster. Warum strebst du mit all deinen F?higkeiten nicht nach Macht?"
Meneor, mit leichtem L?cheln: "Macht bedeutet mir nichts."
Held breitet die Arme aus und ruft melodramatisch: "Was heisst hier, Macht bedeutet nichts? Macht bedeutet alles!"
Meneor, v?llig unbeeindruckt, l?chelnd: "Wenn du glücklich werden willst, solltest du dir von Ambellmi das Herrschbedürfnis l?schen lassen."
Meneor ist dabei, den Lagerraum zu verlassen. Held starrt ihm mit einem verwirrten "H??"-Gesicht nach.
Szeneanfang:
In derselben Nacht steht der immer noch alt aussehende Herr Ritsch am Ufer des Genville-Weihers im Licht des Feenstaubs und starrt Stirn runzelnd auf die glatte Wasserfl?che, wobei er denkt: 'Was für eine Verschwendung, diesen Tümpel nachts zu beleuchten.'
Ohne Ritsch erschrecken zu wollen, einfach weil es ihre Art ist, sich zu bewegen, n?hert sich Ili ger?uschlos von hinten.
Dicht hinter Ritsch fragt Ili freundlich: "Herr Ritsch, ich m?chte dich etwas fragen."
Ritsch erschrickt heftig, ...
... dreht sich zu Ili um wie ein bissiger Hund und kl?fft wütend: "Was f?llt Ihnen ein, mich so zu erschrecken, Sie Schnepfe?!"
Ili, etwas betrübt: "Oh, ich habe nicht gewusst, dass du so schlechte Ohren hast."
Ritsch ist konsterniert: "Also, das ist doch ..."
... und wird laut: "Ich habe keine schlechten Ohren und h?ren Sie auf, mich zu duzen!"
Ili, der die Welt des Duzens und Siezens v?llig fremd ist, macht ein Fragezeichengesicht.
Mit dem neugierigen Interesse eines Kindes für einen fremdartigen K?fer betrachtet Ili Ritschs wütendes Gesicht.
Da muss Ili lachen und sie sagt: "Hahaha, Dauerzorn ist wirklich ein gutes Name für dich."
Ili fasst den verwirrten Ritsch bei der Hand, zieht ihn zur Bank am Ufer des Weihers und sagt freundlich: "Komm, wir setzen uns ans Ufer. Dann kannst du dein Zorn ins Wasser werfen."
Fassungslos von so viel Ignoranz seiner Allmacht, l?sst Ritsch sich zu der Bank ziehen, wo er sich neben Ili setzt.
Ili hat Ritschs Hand los gelassen und schaut ihm tief und ernst in die Augen, was Ritsch so befremdet, dass er vergisst, zornig zu werden.
Ili, wie oben: "Warum hast du diese Leute so grausam sterben lassen für dein Forschung?"
Ritsch lacht hart: "Ha, was heisst hier 'Leute'? Das sind alles Verbrecher. Die Regierung braucht Geld für den Krieg. Also kaufe ich ihr Verbrecher ab, die ich ohne langwieriges Genehmigungsverfahren für Experimente verwenden kann. Diese Halunken sollen mir dankbar sein. Schliesslich erm?gliche ich ihnen, ihre Taten zu sühnen, indem sie sich für die Wissenschaft zur Verfügung stellen."
Ili h?rt mit grossen Augen zu ...
... und kann nicht verstehen: "Aber diese Leute sind für dein Unsterblichkeit gestorben. Warum bist du nicht für ihr Unsterblichkeit gestorben?"
Der Gedanke ist für Ritsch so absurd, dass er mit einem "Hahaha" laut heraus lacht. Ritsch denkt: 'Und ich Idiot nehme dieses naive Ding ernst.'
Ili macht ein Fragezeichengesicht.
Ritsch, amüsiert, weil er Ili nicht mehr ernst nimmt: "Ich bin einer der reichsten M?nner der Welt und Sie vergleichen mich mit diesem minderwertigen Pack. Für diese Subjekte ist es eine Ehre, wenn sie für mich sterben dürfen."
Ili versteht nicht: "Warum ist ein reichstes Mann mehrwertig?"
Ritsch, unversch?mt l?chelnd: "Das liegt doch auf der Hand. Als einer der reichsten M?nner der Welt bin ich Millionen mal mehr Wert als die Habenichtse, die zu meinen Füssen herum schleimen. Geld ist wertvoll und wer viel davon hat, ist eben auch wertvoll."
Ili, interessiert: "Was ist Geld?"
Ritsch findet es k?stlich, Ili wie ein kleines Kind behandeln zu k?nnen: "Nun, diese kleinen, runden Metallscheiben oder diese so erotisch knisternden Papierchen, die Sie abgeben müssen, wenn Sie etwas essen wollen."
Ili, nachdenklich: "Ich muss nichts abgeben, wenn ich etwas essen will."
Ritsch, wie oben: "Aha, in dieser Stadt k?nnen Sie also einfach essen, ohne zu bezahlen."
Ili erl?utert: "Wenn ich essen will, gehe ich in das Essgarten. Ich muss nichts abgeben. In Genville haben wir kein Geld."
Ritsch runzelt die Stirn und denkt: 'Hm, jetzt wird's unheimlich ...'
Ritsch begreift pl?tzlich und denkt: 'Aha, ich verstehe! Das hier ist eine Klinik für Geisteskranke!'
Szeneanfang:
Am n?chsten Morgen begegnet Ritsch im Essgarten der schmatzenden Lara und stellt sich h?flich vor: "Guten Morgen, mein Name ist Ritsch, Herr Ritsch, wenn ich bitten darf."
Lara, fr?hlich: "Ja, hab ich schon geh?rt. Ich bin Lara und du bist das alte Schrumpelkasper, das Antara und Ili aus seinem kühlen Grab befreit haben ..."
Ritsch ist beleidigt.
Lara f?hrt lachend fort: "Willst du Sex zum Frühstück? Nur so zum Aufw?rmen, hahaha."
Ritsch ist überrascht von dem freizügigen Angebot, ...
... aber auch widerwillig geschmeichelt, sodass er mit leicht schmerzlichem L?cheln zu der sich lasziv r?kelnden Lara sagt: "?hm, ich habe leider kein Bargeld dabei."
Lara stutzt: "Was hat Sex mit Bargeld zu tun?"
Ritsch, dem das Thema peinlich ist, l?chelt tapfer: "?hm, ich pflege die Frauen zu kaufen. Das ist billiger als Heiraten, Scheiden und Zahlen."
Lara kitzelt Ritsch am Kinn und sagt strahlend: "Mich bezahlst du, indem du nett bist."
Ritsch denkt voller Unbehagen: 'Sie ist gar keine Prostituierte, sondern eine Nymphomanin. Solche triebhaften Frauen sind gef?hrlich!'
Lara legt ihre Arme um Ritsch und flüstert ihm ins Ohr: "Komm, liebes Schrumpelkasper, entfalte dich!"
Ritsch befreit sich aus der Umarmung und protestiert: "Aber doch nicht in aller ?ffentlichkeit! Das ist etwas Intimes, Vertrauliches."
Lara l?chelt freundlich: "Sex ist für uns etwas Vergnügliches, nichts Vertrauliches."
Ritsch ruft irritiert: "Ja sind wir denn hier bei den Affen?!"
W?hrend Lara grübelt, um den Sinn dieses Satzes zu verstehen, macht Ritsch eine abwehrende Bewegung und sagt entschieden: "Nein, nein, nein, ich lasse mich nicht zum Affen machen. Ich m?chte jetzt etwas essen und dann die Klinikleitung sprechen."
Lara weist mit einer ausholenden Bewegung auf den Essgarten und sagt strahlend: "Hier wachsen die Früchte unseres Arbeit. Die kannst du alle essen."
Ritsch ist gar nicht begeistert und sagt Stirn runzelnd: "Früchte? Ich bin doch kein Kind! Ich bevorzuge Fleisch."
Lara nimmt Ritsch wie ein Kind an der Hand und zieht den Widerwilligen zu einem Blutstrauch.
Lara erl?utert: "Das ist das weiter entwickelte Version des Blutstrauchs. Es tr?gt nun die unterschiedlichsten Fleischsorten."
Pl?tzlich schnellen mehrere Tentakel des Pilzwesens aus dem Boden rings um den Blutstrauch. Ritsch weicht erschrocken zurück und ruft: "Aah, was ist das?!"
Das Pilzwesen pflückt die H?lfte der Fleischstücke vom Blutstrauch. Lara steht ruhig daneben und erkl?rt l?chelnd: "Das ist nur das Pilzwesen. Es versorgt uns mit Wasser und kann sich dafür in unseren Essg?rten bedienen."
Lara beobachtet mit stillem L?cheln, wie die Tentakel des Pilzwesens mit ihrer Beute im Boden verschwinden. Ritsch beobachtet Lara und denkt unbehaglich: 'Die Frau ist schwer gest?rt, wenn sie ernsthaft glaubt, dass dieses Tentakelmonster sie mit Wasser versorgt.'
Ritschs Blick f?llt auf die blutigen Fleischstücke und er fragt angeekelt: "Soll ich das Fleisch etwa roh hinunter würgen? Ich bin doch kein Hund."
Lara kichert: "Was du alles nicht bist, hihi."
Neben dem Blutstrauch w?chst ein kleinerer Busch mit walnussgrossen Samenkapseln. Lara pflückt eine Samenkapsel, ...
... kniet etwas abseits nieder, um mit der Hand ein Loch in die Erde zu graben, ...
... sodass sie die Samenkapsel hineinlegen ...
... und mit Erde bedecken kann.
Sekunden sp?ter brechen die Zweige eines Feuerbuschs hervor, ...
... wachsen vor den ungl?ubigen Augen Ritschs an die fünfzig Zentimeter hoch ...
... und entzünden sich zum leichten Erschrecken Ritschs zu einem passablen Lagerfeuer.
Lara greift sich einen der schlanken Fleischspiesse, die in der N?he des Blutstrauchs im Boden stecken ...
... und h?lt ihn l?chelnd Ritsch hin.
Etwas verdattert greift Ritsch nach dem Spiess ...
... und schaut ratlos zu Lara, die ihm bedeutet, dass er jetzt ein Stück Fleisch aufspiessen soll, indem sie es mit einem unsichtbaren Spiess vormacht.
Ritsch spiesst ein Stück Fleisch auf ...
... und wendet sich dem Feuer zu, wobei er widerwillig sagt: "Muss ich das jetzt etwa selber braten? Gibt es da keinen Service?"
Lara lacht: "Hahaha, du bist ja genauso faul wie Aladan und Estragon."
Ritsch emp?rt: "Ich bin doch kein Gewürz."
Lara kichert: "Was du alles nicht bist, hihihi."
Ritsch bequemt sich, das Fleisch übers Feuer zu halten, zeigt aber deutlich, dass er diese Braterei für unter seiner Würde h?lt.
Lara verzehrt wieder schmatzend und vergnügt wie ein Kind Früchte. Nach wenigen Minuten ist das Fleisch gar ...
... und Ritsch beisst vorsichtig und misstrauisch ein kleines Stück ab, ...
... kaut es, ...
... um schliesslich innezuhalten und das Fleischstück ungl?ubig anzustarren. Ritsch denkt: 'Ich habe noch nie im Leben ein so k?stliches Stück Fleisch gegessen ...'
Ritsch beobachtet Lara aus den Augenwinkeln und denkt: 'Das hier muss eine Klinik für sehr Verm?gende sein!'
Etwas sp?ter ist Ritsch satt und sagt anerkennend: "Ah, das war k?stlich ...!"
Nicht ohne zu m?keln: "Auch wenn ich es selber braten musste."
Ritsch, im Befehlston: "Jetzt m?chte ich gern die Klinikleitung sprechen."
Lara schaut ihn fragend an.
Ritsch, zu Lara, wie zu einem dummen Kind, mit gequ?lter Freundlichkeit, mit dem Zeigefinger nach oben deutend: "Ja, Leitung, Chefarzt, ganz nach oben, bitte."
Lara begreift: "Ach so, du willst nach oben."
Lara fasst Ritsch bei der Hand und zieht ihn in Richtung von Estragons Baum aus dem Essgarten. Ritsch denkt ver?rgert: 'In diesem Sanatorium ist Respekt wohl ein Fremdwort. Alle glauben, mich bei der Hand nehmen zu dürfen. Ja bin ich denn ein Kind?!'
Im Weitergehen entzieht Ritsch Lara die Hand mit den Worten: "Sie brauchen mich nicht an der Hand zu führen. Ich kann Ihnen auch so folgen." und denkt:' Hoffentlich bekommt sie keinen Wutanfall. Bei diesen Verrückten weiss man nie.'
Wie sie neben einander her gehen, prüft Ritsch verstohlen Laras Gesichtsausdruck ...
... und sieht zu seinem ?ngstlichen Befremden ein L?cheln. Ritsch denkt: 'Ist dies das L?cheln der psychopathischen M?rderin, bevor sie sich am n?chsten Opfer vergreift?'
Gestresst versucht Ritsch etwas Abstand zwischen sich und Lara zu bringen, ...
... setzt aber schnell das falsche L?cheln des Ertappten auf, wie Lara freundlich sagt: "Weisst du ..."
Lara, wie oben: "... Das ist ein Ausdruck von Z?rtlichkeit, ein Liebkosen deines Pers?nlichkeit."
Ritsch lacht hart: "Ha, das kenne ich! Zuerst liebkosen, dann abkassieren. Nein danke. Ich geniesse es lieber, wenn die Leute vor mir und meinem Reichtum einknicken. Jede Z?rtlichkeit ist bloss ein Versuch, auf mein Niveau zu gelangen, um mir ein Stück meines Reichtums zu entreissen. Darauf kann ich verzichten."
Lara, lachend: "Verschenk doch dein Reichtum. Dann bist du arm und jedes Z?rtlichkeit ist echt."
Als habe sie eben alles, was ihm heilig ist, bespuckt, starrt Ritsch Lara entsetzt an ...
... und ruft: "Sind Sie wahnsinnig?! Glauben Sie im Ernst, dass mich noch jemand beachten würde, wenn ich arm w?re?!"
Lara, nachdenklich die Hand am Kinn: "Hm, in Genville macht das kein Unterschied. Wie die Natürlichen darauf reagieren, kann ich allerdings nicht sagen."
Ritsch, muffig: "In diesem sogenannten 'Genville' spielt das bloss keine Rolle, weil sich hier alle beharrlich weigern, davon Kenntnis zu nehmen, wer ich bin."
Lara, ganz natürlich: "Du bist, was du bist: Ein altes Mann, das dank unseren F?higkeiten unsterblich geworden ist, jedes Tag jünger wird und dauernd schimpft."
Sprachlos ob dieser Dreistigkeit starrt Ritsch Lara an.
Estragons Baum kommt in Sicht. Ritsch kaut noch an der Beleidigung und denkt: 'Würde der Wahnsinn sie nicht entschuldigen, müsste ich ihr eine runter hauen.'
Wie sie die Wendeltreppe von Estragons Baum ersteigen, denkt Ritsch Stirn runzelnd: 'Ein merkwürdiger Ort für eine Klinikleitung ... Arbeitet sie aus Sicherheitsgründen in einem Baumhaus? Grotesk! Aber bei diesen Verrückten weiss man nie.'
Weiter oben denkt Ritsch Stirn runzelnd: 'Wieso kann die Irre ungehindert hoch? Gibt es hier kein Wachpersonal?'
Wie sie die Plattform erreichen, bemerkt Ritsch Aladan und Estragon, die ihnen den Rücken zuwenden, in die Ferne schauen und in eine Diskussion vertieft sind. Ritsch denkt befriedigt: "Aha, hier hat es endlich Wachpersonal. Jetzt kommt die Irre wohl nicht mehr weiter.'
Lara, fr?hlich zu Aladan und Estragon: "Das ist 'Ritsch, Herr Ritsch, wenn ich bitten darf', hahaha."
Aladan und Estragon drehen sich um. Estragon, freundlich: "Ich bin Estragon, das Würze des Alls."
Aladan, würdevoll: "Ich bin Aladan, das Wunderbarste von allen."
Ritsch stottert entgeistert: "Wo ... wo ... finde ich die Klinikleitung?"
Aladan wirft sich, den Professor mimend, in die Brust: "Oh, h?rst du, mein liebes Estragon, da dürstet das Suchende nach professoralem Autorit?t."
Estragon, ganz ernst und kritisch drein blickender Doktor: "Gewiss, mein allerverehrtestes Aladan, so lass uns sein Hunger nach Erkenntnis mit dem Brot unseres Geistes stillen."
Aladan, wie oben, zu Estragon: "Was denkst du, mein liebes Estragon, warum 'Herr Ritsch, wenn ich bitten darf' ein Wesenheit namens Klinikleitung aufsuchen will?"
Estragon, wie oben, zu Aladan: "Mir scheint, mein allerverehrtestes Aladan, als w?hne sich 'Herr Ritsch, wenn ich bitten darf' in einem Klinik, von dessen Leitung es sich ein wohltuendes Wirkung auf sein Bedürfnislage erhofft."
W?hrend Lara sich k?stlich amüsiert, folgt Ritsch entgeistert dem Dialog.
Aladan, wie oben, zu Estragon: "Ist dieses Wahn, das du, mein liebes Estragon, uns als Gedankenspiel darbietest, ein Ausdruck des geistigen Verwirrnis von 'Herrn Ritsch, wenn ich bitten darf'?"
Estragon, wie oben, zu Aladan: "Ja und nein, mein allerverehrtestes Aladan, sind doch die Erkl?rungen des Welt nie ganz stimmig und also stets von wahnhaftem Charakter, was zwar nicht dem Wahrheit dient, aber dem Beruhigung eines zerbrechlichen Geistes, das sonst das ganze Tag, angesichts eines unfassbar befremdlichen Universums, mit gefüllten Hosen herumliefe."
Aladan, wie oben, zu Estragon: "In leichtem Abwandlung deines Bildes, mein liebes Estragon, schlage ich vor, das Gleichsetzen des 'Herrn Ritsch, wenn ich bitten darf' von Genville mit Klinik als Windelpack zu betrachten, welches ein Hosenfüller abfangen soll, sodass es sich nicht gleich in das sichtbare Bereich vorarbeiten kann."
Lara und Estragon lachen.
Ritsch platzt der Kragen und er ruft: "Verdammt noch mal, warum machen Sie sich dauernd lustig über einen der reichsten M?nner der Welt?! Haben Sie keinen Respekt vor meiner Macht und meinem Einfluss?! Sie sind sich wohl nicht bewusst, dass ich Sie für diese Unversch?mtheiten den Rest Ihres Lebens in dieser Klinik festhalten kann?!"
Aladan, grinsend: "Wer sich im Saft des L?cherlichen suhlt, sollte das Scherz nicht scheuen."
Estragon und Lara kichern.
Ritsch brüllt: "Ich will sofort zur Klinikleitung!"
Aladan packt Ritsch mit einer Hand an der Brustkleidung, ...
... hebt ihn von den Füssen und zieht Ritschs Gesicht dicht an seines. Aladan, ernst: "Warum sollte ich einem Kerl helfen, das andere für ein simples Unversch?mtheit ein Leben lang einsperren will? Kannst du mir das verraten 'Herr Ritsch, wenn ich bitten darf'?"
Ritsch denkt erschrocken: 'Uh, warum ist der Kerl so stark?'
Wie Aladan Ritsch auf die Füsse stellt ...
... und sich mit Estragon wieder dem Horizont zuwendet, denkt Ritsch Stirn runzelnd: 'Geistig Deformierte sind ja h?ufig B?ren stark. Ich muss aufpassen.'
Ritsch geht allein die Wendeltreppe hinab und denkt: 'Eine Schusswaffe muss her, sonst bringt mich noch einer dieser Irren um.'
Szeneanfang:
Zur gleich Zeit in Natural City n?hern sich zwei Frauen den beiden Guards, die an einer Strassenkreuzung Wache stehen. Die Frauen haben je eine Tragtasche dabei und bemühen sich um ein freundliches L?cheln, das jedoch etwas verkrampft wirkt.
Wie die Frauen stehen bleiben, werden die Guards misstrauisch ...
... und richten ihre Sturmgewehre auf die eingeschüchterten Frauen. Guard A, unfreundlich: "Keine falsche Bewegung! Was habt ihr in den Taschen?"
Frau A h?lt Guard A ihre Tasche hin und sagt mit eingeschüchtertem L?cheln: "Ich habe Ihnen etwas Süsses gebacken als Dank dafür, dass Sie uns vor den Genmonstern beschützen."
Frau B h?lt auf die gleiche Weise ihre Tasche Guard B hin. Beide Guards ?ugen misstrauisch in die Taschen.
Die Mienen der Guards hellen sich auf, wie sie erkennen, dass es sich tats?chlich um Backwaren handelt.
W?hrend die beiden Guards genüsslich ihre Backwaren mampfen, ziehen die Frauen erleichtert mit ihren leeren Taschen ab.
Szeneanfang:
In Caesars Büro l?sst sich Iris von Ewald "filmen" und kommentiert: "Hier ist Iris von den Genville-News. Die Friends of Guards haben heute ihre T?tigkeit aufgenommen. Es handelt sich dabei um Frauen, welche den Natural Guards regelm?ssig Süssigkeiten bringen, um sie an einem Stichtag alle gleichzeitig zu vergiften. Die Vergiftungsaktion wird ausgeführt, sobald für jeden Guard eine FOG gefunden ist ..."
Doi springt ins Bild, ...
... kraxelt an Iris hoch und verlangt: "Gibst du mir L?cheln?"
Die aus dem Konzept gerissene Iris l?chelt gequ?lt.
Doi: "Das ist kein gutes L?cheln."
Doi h?lt sich an Iris fest, um sich zur Wand hinüber zu beugen, wo er mit einem Stift einen Smiley zeichnet ...
... und darauf hinweisend kommentiert: "Siehst du, das ist gutes L?cheln. Du musst üben."
Ewald kichert: "Iris hat noch nie Freundlichkeit geübt in ihrem Leben, hihihi."
Iris, muffig zu Ewald: "Schweig, du hirnloses Auge! Und h?r auf, diese peinliche Szene der Nachwelt zu überliefern!"
Doi: "Wenn das Auge schweigt, h?rt das Mund auf zu sehen."
Ewald muss lachen. Iris macht "Grrr".
Szeneanfang:
In Mars-Genville steht Faselbert der Unsterbliche vor Ambellmi mit anderen Natürlichen, die durch den pl?tzlichen Ortswechsel noch ziemlich verwirrt sind. Faselbert fragt Ambellmi: "Bist du ein Gott?"
Ambellmi: ""Ich habe das Maximum eurer Angstfelder auf ein Drittel zurück gefahren. Ihr braucht also jetzt kein Gottheit mehr, um die Angstfelder zu reduzieren.""
Faselbert: "Wir brauchen einen Gott, damit wir ihm die Schuld zuschieben k?nnen für alles, was schief l?uft. Das ist doch sehr praktisch."
Die anderen Natürlichen schauen Faselbert befremdet an oder lachen nerv?s.
Ambellmi: ""Wenn die Bedürfnisstrukturen harmonieren, l?uft nichts mehr schief.""
Faselbert protestiert: "Ich habe die Reiter des B?sen immer mit Kunst bek?mpft. Wo bleibt da der Sinn meines Lebens, wenn alles in Harmonie ertrinkt?"
Ambellmi: ""Warum schaffst du nicht Werke des Entzückens und R?ume des Erfahrung, sodass Suchende Freude und Erkenntnis finden?""
Beeindruckt von diesem Vorschlag starrt Faselbert Ambellmi mit offenem Mund an.
In Faselberts Gehirn lodern die Flammen der Begeisterung, wie er ausruft: "Was für Gestaltungswelten sich da er?ffnen! War mein Hirn bis jetzt verklebt?!"
Tatendurstig geht Faselbert weg und ruft: "Universum, ich komme!"
Befremden und Fragezeichengesichter im Publikum.
Ambellmi: ""Das Universum kann es kaum erwarten, hihihi.""
Szeneanfang:
Zur gleich Zeit, wo Herr Ritsch wütend die Wendeltreppe von Estragons Baum hinab marschiert, liegt Wagon auf dem zauberhaften Dachgarten eines Genville-Hauses, um sich nackt zu sonnen.
Ein bedrückt wirkender Martin betritt den Dachgarten, ...
... l?sst den Blick über den phantasievoll-poetischen Garten schweifen, ...
... heftet ihn an das taumelnde Flattern eines Endo-Schmetterlings, ...
... l?sst ihn schliesslich auf der sch?nen, nackten Wagon ruhen, ...
... die nun die Augen aufschl?gt und Martin ein warmes L?cheln schenkt.
Martin fühlt sich als Voyeur ertappt und wendet sich verlegen ab, ...
... will sogar den Dachgarten verlassen, wie Wagon ihn mit den Worten aufh?lt: "Martin, du bist doch nicht her gekommen, um gleich wieder wortlos zu verschwinden."
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Martin z?gert, ...
... dreht sich um und weicht mit seinem Blick Wagons Nacktheit aus, um ihn etwas verkrampft auf Wagons Gesicht zu fixieren. Martin, bedrückt: "Ich ..."
Wagon, mit warmem L?cheln: "Schau nicht so verkrampft auf mein Gesicht, Martin. Iss ruhig mein K?rper auf mit deinen Augen, sodass sich dein Gier entfalten kann. Leg dich zu mir und ergiess dich in mein Schoss. Bette dein Haupt an mein Schulter und lass uns zusammen auf dem Fluss des Erl?sung treiben."
Martin hat sich an die Offenheit der Genville-Frauen gew?hnt und ist eher gerührt als besch?mt von dem Angebot. Doch ist es etwas anderes, das ihn bedrückt und mit dieser Mischung aus Gerührtheit und Bedrückung versucht Martin, sich zu erkl?ren: "Ich ..."
Wagon mag nicht warten, unterbricht ihn impulsiv: "Lass dich nicht l?nger von Tanja blockieren, Martin! Wem hilft es, wenn das Erinnerung an es dir das Gegenwart versperrt? Sei einfach ein Mann und g?nn es dir zu leben!"
Martin l?chelt traurig: "Wenn es so einfach w?re. Es war nie ... Mein Bedürfnis nach Sexualit?t war nie so stark. Ich hatte nie eine Geliebte. Es fiel mir nicht schwer, Tanja treu zu sein ..."
Wagon, verblüfft: "Aber du bist doch einem Frau nicht deswegen untreu, weil du mit einem anderen Sex hast!"
Martin, verwirrt: "?hm, was bitte verstehst du denn sonst unter Treue?"
Wagon erl?utert: "Treue hat nichts damit zu tun, wo du mit deinem Schwanz rum wedelst. Du bist treu, wenn du die Gebote des Freundschaft einh?ltst."
Martin, kritisch: "Hm, und die w?ren?"
Wagon, wie oben: "Du tust alles, was dir m?glich ist, um es glücklich zu machen und Schaden von ihm abzuwenden."
Martin überlegt.
Wagon f?hrt fort: "Wir Genvilles empfinden alle Freundschaft für dich, Martin. Du kannst dich auf uns verlassen."
Eine kleine Tr?ne glitzert in Martins Augen, wie er gerührt und traurig zugleich sagt: "Das ist sehr lieb ... Aber warum bin ich dann so traurig?"
Wagon, aufmerksam: "Sag es mir."
Martin tastet sich bekümmert an den Grund seiner Traurigkeit heran: "Mir f?llt es schwer ... so alle mit allen ..."
Martin schaut Wagon mit grossem Blick an: "Vielleicht brauche ich eine Frau, die nur in mir ihr Glück sieht."
Wagon, Stirn runzelnd: "Du meinst ein Frau, das dich wie ein Droge braucht und das ganze Tag mit ihren schmachtenden Blicken an dir h?ngt? Und wenn du stirbst, wird dieses Frau gleich mit sterben, weil es die Schmerzen des Drogenentzugs nicht aush?lt."
Martin ist verwirrt: "So wie du das sagst, klingt es sehr unsch?n."
Wagon, energisch: "Das klingt nicht nur, das ist auch unsch?n. Du hast bloss Angst vor Frauen, die selbst?ndig genug sind, dass sie auch ohne dich leben k?nnen. Ein Frau ist doch kein Pulsw?rmer, das dein Handgelenk ziert und abgelegt sein Sinn verliert."
Martin, verunsichert: "Aber wo bleibt die romantische Liebe, dieses Verschmelzen, dieses bedingungslose Für-einander-Dasein?"
Wagon, mit mildem L?cheln, sanft: "Du hast es immer noch nicht begriffen. Beim Entwurf unseres Bedürfnisstruktur wurde für M?nner und Frauen dasselbe St?rke für das Paarungsbedürfnis gew?hlt, um ein Ungleichgewicht und daraus resultierende Frustrationen zu vermeiden. Also wirken wir Frauen jetzt wie bockige M?nnchen, die beziehungslos alles bespringen. Das ist, was du in uns siehst, nicht wahr?"
Martin, ertappt: "?hm ..."
Wagon, wie oben: "Aber uns wurden noch andere Funktionen und Bedürfnisse eingepflanzt, wie Empathie, Zuneigung, Interesse ..."
Wagon, forschend: "Hast du früher als Stadtpr?sident von den Natürlichen auch so viel uneigennütziges Anteilnahme erhalten wie von uns?"
Martin ist etwas überrascht von der Frage, überlegt aber und sagt: "?hm, nein ... Wenn ich's mir überlege ... Eigentlich fast nie ..."
Wagon, mit grossem, offenem Blick: "Wenn ich bloss ein sexgeiles Karnickel bin, weshalb h?re ich dir zu? Weshalb befasse ich mich mit deinen Problemen und versuche sie zu l?sen? Weshalb will ich dich tr?sten? Dich liebevoll umarmen? Weshalb bin ich jederzeit bereit, mein Leben aufs Spiel zu setzen, um deines zu schützen?"
Martin schaut Wagon überrascht an.
Wagon, nachdenklich: "Ich glaube, du hast bloss Angst, dass meine Arme von einem anderen Menschenwesen besetzt sein k?nnten, wenn du sie mal brauchst."
Wagon schaut Martin ernst und fest an: "Dieses Augenblick des Einsamkeit, wo alle tr?stenden Arme von Genville besetzt sind, kann ich dir leider nicht ersparen. Aber auch ein Frau, das auf dich fixiert ist, kann das Einsamkeit nicht v?llig aus deinem Leben scheuchen. Siehst du nicht die offenen Arme von Genville, dieses umfassende Geborgenheit, in das du eintreten kannst, wenn du nur das Mut findest, dich zu l?sen aus dem alten Kleinr?umigkeit, wenn du nur das Mut findest, uns zu vertrauen?"
Martins Blick hat sich von Wagon gel?st und zeigt eine gewisse überraschung, wie er die Ver?nderung beobachtet, die in seinem Innern stattfindet.
Versunken in seine Gedanken, wendet Martin sich zum Gehen.
Wie er den Dachgarten verl?sst, schaut ihm Wagon mit einem sanften L?cheln nach.
Szeneanfang:
Herr Ritsch l?sst die Wendeltreppe von Estragons Baum hinter sich und marschiert stolz und energisch in Richtung der Nutzwesen.
Ein Bildschirmwesen, das auf dem Pfad vor Ritsch auftaucht, l?sst ihn anhalten und ?ngstlich-misstrauisch denken: 'Was ist das für ein merkwürdiges Insekt? Hoffentlich beisst es nicht.'
Ritsch macht eine weg scheuchende Bewegung und ruft: "Gsch, gsch, verschwinde! Geh mir aus dem Weg!"
Das Bildschirmwesen, welches ja nur Sinnesorgan und frei beweglicher K?rperteil des Bibliothekswesens ist, wendet sich Ritsch zu und fragt: "Welches ist dein Weg?"
Ritsch ist verblüfft, dass das "Insekt" reden kann, ...
... wird wütend und denkt: 'Das ist ungeheuerlich! Jetzt muss ich mich schon vor sprechenden Insekten rechtfertigen!'
Ritsch ruft zornig: "Ich will keine dummen Fragen von dummen Insekten beantworten. Lass mich einfach durch!"
Bildschirmwesen: "Das Frage war nicht dumm, sondern grunds?tzlich. Oder lehnst du dich geistig nie zurück und fragst dich, wohin dein Weg dich führt? Im übrigen bin ich kein Insekt, sondern ein Bibliothekswesen."
Ritsch h?rt nur "Bibliothek" und denkt: 'Hm, wenn es eine Bibliothek hat, kann ich dort vielleicht gewisse Dinge in Erfahrung bringen.'
Ritsch, kühl: "Und wo ist diese Bibliothek?"
Bildschirmwesen: "Oh, du brauchst nicht zu mir zu kommen. Wir k?nnen uns auch über dieses Bildschirmwesen unterhalten."
Ritsch, unfreundlich: "Ich will mich nicht unterhalten. Ich will etwas nachsehen."
Bildschirmwesen: "?"
Das Bildschirmwesen setzt sich in Bewegung und sagt: "Folge dem Bildschirmwesen. Es führt dich zu mir."
Etwas befremdet von dieser Formulierung, folgt Ritsch dem Bildschirmwesen ...
... durch die berauschende Architektur von Genville, für die Ritsch keinen Blick übrig hat, ...
... bis sie vor dem Bibliothekswesen stehen. Ritsch ist irritiert ...
... und fragt Stirn runzelnd: "Und wo sind die Bücher?"
Bibliothek: "Wozu brauchst du Bücher, wenn alles Wissen in meinem Hirn gespeichert ist? Ich werde dir auf jedes Frage ein Antwort geben, sofern ich es kenne. Alle Bilder und Kl?nge kann ich dir über meine Bildschirmwesen vorführen. Was m?chtest du wissen?"
Ritsch denkt unzufrieden: 'Was für ein Schwachsinn!' und sagt: "Auf dem Baum habe ich gesehen, dass sich ringsum nur Wüstenboden und ein Wald ausbreitet. Warum wurde dieses Sanatorium weitab von jeder Zivilisation errichtet?"
Bibliothek: "Das liegt wohl daran, dass es kein Zivilisation mehr gibt."
Ritsch, verblüfft: "Was faselst du da?! Wo befindet sich die n?chste Stadt?"
Bibliothek: "Das n?chste und wohl einzige Stadt, das noch existiert, dürfte Natural City sein. Genville wurde, wie wir hoffen, in einem ausreichenden Sicherheitsabstand dazu errichtet."
Ritsch wird mulmig, wie er denkt: 'So gef?hrlich sind diese Psychopathen hier, dass sie eine ganze Wüste dazwischen geschoben haben! Die Distanz muss enorm sein, wenn sie nicht einmal Wachpersonal da gelassen haben.'
Ritsch bekommt es mit der Angst und fragt gestresst: "Und wie lange brauche ich, um nach Natural City zu gelangen?"
Bibliothek: "Wenn du das Reise geniessen willst, frage ein Grossdoi, ob es dich hin bringt. Mit Wegdoppler kannst du aber auch in Nullzeit reisen."
Ritsch denkt mit verzerrtem Grinsen: ' 'Nullzeit', immer diese absurden Scherze.'
Ritsch, ungeduldig: "Und wo finde ich einen Grossdoi, was immer das auch sein mag?"
Bibliothek: "Das Bildschirmwesen bringt dich hin."
Ritsch l?sst sich vom Bildschirmwesen durch Genville führen und schweigt ...
... und schweigt.
Bildschirmwesen: "Warum sprichst du nicht mit mir? Ich m?chte lernen."
Ritsch fühlt sich bel?stigt: "Ich pflege mich nicht mit Dienstboten zu unterhalten."
Bildschirmwesen: "Was sind 'Dienstboten'?"
Ritsch, ungehalten: "Minderwertige Existenzen, die mit servilem Grinsen durch die G?nge meines Schlosses schleichen und mich damit ?rgern, dass sie alles falsch machen und erst noch dafür bezahlt werden wollen."
Bildschirmwesen: "Mache ich auch alles falsch?"
Ritsch, wie oben: "Ja, bloss weil du mir eine Auskunft hast erteilen dürfen, glaubst du jetzt, du k?nnest auf Augenh?he mit mir verkehren."
Bildschirmwesen: "'Auf Augenh?he verkehren' ... hm ... Das ist, wenn das Sexpartner dein Penis in das Mund nimmt, nicht wahr?"
Ritsch denkt Stirn runzelnd: 'Ein Auskunftsdienst würde sich niemals eine solche Frechheit erlauben ...'
Ritsch denkt schockiert: 'Argh, dieser dreiste Klops ist auch ein Insasse!'
Gestresst beobachtet er das Bildschirmwesen und denkt: 'Ob das Ding, dass er steuert, gef?hrlich ist?'
Weil Ritsch sich durch sein Misstrauen voll auf das Bildschirmwesen konzentriert, bemerkt er den riesigen Fuss des Grossdois nicht ...
... und kann erst im allerletzten Moment vor einem Zusammenstoss stehen bleiben.
Irritiert über das Hindernis, l?sst Ritsch seinen Blick an dem Grossdoi hoch wandern ...
... und starrt fassungslos zu den drei Giganten hoch, die interessiert zu ihm herab schauen. Bildschirmwesen: "Das sind unsere Dienstboten Kafka, Sokrates und Beckett. Sie machen alles falsch und wollen dafür auch noch L?cheln, hihihi."
Bildschirmwesen, zu den Grossdois: "Dieses Mann verkehrt gern auf Augenh?he. Also hebt es hoch!"
W?hrend sich eine Grossdoihand wie ein Schaufelbagger unter den Füssen des verwirrten Ritsch in die Erde schiebt, macht sich das Bildschirmwesen kichernd aus dem Staub.
Langsam und zuverl?ssig wie eine Hebebühne bewegt sich die Grossdoihand mit dem erstarrten Ritsch nach oben.
Wie Ritsch fast auf Kopfh?he der Grossdois angekommen ist, greifen zwei Finger vorsichtig nach seinem Unterschenkel ...
... und lassen ihn kopfüber auf Augenh?he der Grossdois h?ngen. Ritsch, der unter sich an die dreissig Meter Fallh?he sieht, schreit entsetzt: "Aaahhh, seid ihr wahnsinnig?! Legt mich sofort wieder auf die Schaufel zurück!"
Sokrates: "Aber jetzt bist du doch verkehrt auf Augenh?he. Gibt es dafür kein L?cheln?"
Ritsch denkt entsetzt: 'Die spinnen noch schlimmer als all die andern!'
Ritsch schreit voller Angst und Wut: "Ihr verdammten Irren, lasst mich sofort runter!"
Kafka: "Es meint, dass wir uns irren."
Beckett: "Setz es wieder auf das Hand. Da war es doch ruhig."
Sanft wird der zappelnde Ritsch auf die riesige Hand gelegt, ...
... wo er sogleich aufsteht und los brüllt: "Was f?llt euch ein, solche Spielchen mit mir zu treiben?! Ich bin Ritsch, Herr Ritsch, wenn ich ..."
Ritsch wird sich pl?tzlich der Aussichtslosigkeit seiner Rede bewusst und sagt ruhiger: "Ach, es ist wohl sinnlos, einem Schaufelbagger die Grundlagen der H?flichkeit beibringen zu wollen."
Ritsch, arrogant: "Ich wünsche, sofort zu einem Grossdoi gebracht zu werden, mit dem ich nach Natural City reisen kann."
Sokrates: "Was willst du in Natural City?"
Ritsch, ungeduldig: "In diesem Irrenhaus hier ist es gef?hrlich. überdies brauche ich Zugriff auf mein Verm?gen, sonst fehlt es offensichtlich an dem mir zustehenden Respekt."
Kafka: "Ja, in Genville ist es gef?hrlich für Eiweisss?cke. Wenn wieder Giftkrieger kommen ..."
Ritsch l?chelt gekünstelt: "Ja eben, wenn wieder Giftkrieger kommen ..."
und denkt: 'Welcher Idiot ist auf die Idee gekommen, Baumaschinen mit künstlicher Intelligenz auszustatten, sodass sie dann in der Klapsmühle landen?'
Ritsch denkt Stirn runzelnd: 'Vielleicht sollte ich etwas vorsichtiger sein. Wer weiss, wozu verrückte Baumaschinen f?hig sind?'
Ritsch, mit genervter Freundlichkeit: "H?tten Sie vielleicht die erlesene Freundlichkeit, mich zu diesem Grossdoi zu bringen?"
Beckett: "Von welchem Grossdoi sprichst du? Ich kenne keine anderen."
Ritsch ist irritiert: "Aber ..."
Ritsch, wie oben: "... dieses Bibliotheksdings hat mir gesagt, es bringe mich zu einem Grossdoi-Fahrzeug. Und nun rede ich mit Baumaschinen ..."
Beckett: "Wir sind Grossdois. Warum nennst du uns Baummaschinen? Wir machen doch gar keine B?ume."
Ritsch denkt gestresst: 'Da habe ich wohl jemanden beleidigt. Jetzt wird's gef?hrlich ...'
Ritsch l?chelt gekünstelt: "?hm, ich bitte vielmals um Entschuldigung. Dann war das wohl ein Missverst?ndnis. K?nnte mich einer der He... Grossdois nach Natural City bringen?"
Gossdois, im Chor: "Nein."
Ritsch, irritiert: "Aber warum denn nicht? Sobald wir in der Stadt sind, kann ich Ihnen die Reise bezahlen."
Kafka: "Gib uns L?cheln!"
Ritsch, dem es zu dumm wird: "Was soll der Bl?d... Ich meine, ich verstehe nicht."
Kafka: "Du gibst uns L?cheln und wir bringen dich zu dem Stadt."
Ritsch begreift und denkt mit gerissenem L?cheln: 'Oh, das ist zwar v?llig absurd, aber so billig bin ich noch nie gereist, hehe.'
Beckett: "Das ist kein gutes L?cheln."
Ritsch, mit dem Grinsen des Raffinierten, der ein paar Dummk?pfe über den Tisch zieht: "Ich habe doch noch gar nicht angefangen."
Ritsch zeigt ein schauderhaftes, künstliches L?cheln.
Kafka: "Das ist kein L?cheln. Das sieht aus wie ein Faltenapfel."
Sokrates: "Was ist ein Faltenapfel?"
Kafka: "Ich weiss es nicht. Das Wort hat sich einfach so gebildet."
Ritsch versucht es noch einmal, bekommt aber durch seine Ver?rgerung eine noch fürchterlichere L?chelgrimasse zustande.
Schweigend betrachten die Grossdois Ritschs erb?rmliches Bemühen.
Sokrates: "Und welches Wort bildet sich jetzt einfach so?"
Beckett: "Knülltasche."
Kafka: "Flopsklops."
Sokrates: "Wolkenschmerz."
Sokrates: "Tats?chlich, die W?rter bilden sich einfach so. Aber was bedeuten sie?"
Beckett: "Es sind Namen für Nicht-L?cheln."
Kafka: "Es ist kein Nicht-L?cheln, sondern eines, das von einem St?rung überlagert wird."
Fassungslos folgt Ritsch der Diskussion.
Ritsch, ungehalten: "Wird hier noch lange philosophiert oder geht's jetzt endlich los?"
Die Grossdois betrachten Ritsch wie einen Forschungsgegenstand. Kafka: "Dein L?cheln ist schlecht. Das kann uns zu nichts bewegen."
W?hrend sich die Hand, auf der Ritsch steht, langsam zum Boden absenkt. baut sich in Ritsch ein Wutanfall auf.
Kaum steht Ritsch auf sicherem Boden zwischen den Grossdois, explodiert er: "Ihr verdammten, kranken Monster! Ihr seid doch v?llig durchgedreht! Warum seid ihr überhaupt auf der Welt, wenn ihr zu nichts taugt?!"
Ritsch denkt, erschrocken über seine Reaktion: 'Uh, ich sollte nicht rum brüllen in einem Irrenhaus. Die Leute k?nnten denken, ich sei ein Insasse.'
Ritsch reisst sich zusammen und bewegt sich mit steinernem Gesicht von den Grossdois fort, ...
... bis ihm in der Ferne eine im Bau befindliche Pyramide aus Diamantwürfeln auff?llt.
Die Grossdois folgen Ritsch zur Pyramide, ...
... wo jeder einen frisch erzeugten Diamantwürfel auswirft, was Ritsch mit Stirnrunzeln beobachtet.
Die Grossdois fügen ihre Würfel der Pyramide hinzu. Ritsch kann es sich nicht verkneifen: "Was ist das?"
Kafka: "Ein Pyramide."
Ritsch, mit bitterem L?cheln wegen der ewigen Bl?dheit aller anderen: "Ich meine das Baumaterial."
Beckett: "Das ist Kohlenstoff. Wir nehmen es aus dem Luft, damit das Temperatur sinkt und in dem Wüste wieder Pflanzen wachsen k?nnen."
Ritsch, verblüfft: "Reiner Kohlenstoff? Ihr k?nnt also Tonnen schwere Diamanten herstellen?"
Kafka: "Ja."
Ritsch, strahlend: "Sagt das doch gleich! Dann seid ihr also doch zu etwas nutze."
Ritsch denkt mit fiesem Grinsen: 'Wenn es mir gelingt, diesen Schwachk?pfen die Pyramide für ein Butterbrot abzukaufen, bin ich mit einem Schlag der reichste Mann der Welt!'
Ritsch bemüht sich um ein Pokergesicht: "Ich finde die Pyramide ganz hübsch. Würdet ihr sie mir günstig verkaufen?"
Sokrates: "Was meint es mit verkaufen?"
Beckett: "Vergraben?"
Kafka: "Vergr?ssern?"
Ritsch denkt: 'Puh, das wird schwierig.'
Ritsch, mit gequ?lter Freundlichkeit: "'Verkaufen' bedeutet, mir übergeben, sodass ich damit machen kann, was ich will."
Kafka: "Wenn wir dir das Pyramide übergeben, wird dein schwaches K?rper zerquetscht. Und die Genvilles haben gesagt, wir sollen niemanden mehr zerquetschen, ohne vorher zu fragen."
Ritsch macht sich verzweifelt Mut, indem er denkt: 'Sei stark, Ritsch! Du bist dabei, den Olymp zu besteigen. Also sei stark!'
Ritsch, leidend, sich zu Geduld zwingend: "Ich will nicht die ganze Pyramide tragen. Ich will nur einzelne Würfel nehmen, um daraus sch?ne Dinge zu machen, mit dem sich reiche Frauen schmücken."
Kafka: "Das ist gut. Dann gibt es Platz für neue Würfel."
Beckett: "Aber du darfst sie nicht verbrennen, sonst ist das Kohlenstoff wieder in dem Luft."
Ritsch, irritiert: "Bin ich verrückt? Ich werde doch keine Diamanten verbrennen!"
Die Grossdois gehen zurück nach Genville. Ritsch denkt zynisch: 'Die sind ja noch dümmer, als ich dachte. Sind froh, dass es 'Platz' gibt. Unglaublich, hahaha.'
Ritsch denkt: 'Sobald ich in Natural City bin, lasse ich die Diamanten von einem Lastwagenkonvoi abholen.'
Ritsch kann sein Glück nicht fassen und denkt strahlend: 'Das ist der gr?sste Deal meines Lebens! Hahaha, jetzt bin ich endgültig der reichste Mann der Welt!'
W?hrend Ritsch zurück nach Genville geht, erinnert er sich Stirn runzelnd seiner Lage: 'Hm, aber diese bl?den Roboter weigern sich, mich in die Stadt zu bringen. Das verl?ngert meinen Aufenthalt in diesem Irrenhaus ...'
Ritsch stellt sich vor, wie er von einem durchgedrehten Genville t?tlich angegriffen wird und denkt besorgt: 'Und mit jedem Tag steigt das Risiko, dass mich einer dieser Verrückten umbringt.'
In Genville begegnet Ritsch einem Bildschirmwesen und fragt: "Wo bekomme ich hier eine Waffe?"
Bildschirmwesen: "Die Nutzwesen bauen alles, was wir brauchen."
Ritsch n?hert sich den Nutzwesen.
Ritsch, zu den Nutzwesen, im Befehlston: "Ich brauche eine Waffe!"
Hilfsorgane: "Ah, das Dauerzorn."
Bioskop: "Was m?chtest du denn für eines?"
Trage: "Ob das gut kommt, wenn sich ein Wutausbruch bewaffnet?"
Ritsch denkt: 'Nur nicht provozieren lassen!' und sagt mit gequ?ltem L?cheln: "Eine Schusswaffe natürlich."
Bioskop: "Wozu brauchst du ein Schusswaffe?"
Ritsch, ungehalten: "Das geht dich einen verd... ?hm, zur Selbstverteidigung natürlich."
Ritsch kann es sich nicht verkneifen und schimpft los: "Wozu muss ich mich rechtfertigen? Ihr sollt gehorchen, nicht diskutieren."
Tank: "Wir sind zwar von unserem Bedürfnisstruktur her hoch motiviert, nützlich zu sein. Aber ob Gehorchen etwas Nützliches ist?"
Trage: "Ich vermute, es ist etwas Natürliches."
Bioskop: "Ja, die Genvilles haben noch nie verlangt, dass wir gehorchen."
Hilfsorgane: "Dieses Dauerzorn ist das erste, das verlangt, dass wir unser Verstand ausschalten, um zu Instrumenten seines Willens zu werden."
Ritsch, ver?rgert: "Seit wann machen sich Produktionsmittel Gedanken darüber, was sie produzieren?"
Tank: "Wir sollen dabei helfen, dass es mehr Freude und weniger Schmerz gibt im Universum."
Bioskop: "Wenn uns jemand missbraucht, sind wir das Quelle des Schmerzes."
Ritsch, angriffig: "Na und? Wer Mitleid hat, blockiert sich selbst."
Hilfsorgane: "Wenn du so viel Macht hast wie wir, musst du dich selber blockieren."
Ritsch lacht ver?chtlich: "Hahaha, ihr und Macht. Ihr seid ja nicht mal in der Lage, mir eine Waffe zu bauen."
Trage: "Du bist kein Menschenwesen, das mit Macht umzugehen weiss. Deshalb bekommst du auch kein Waffe, das dir Macht über das Leben anderer verschafft."
Ritsch brüllt wütend: "Warum bin ich wohl einer der m?chtigsten M?nner dieser Welt geworden, wenn ich mit Macht nicht umzugehen weiss?!"
Hilfsorgane: "Vielleicht durch Machtmissbrauch?"
Ritsch sch?umt vor Wut: "Aaahhh!!!"
Ritsch rennt voller Wut davon, ...
... bis in den Essgarten, ...
... wo ihm ein Busch mit kr?ftigen ?sten auff?llt.
V?llig ausser sich knickt Ritsch einen Ast ab ...
... und bricht ihn so zurecht, dass er nun einen Knüppel in der Hand h?lt.
Ritsch rennt zurück zu den Nutzwesen, ...
... wo er in besinnungsloser Wut auf Bioskop einzuschlagen beginnt. Bioskop: "Aua, Aua, Aua."
Hilfsorgane: "Tu nicht so, ein Chromos 4 Bioskop wird dieses Streichelstock kaum kratzen."
Bioskop: "Ich will doch Dauerzorn nur ein Erfolgserlebnis verschaffen, sonst beruhigt das sich nie."
Hilfsorgane: "Ach so, na dann... Aua, Aua, Aua."
Alle Nutzwesen machen jetzt "Aua, Aua, Aua", w?hrend Ritsch immer noch auf Bioskop einschl?gt.
Wie er sich etwas ausgetobt hat, kommt es Ritsch zu Bewusstsein, dass die anderen Nutzwesen auch "Aua" rufen, obwohl sie von seiner Züchtigung gar nicht betroffen sind.
Irritiert h?rt Ritsch auf zu schlagen und sagt mit loderndem Blick: "Ihr macht euch lustig über mich!"
Trage: "Du machst dich selber lustig."
Bioskop: "Du brauchst uns gar nicht. Du hast ja ein Waffe gefunden."
Stirn runzelnd schaut Ritsch seinen Knüppel an ...
... und wirft ihn mit einem ver?chtlichen "Pah" weg.
Szeneanfang:
Es ist Abend. Ewald steht mit Iris an der Brüstung des Universit?tsdaches, auf dem Caesar seinen Essgarten angelegt hat, schaut über die Stadt und schimpft: "Hart ist abgetaucht, sodass wir keinen Druck mehr auf ihn ausüben k?nnen, und t?glich verhungern Leute, weil alle Renten gestrichen wurden."
Iris, Stirn runzelnd: "Ein Diktator braucht Geld für Soldaten, nicht für hungrige M?uler."
Ewald schimpft: "Das ist kein Trost und erst recht keine Entschuldigung dafür, dass wir hier stehen und zusehen."
Iris, belehrend: "Wir k?nnen nichts tun. Wir sind ohnm?chtig."
Ewald, düster: "Wir k?nnten Meneor und Piri darum bitten, s?mtliche Natural Guards umzubringen. Dann w?re Hans Hart ohnm?chtig."
Iris, mit hartem Lachen: "Ha, du willst sie auf Zehntausende von schwer bewaffneten Schwachk?pfen hetzen? Sie werden sterben!"
Ewald, mit schmerzlichem L?cheln: "Seit wann kümmert dich das Leben von Genmonstern?"
Iris, angriffig: "Und du bist jetzt eifersüchtig auf Genmonster, bloss weil ich Meneor nicht mehr verabscheue?"
Ewald, bitter: "Ich kann mich leider nicht in einen Kugelhagel werfen, um das Herz einer Dame zu schmelzen."
Iris, forsch: "Du bist ein Idiot, Ewald. Mein Herz ist nicht geschmolzen, im Gegenteil. Die Grausamkeiten von Hart und seiner Bande haben mich derart verunsichert, dass ich nicht mehr weiss, ob ich mehr Angst vor Genmonstern oder Natürlichen haben soll."
Iris stellt sich die Szene vor, in der Meneor sich in die Kugeln geworfen hat, um sie zu schützen, und sagt nachdenklich: "Meneor hat mich nicht gerettet, um mich zu beeindrucken."
Ewald, gespannt: "Sondern?"
Iris, wie oben: "Ich glaube, Meneor ist der perfekte Held."
Ewald lacht unfroh: "Haha, was für ein Bl?dsinn! Was soll denn das sein, ein 'perfekter Held'?"
Iris l?sst sich nicht irritieren und sagt, sich geistig heran tastend: "Nun ... er tut unerschrocken und effizient, was ihm richtig erscheint ... Und sein Handeln wird von keinerlei perversen Gelüsten deformiert."
Ewald, sarkastisch: "Der würde dich doch aus dem Stand begatten. Ist das für dich nicht auch ein perverses Gelüst?"
Iris, bestimmt: "Nein. Meneor fühlt sich durch das Nein einer Frau nicht gedemütigt und braucht sie deshalb auch nicht zu vergewaltigen, um sich doch noch einen Triumph zu verschaffen."
Iris, vorwurfsvoll zu Ewald: "Deshalb ist es sch?ndlich von dir, dass du ihn in einen selbstm?rderischen Kampf hetzen willst, um einen Konkurrenten loszuwerden."
Ewald, mit Blick auf die Stadt, seufzend: "Ach, Iris, wie wenig kennst du deinen Ewald. Ich weiss doch, dass ich dein liebster Freund bin, auch wenn du immer auf mir rum prügelst, damit es ja niemand merkt. Es ist zwar traurig, dass das brennende Verlangen meines K?rpers nie gestillt wird. Aber es muss mir wohl genügen ..."
Iris schaut Ewald etwas überrascht an.
Ewald, mit traurigem L?cheln: "Glaubst du wirklich, ich würde unseren 'perfekten Helden' opfern, um damit nichts anderes zu erreichen, als was ich schon habe? Ich suche doch bloss verzweifelt nach einer L?sung, weil ich es nicht ertrage, dass dort unten Tausende verhungern, weil ein einzelner Mann es befohlen hat."
Etwas verwirrt, beeindruckt und als s?he sie Ewald zum ersten Mal, schaut Iris ihn an.
Iris, leise, fast schüchtern, vor sich hin: "Ewald, es ... Ich ... Ja ... Du bist mir nie von der Seite gewichen ... hast jede Gefahr, in die mein Ehrgeiz uns gebracht hat, mit mir geteilt ... hast immer dein Bestes gegeben, um meine Arbeit zu unterstützen und dabei geduldig meine Launen ertragen ..."
Iris schaut Ewald an, etwas erschüttert, mit unsicherem L?cheln: "Ich hatte wohl immer den perfekten Freund bei mir, ohne es zu merken."
Iris, entschlossen, zu sich selber: "Es ist wohl an der Zeit, dass ich über den Kühlschrank springe."
Ewald: "?"
Zu Ewalds Verblüffung beginnt Iris sich auszuziehen.
Iris ist nackt, tritt zu Ewald und ?ffnet seine Kleider. Ewald ist starr. Er begreift die Welt nicht mehr.
Iris legt sich auf den Boden und fordert den nackten Ewald auf: "Komm, stille dein brennendes Verlangen."
Ewald stottert: "A... Aber ... das musst du nicht."
Iris, mit offenem Blick: "Ist doch grotesk, wenn mein bester Freund immer leiden muss, weil ich mir zu fein bin, ein bisschen still zu halten. Komm jetzt, bevor ich's mir anders überlege!"
Ewald, zu Iris hinabsinkend: "?h, ja."
Wie Ewald auf Iris liegt, sein Gesicht nahe dem ihren, sagt Iris fast streng: "H?r zu! Ich empfinde absolut nichts dabei. Ich bin ein Kühlschrank. Also beklage dich nicht!"
Ewald, der sich im falschen Film w?hnt: "Nein, ich respektiere das."
W?hrend Ewald sich rhythmisch auf Iris bewegt, schaut sie ihn mit einem feinen L?cheln an.
Aus etwas Distanz ist im Dunkeln nur die Silhouette des Paares zu sehen. Iris: "Und bilde dir nicht ein, dein Hundeleben w?re jetzt vorbei, bloss weil du ein bisschen in mir rum wedelst!"
Ewald macht: "Wuff, Wuff!"
Beide lachen.
Ein Bild vom Mond zeigt an, dass eine gewisse Zeit verstrichen ist.
Ewald und Iris liegen nackt nebeneinander. Ewald: "Das war 'das sch?nste Augenblick meines Lebens' würden die Genvilles wohl sagen in ihrem Hang, immer alles in den grossen Zusammenhang zu stellen."
Iris: "Und wie fühlt sich das an, wenn das 'brennende Verlangen' gestillt ist?"
Ewald: "Ich habe noch nie einen solchen Frieden empfunden."
Iris, überrascht: "Wir sind mitten im Krieg!"
Ewald: "An deiner Seite fühle ich mich sicher."
Iris protestiert: "Idiot, ich stürze uns in jede Gefahr bloss für eine gute Story."
Ewald: "Das war vielleicht mal so. Aber jetzt ist es anders."
Iris, neugierig: "Wie denn?"
Ewald: "Du hast aufgeh?rt, dich zu verleugnen. Jetzt willst du wissen, was wahr ist. Ich will es auch."
Iris, kichernd: "Die Genvilles mit 'ihrem Hang, immer alles in den grossen Zusammenhang zu stellen', haben uns wohl angesteckt."
Ewald: "Vielleicht haben sie uns einfach die Augen ge?ffnet ..."
Iris: "Und wofür?"
Ewald: "Es lohnt sich nicht, für die falschen Ziele zu leiden."
Iris, nachdenklich: "Karriere, Auto, Haus, Ruhm ..."
Ewald: "Ich m?chte mit mir im Reinen sein."
Iris: "Das heisst ..."
Ewald: "Stell dir vor, ein Alien landet und fragt dich, aus welchem Grund er dich nicht umbringen soll. Was sagst du ihm?"
Iris, überrascht von Ewalds Fantasie: "Mann, du stellst Fragen ... Ich glaube nicht, dass ich die Prüfung bestehen würde."
Ewald l?sst nicht locker: "Versuch es."
Iris: "Bist du her gekommen, um den Reichtum des Lebens kennenzulernen oder um in der Schw?rze des Todes zu versinken?"
Ewald, beeindruckt: "Wow! Und weiter."
Iris: "Ich biete dir meine Freundschaft an. Lerne die Geheimnisse und die Freuden dieses Planeten kennen."
Ewald schaut Iris in die Augen, sagt:"Iris, ich liebe dich." ...
... und küsst sie leidenschaftlich. Iris l?sst es geschehen, ...
... ?ffnet ihre Beine und denkt: 'Schon wieder 'brennendes Verlangen'?.'
Wie Ewald auf ihr liegt, denkt Iris mit feinem L?cheln: 'Liebe ist anstrengend ...'
Szeneanfang:
Hopp, Pferdchen und Giftstrauss stellen sich in der Galerie auf Wegdoppler ...
... und lassen sich auf den Mars bef?rdern, wo sie am Morgen in Mars-Genville auftauchen.
Pferdchen, zu Ambellmi: "Hast du alle Natürlichen gut gemacht, Ambellmi?"
Ambellmi, kichernd: ""Natürlich.""
Auch Pferdchen und Giftstrauss kichern. Hopp schaut sich mit grossen Augen um.
Da schon etliche hundert Personen hierher bef?rdert worden sind, ist Mars-Genville zu einer beachtlichen Siedlung angewachsen. In der N?he von Wegdoppler ist eines von Faselberts Draht-Kunstwerken zu sehen. Da und dort stehen Leute herum, die sich unterhalten. Ein Bild des Friedens.
Giftstrauss: "Gab es Gewalt?"
Ambellmi: ""Nein, aber andere Formen von Unglück.""
Eine in Tr?nen aufgel?ste Frau sitzt in der N?he von Wegdoppler und jammert: "Meine Kinder, meine Kinder, huhuhu."
Hopp geht zu der Frau und fragt: "Was ist mit den Kindern?"
Frau, weinend: "Meine Kinder sind allein zu Hause. Sie werden verhungern, wenn ich hier bleiben muss."
Pferdchen fragt Ambellmi: "Wo sind die Kinder?"
Ambellmi: ""Ich zeige es euch.""
Im Bewusstsein von Pferdchen und Giftstrauss entsteht eine Bildabfolge mit einer Luftansicht der Strasse, dem Haus und den Kindern der Frau.
Pferdchen ruft: "Kommst du, Hopp? Wir holen die Kinder."
Hopp, begeistert: "Au ja!"
Die drei tauchen wieder auf Wegdoppler in der Galerie auf.
Zum Erstaunen der Kampforganismen rennt Hopp zielstrebig davon, ...
... um gleich darauf mit zwei Leinen zurückzukommen.
W?hrend Hopp die Kampforganismen an die Leine nimmt, erkl?rt sie fr?hlich: "Ich nehme euch an die Leine wie Hunde. Dann denken alle, ich seiet meine Haustiere."
Giftstrauss: "Was ist ein Haustier?"
Pferdchen: "Ein Tier, das aussieht wie ein Haus?"
Hopp muss lachen: "Hahaha, nein das ist ein Tier, das bei den Menschen im Haus lebt."
Giftstrauss: "Was ist eigentlich ein Tier?"
Hopp erl?utert: "Ein Tier kann nicht sprechen, hat keine Seele und stinkt. Das hat uns die Nonne erkl?rt."
Pferdchen: "Dann dürfen wir also nicht sprechen ..."
Pferdchen, zu Giftstrauss: "Hast du ein Seele?"
Die Kampforganismen betrachten suchend ihre eigenen K?rper. Giftstrauss: "Ich sehe nichts."
Pferdchen: "Ich auch nicht."
Pferdchen, nachdenklich: "Wie machen wir das mit dem Stinken?"
Giftstrauss, grinsend: "Du kannst ja eines fahren lassen. Das genügt für zwei."
Pferdchen furzt.
Giftstrauss verzieht angeekelt das Gesicht und sagt trotzdem anerkennend: "Boah, das genügt für sechs."
Hopp rennt angeekelt davon und ruft: "W?h, das stinkt!"
Wie zwei gut dressierte Hunde stehen die Kampforganismen nebeneinander. Pferdchen, zufrieden: "Jetzt sind wir perfekt."
Hopp n?hert sich misstrauisch mit zugehaltener Nase, ...
... grapscht schnell die Enden der Leinen ...
... und rennt, die Kampforganismen im Schlepp, zum Ausgang der Galerie.
Es ist Feierabend, noch hell, und viele Leute streben in Elektrofahrzeugen oder zu Fuss nach Hause. Weit und breit ist jedoch niemand zu sehen, der ein Haustier spazieren führt.
Unverdrossen macht Hopp sich mit ihren "Tieren" auf den Weg.
Pferdchen sperrt sich und flüstert: "Falsches Richtung."
W?hrend sie durch die Strassen marschieren, erregen sie betr?chtliches Aufsehen.
Giftstrauss flüstert: "Ob das ein gutes Idee war, wenn sonst niemand mit Haustieren rum l?uft?"
Pferdchen flüstert: "Solange niemand Angst bekommt ..."
Giftstrauss flüstert: "Dann sollten wir vielleicht weniger ernst sein."
Giftstrauss beginnt zu watscheln wie eine Ente und bewegt den Kopf auf und ab, sodass es grotesk und l?cherlich ausschaut. Pferdchen beobachtet ihn und muss kichern.
Pferdchen macht sogleich mit und trippelt mit stolz gerecktem Kopf wie ein parfümiertes Designerhündchen. Giftstrauss kichert.
Die Reaktion der Leute wechselt von Neugierde und Befremden zu amüsierter Heiterkeit.
Wie zuf?llig bringt Giftstrauss seinen Kopf in die N?he von Hopps Ohr und flüstert: "N?chstes links." (Oder rechts, je nach Situation)
Die Seitenstrasse, in die sie abgebogen sind, ist unbelebt ...
... und bald schon sehen sie ein sch?nes, villen?hnliches Haus mit kurzem Vorgarten. Giftstrauss murmelt: "Das ist es."
Arglos, als sei es ihr Zuhause, betritt Hopp den Vorgarten ...
... und geht bis vor die Eingangstür des Hauses, wo sie ratlos stehen bleibt. Hopp: "Was machen wir jetzt?"
Pferdchen: "Wir gehen rein und holen die Kinder."
Hopp will die Tür ?ffnen, aber die ist verschlossen.
Giftstrauss lehnt seinen Leib kurz gegen die Tür, sodass die Halterung des Schlossriegels splitternd aus dem Türrahmen bricht. Hopp erschrickt leicht wegen des Einbruchs, ...
... beruhigt sich aber mit dem Gedanken: 'Engel dürfen das.' und geht tapfer ins Haus, ...
... wo niemand zu sein scheint. Hopp ruft: "Hallo, Kinder!"
Stille.
Pferdchen: "Durchsuchen!"
Zur Verblüffung von Hopp rasen die Kampforganismen wie Wirbelwinde durchs Haus ...
... und stehen kurze Zeit sp?ter wieder bei dem M?dchen. Giftstrauss: "Die Kinder sind weg."
Pferdchen, nachdenklich: "Ob sie tot sind."
Hopp rennt zur Tür und sagt: "Wir fragen jemanden."
Vorsichtig, damit sie nicht gesehen werden, sp?hen die Kampforganismen aus der Eingangstür Hopp nach, die voller Eifer zu einem Nachbarhaus wieselt, ...
... wo sie an die Haustür klopft, ...
... bis eine etwas ?ngstliche Frau ?ffnet ...
... und sichtlich erleichtert, dass es keine Guards sind, mit dem M?dchen spricht.
Dank ihres feinen Geh?rs haben die Kampforganismen die Unterhaltung mitbekommen. Giftstrauss: "Was ist ein Waisenhaus?"
Pferdchen weiss es auch nicht.
Hopp rennt zu den Kampforganismen zurück ...
... und führt sie an den Leinen auf die Strasse.
Die Nachbarsfrau beobachtet durchs Fenster das merkwürdige Trio, w?hrend sie einen Telefonh?rer am Ohr hat, aus dem eine Stimme klingt: "Natural Guard."
Das Trio geht auf der Nebenstrasse zurück. Hopp erl?utert: "Im Waisenhaus leben Kinder, die keine Eltern mehr haben. Sonst müssen sie ja verhungern."
Vor ihnen entsteigt eine elegant gekleidete Frau einem Elektrofahrzeug, ...
... ersp?ht das Trio und ruft entzückt: "Oh, wie süss!"
Ganz aus dem H?uschen n?hert sich die Frau, ...
... kniet sich zu Pferdchen, um es zu herzen, und ruft: "Wie niedlich!"
W?hrend die Frau dem wenig begeisterten Pferdchen einen Schmatz aufdrückt, muss Giftstrauss kichern, was er so gut wie m?glich unterdrückt.
Frau, die Pferdchen am liebsten behalten m?chten, zu Hopp: "Wo hast du denn dieses schnuckelige Tierchen her?"
Hopp spielt die Harmlose, um zu vertuschen, dass sie der Frage ausweicht: "Ich bringe sie zum Waisenhaus, damit die Kinder etwas zum Spielen haben."
Frau, sich erhebend, mit gequ?ltem L?cheln: "Oh, wie sch?n."
Ohne Hopp noch weiter zu beachten, eilt die Frau die Treppe zu ihrer Villa hoch, ...
... betritt die teure Wohnung, wo sie sogleich ihren Mann bestürmt: "Hallo Schatz, dieses Pferdchen muss ich unbedingt haben. Diese verwahrlosten G?ren im Waisenhaus k?nnen auch mit einem verlausten Teddyb?ren spielen. Du wirst es mir besorgen, ja?"
Obwohl der Mann keine Ahnung hat, wovon seine impulsive Frau spricht, weiss er sie aus Erfahrung aalglatt zu bes?nftigen: "Aber gewiss doch, Liebling. Es ist so gut wie deins."
Hüpfend geht Hopp voran. Giftstrauss flüstert kichernd: "Wenn das Frau wüsste, dass dieses niedliche Ding sein Haus in ein zehn Meter tiefes Krater verwandeln k?nnte ..."
Pferdchen kichert.

